Pressemitteilung | 12. März 2024 | sn

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der TU Berlin

Mehr als 6.000 Forschende bei Berliner Physiktagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Bei der größten der fünf diesjährigen Frühjahrstagungen der DPG kommen vom 17. bis 22. März 2024 mehr als 6000 Forschende an die TU Berlin. Neben einer großen Bandbreite an Fachthemen wird es auch um gesellschaftliche Herausforderungen wie die Energiewende oder Risiken nuklearer Kriegsführung gehen. Die Öffentlichkeit kann kostenlose Vorträge zu diesen Themen sowie den Vortragswettbewerb „Einstein-Slam“ besuchen. Astronaut Alexander Gerst spricht auf der Tagung über die Erforschung des Weltraums. Zudem werden wichtige Preise der DPG verliehen und die 87. Jahrestagung der Vereinigung findet statt.

Bei der größten der fünf diesjährigen Frühjahrstagungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Berlin kommen vom 17. bis 22. März 2024 mehr als 6.000 Physiker*innen zusammen. An der TU Berlin treffen sich die Sektion Kondensierte Materie (SKM), zu der zwölf fachliche Vereinigungen gehören, sowie 13 weitere Fachverbände, Arbeitskreise und -gruppen der DPG. Außerdem findet hier die 87. Jahrestagung der DPG statt. Das Treffen der SKM ist traditionell die größte der DPG-Frühjahrstagungen und die größte Physikveranstaltung in Europa. Die kondensierte Materie umfasst Festkörper, weiche Materie und Flüssigkeiten. Entsprechend breit gefächert sind die Themen der Sektion: Von Halbleitern, Metallen und Quantenmaterialien über Kunststoffe bis hin zu biologischen Zellen reichen die betrachteten Objekte; die untersuchten Eigenschaften umfassen mechanische, magnetische, elektrische und optische Merkmale. Zusätzlich zur SKM beteiligen sich noch weitere Fachverbände und Arbeitskreise mit anderen Schwerpunkten an der Tagung, sodass es insgesamt eine große Bandbreite an Themen zu diskutieren gibt.

„Die DPG-Frühjahrstagung in Berlin bietet ein umfangreiches, spannendes und vielfältiges Programm“, sagt DPG-Präsident Joachim Ullrich und dankt allen Beteiligten für ihren Einsatz. „Dabei wird einmal mehr deutlich, wie umfänglich die Physik in die Technik und in die Gesellschaft hineinwirkt.“

Energiewende, Klimafolgen eines Atomkriegs und Weltraumforschung

Bei den mehr als 5.600 wissenschaftlichen Beiträgen der Tagung präsentieren die Teilnehmenden die neuesten Entwicklungen in ihren jeweiligen Fachgebieten – von der Festkörperphysik über die Bio- und Medizinphysik, über Informatik und Mathematik bis hin zur Philosophie. So geht es unter anderem um erneuerbare Energien, selbstheilende Materialien oder Quantenkommunikation sowie um chemische Verfahren, medizinische Therapien und Künstliche Intelligenz. „An unserem Institut freuen wir uns darauf, unsere Schwerpunktthemen Halbleiterphysik und Quantentechnologie bei der Tagung aufzugreifen“, sagt Tagungsleiter Ralph Ernstorfer von der TU Berlin. „Die Tagung bietet eine Bühne sowohl für internationale Expertinnen und Experten sowie für den wissenschaftlichen Nachwuchs und stellt eine exzellente Gelegenheit zum Vernetzen dar.“

Gemeinschaftlich und fachübergreifend nehmen die Forschenden außerdem große Gesellschaftsthemen in den Blick. Davon zeugen nicht nur die zehn hochkarätig besetzten Symposien, sondern auch die Abendveranstaltungen: So spricht Alan Robock von der Rutgers University in New Brunswick, USA, am 19. März um 19 Uhr im Rahmen der öffentlichen Max-von-Laue-Vortragsreihe über die verheerenden globalen Klimafolgen, die ein Einsatz von Atomwaffen nach sich zöge. Der Eintritt zu diesem Programmpunkt ist frei.

Im Anschluss daran erzählt der einem breiten Publikum bekannte Astronaut Alexander Gerst den Tagungsteilnehmenden von der Erforschung des Weltraums. Hinweis: Dieser Vortrag ist ausschließlich Tagungsteilnehmenden vorbehalten.

Einen realistischen Zeitplan für die Energiewende präsentiert Robert Schlögl, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, am 20. März um 19 Uhr. Dieser Vortrag ist öffentlich und kostenlos.

Verleihung wichtiger Preise

Ein weiteres Highlight der Tagung ist die feierliche Verleihung wichtiger Preise der DPG am Dienstag, 19. März: Erwin Frey vom Arnold-Sommerfeld-Center der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München erhält die Max-Planck-Medaille – die höchste Auszeichnung der DPG für Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik. Das Pendant für experimentelle Physikerinnen und Physiker, die Stern-Gerlach-Medaille, geht in diesem Jahr ebenfalls nach München an Immanuel Bloch von der LMU und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik. Außerdem erhält Nicola Paradiso von der Universität Regensburg den mit 10.000 Euro dotierten Walter-Schottky-Preis für eine aktuelle Arbeit auf dem Gebiet der Festkörperforschung. Ebenfalls mit einem Preisgeld von 10.000 Euro ist der Gaede-Preis verbunden, den Manuel Gruber von der Universität Duisburg-Essen entgegennehmen wird und mit dem die DPG seine Arbeiten zu Oberflächenphysik würdigt. Zudem wird der Dissertationspreis der SKM vergeben. Der*die Gewinner*in wird am Tag vor der Verleihung während eines Symposiums ausgewählt. Die einleitenden Worte zu dieser Festveranstaltung sprechen Tagungsleiter Ralph Ernstorfer, die Vizepräsidentin der TU Berlin Sophia Becker und DPG-Präsident Joachim Ullrich. Im Anschluss an die Preisverleihung gibt es einen Festvortrag von Pedro Miguel Echenique mit dem Titel „Science. Beauty. Future“, zu Deutsch: Wissenschaft. Schönheit. Zukunft.

Viele Preisträger*innen tragen im Rahmen der Tagung zu ihrem Thema vor oder haben bereits bei einer der anderen Frühjahrstagungen der DPG gesprochen. Auf der Berliner Tagung werden außerdem weitere Preise an Nachwuchsforschende verliehen.

Mitgliederversammlung der DPG

Während der Frühjahrstagung findet am Montag, 18. März, auch die diesjährige Mitgliederversammlung der DPG statt. Ein besonderes Highlight ist außerdem der Vortragswettbewerb „Einstein-Slam“ am gleichen Tag um 20.00 Uhr im Audimax der TU Berlin. Bei diesem Format messen sich Forschende in ihrer Fähigkeit, ein komplexes Forschungsthema innerhalb von zehn Minuten unterhaltsam auf den Punkt zu bringen. Das Publikum kürt den Gewinner oder die Gewinnerin. Die Öffentlichkeit ist zu diesem Programmpunkt herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die Berliner DPG-Tagung ist die letzte der fünf DPG-Frühjahrstagungen in diesem Jahr. Die anderen fanden im Februar und März in Greifswald, Karlsruhe, Freiburg und Gießen statt. Insgesamt nahmen um die 10.000 Physiker*innen aus dem In- und Ausland teil.

Kostenfreie Teilnahme für Lehrkräfte

Auch in diesem Jahr ermöglicht die DPG Lehrer*innen, kostenfrei an der Tagung teilzunehmen. Einzige Voraussetzung hierfür ist die Vorlage einer Bestätigung der Schule bei der Anmeldung.

Für den Terminkalender

Öffentlicher Abendvortrag: „Global Famine after Nuclear War“
Prof. Dr. Alan Robock, Rutgers University New Brunswick, USA
Dienstag, 19. März 2024, 19.00 Uhr, TU Berlin, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin, Architekturgebäude, Raum A 151

Abendvortrag: „Über unsere Horizonte – warum wir den Weltraum erforschen“ (nur für Tagungsteilnehmende)
ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst
Dienstag, 19. März 2024 um 20.00 Uhr, TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Hörsaal H 0105 (Audimax); ein Livestream wird zusätzlich im Hörsaal H0104 angeboten.
Hinweis: Einlass ab 19.30 Uhr

Öffentlicher Abendvortrag: „Die Energiewende: ein realistischer Zeitplan“
Prof. Dr. Robert Schlögl, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung
Mittwoch, 20. März 2024, 19.00 Uhr, TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Hörsaal H 0105 (Audimax)

Pressegespräch (für angemeldete Journalist*innen)
Montag, 18. März 2024, 9.30 Uhr bis 11.00 Uhr
TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Raum H3004

Wir bitten um Anmeldung unter presse(at)dpg-physik.de 

Am Pressegespräch nehmen teil:

  • Prof. Dr. Joachim Ullrich, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e. V. (DPG)
  • Prof. Dr. Martin Wolf, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft | DPG-Sprecher der Sektion Kondensierte Materie
  • Prof. Dr. Katharina Franke, Freie Universität Berlin und Plenarvortragende am Montag, 18. März, 8.30–9.15 Uhr, TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Hörsaal H 0105 (Audimax): „Opportunities from single magnetic adatoms on superconductors“
  • Prof. Dr. Christoph Strunk, Universität Regensburg und Plenarvortragender am Montag, 18. März, 14.00–14.45 Uhr, TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Hörsaal H 0105 (Audimax): „How to Rectify Supercurrents Using Electron Spin?“
  • Prof. Dr. Erwin Frey, Ludwig-Maximilians-Universität München | Max-Planck-Medaillenpreisträger 2024 | Plenarvortragender am Mittwoch, 20. März, 13.15–13.45 Uhr, TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Hörsaal H 0105 (Audimax): „Emergence and Self-Organisation in Biological Systems“
  • Prof. Dr. Ralph Ernstorfer, TU Berlin | Örtliche Tagungsleitung
  • Prof. Dr. Claus Laemmerzahl, Universität Bremen | ZARM | DPG-Vorstand Öffentlichkeitsarbeit

Hinweise für die Redaktionen

Nach vorheriger Akkreditierung unter presse(at)dpg-physik.de sind Journalist*innen zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist dann kostenfrei.

Für freie Journalist*innen, die an einer der genannten Tagungen teilnehmen wollen, um darüber zu berichten, stellt die DPG ein begrenztes Kontingent an Reisestipendien zur Verfügung. Interessierte melden sich bitte per E-Mail an: presse(at)dpg-physik.de

Presseinformationen zu den DPG-Frühjahrstagungen 2024: https://www.dpg-physik.de/presse/presseinformationen

Kontakt

Dr.

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Referentin des Vorstandes

presse@dpg-physik.de

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Referentin des Vorstands

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