Pressemitteilung | 27. Februar 2024 | hal

Frauen in der Wissenschaft: TU Berlin doppelt erfolgreich

TU Berlin überzeugt erneut im Professorinnenprogramm und wird für ihr Gleichstellungskonzept ausgezeichnet

In der ersten Auswahlrunde zum Professorinnenprogramm 2030 wurde die TU Berlin am 22. Februar 2024 von einem unabhängigen Begutachtungsgremium zur Förderung ausgewählt. Damit ist sie zum vierten Mal nach 2008, 2013 und 2018 im Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder mit ihrem Gleichstellungskonzept erfolgreich. Außerdem wurde des Gleichstellungskonzept der TU Berlin mit dem Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ ausgezeichnet. Von 108 eingereichten Anträgen überzeugten 22 Gleichstellungskonzepte für Parität an der Hochschule in besonderer Weise hinsichtlich ihrer gleichstellungspolitischen Strategien, Strukturen und Maßnahmen jeweils mit Blick auf die hochschulspezifische Situation. Für diese Leistung wird diesen Hochschulen erstmals das Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ verliehen.

Zusätzlich zur Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren erhält die TU Berlin damit die Möglichkeit zur Förderung einer zusätzlichen Stelle für eine Nachwuchswissenschaftlerin, die in eine unbefristete Professur münden sollte. Die Anträge können bis September 2025 gestellt werden.

Kulturwandel vorantreiben

„Ich freue mich sehr, dass die TU Berlin mit ihrem Gleichstellungskonzept überzeugen konnte, und wir über die Förderung durch das Professorinnenprogramm unseren Frauenanteil weiter steigern können. Zu diesem Erfolg tragen viele Akteur*innen auf zentraler und dezentraler Ebene bei. Um ihn auch langfristig und nachhaltig zu sichern, wird es in den nächsten Jahren darauf ankommen, etablierte Standards zu halten, die zusätzlich geplanten Maßnahmen umzusetzen und den Kulturwandel weiter voranzutreiben“, so Antje Bahnik, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der TU Berlin.

Schülerinnen, Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen fördern, Professorinnen gewinnen und unterstützen

An der TU Berlin konnte der Frauenanteil auf Professuren von 19 Prozent in 2014 auf 24 Prozent im Jahr 2022 gesteigert werden. Dennoch sind die Frauenanteile der TU Berlin, wie auch anderer Universitäten mit MINT-Orientierung, niedrig. Um dem zu begegnen, legt das Gleichstellungskonzept der TU Berlin ein umfangreiches Maßnahmenportfolio mit Individualangeboten auf allen Karrierestufen sowie struktur- und kulturverändernden Maßnahmen vor. Dazu gehören vielfältige Schülerinnenaktivitäten zur Stärkung von Mädchen in MINT-Fächern, die Förderung von Studentinnen durch das sehr nachgefragte Programm ProScience, erfolgreich etablierte Programme für Nachwuchswissenschaftlerinnen wie ProMotion oder das hochschulübergreifende Programm ProFiL sowie Maßnahmen zur Gewinnung von Frauen für Professuren, z. B. über aktive Rekrutierung. Auch die im Rahmen des Professorinnenprogramms geforderten Aktivitäten im Gleichstellungscontrolling und -monitoring ist die TU Berlin bereits angegangen und wird diese in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Die Maßnahmen zur Schaffung einer familienfreundlichen Hochschule tragen ebenfalls zum Erfolg der TU Berlin bei. Vielfältigen Maßnahmen auf dezentraler Ebene, die die Fakultäten und Einrichtungen im Rahmen der Frauenförderpläne bis 2028 festgelegt haben, werden in den kommenden Jahren weiterhin dazu beitragen, dem Ziel der Geschlechterparität näher zu kommen.

Für Diskriminierung sensibilisieren

Um den Kulturwandel gerade im MINT-Bereich weiter zu stärken, plant die TU Berlin gemeinsam mit anderen TU9-Hochschulen eine gemeinsame Studie zur Arbeits- und Organisationskultur, um mehr Erkenntnisse zu Geschlechterverhältnissen zu gewinnen und daraus entsprechende Maßnahmen abzuleiten. Um Fällen von sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt entgegenzuwirken, wird ein Bystander-Programm entwickelt, dass potentielle Zeug*innen für verschiedene Formen von Diskriminierung sensibilisiert und Raum bietet, ein Repertoire an möglichen Reaktionen auf diskriminierende Situationen einzuüben. Dies trägt auch dazu bei, Betroffene von Diskriminierung zu unterstützen und ein soziales Setting zu schaffen, welches Diskriminierenden Handlungsspielräume entzieht.

Bisher acht Professorinnen gefördert

Für ihre Gleichstellungsarbeit wurde die TU Berlin mehrfach ausgezeichnet. Sie hat 2022 zum fünften Mal den Total E-Quality Award verliehen bekommen und ist seit 2018 berechtigt, dauerhafte das Gütesiegel „Familiengerechte Hochschule“ zu führen. Durch die drei bisherigen Ausschreibungsrunden des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern wurden seit 2008 acht Professorinnen durch das Professorinnenprogramm gefördert. Die TU Berlin setzt dabei vor allem auf die Förderung von vorgezogenen Nachfolgeberufungen, um den Strukturwandel zu beschleunigen.

Professorinnenprogramm 2030

Das Professorinnenprogramm 2030 wurde im November 2022 von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossen. Es baut  auf den erfolgreichen bisherigen drei Programmphasen auf und hat zum Ziel, die Anzahl der Professorinnen in Richtung Parität dynamisch zu erhöhen, (Nachwuchs-)Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen auf dem Weg zur Lebenszeitprofessur zu fördern und in der Wissenschaft zu halten sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern an den Hochschulen strukturell noch stärker zu verankern. Damit wird der notwendige Struktur- und Kulturwandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit an den Hochschulen nachhaltig gestärkt. Bund und Länder stellen für das Professorinnenprogramm 2030 insgesamt 320 Millionen Euro über eine ausgeweitete Laufzeit von erstmalig 8 Jahren zur Verfügung. Dies bedeutet mehr Zeit, um Frauen zu berufen und die geschlechterpolitische Modernisierung der Hochschulen voranzutreiben.

Kontakt

Antje Bahnik

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

antje.bahnik@tu-berlin.de

+49 30 314-21438