Technische Universität Berlin

Medieninformation | 25. Oktober 2021 | pp

Die unsichtbare Kraft – Frauen in Krieg und Frieden

Einladung zur digitalen Queen’s Lecture am 1. November 2021

Nach wie vor sind Frauen die Hauptleidtragenden von sozialen Konflikten wie Kriegen. Doch als Ehefrauen, Mütter und Soldatinnen, als Lehrerinnen und Politikerinnen haben sie einen großen Einfluss – sie seien die unsichtbare, aber die zentrale Kraft, vor allem in der Anbahnung des Friedens, sagt Sanam Naraghi Anderlini. Die Rechtsanwältin, Friedensstrategin und Direktorin des Centre for Women, Peace and Security der London School of Economics ist auch Autorin der UN-Resolution 1325 über Frauen, Frieden und Sicherheit sowie Member of the Order of the British Empire (MBE). Sie wird die diesjährige Queen’s Lecture an der TU Berlin halten. Darin beschäftigt sie sich mit der zentralen Rolle, die Frauen bei der Friedensbildung in internationalen Konflikten spielen. In den Fokus nimmt sie dabei auch die aktuelle Situation der Frauen in Afghanistan. 

„Kriege finden in Dörfern statt, in den Häusern der Menschen – wie viele unterschiedliche Akteure auf der großen Bühne auch immer beteiligt sind“, sagt Sanam Naraghi Anderlini. Jahrelang hat sie sich mit der Rolle von unbewaffneten Akteuren in Krieg und Frieden beschäftigt: mit Frauen. Mehr als 20 Jahre ist es her, dass der UN-Sicherheitsrat die „Resolution 1325 über Frauen, Frieden und Sicherheit“ verabschiedet hat. Darin wurden die Mitgliedstaaten erstmals aufgefordert, Frauenrechte zu schützen, Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen, die Schlichtung von Konflikten und den Wiederaufbau zerstörter Regionen einzubeziehen sowie Straftäter zu verfolgen. Verfasserin war Sanam Anderlini. Doch auch 20 Jahre nach der als Durchbruch gefeierten Resolution werden weltweit Frauen unterjocht, vergewaltigt, getötet, nur, weil sie sich für ihre Rechte einsetzen.

Wir laden Sie herzlich ein zur Digitalen Queen’s Lecture 2021

Blueprint for Peace in C21st: So little done, but it’s not too late”
Die Rolle von Frauen in friedensbildenden Prozessen in Konfliktzonen

Sanam Naraghi Anderlini, Member of the British Empire (MBE), Direktorin des Centre for Women, Peace and Security der London School of Economicsand Political Science

Zeit:     Montag, 1. November 2021, 18.00 bis 19.30 Uhr (Livestream)

Ort:     Die Queen’s Lecture 2021 findet digital statt

Nähere Informationen finden Sie hier.

 

Der Vortrag wird live auf dem YouTube-Kanal der TU Berlin gestreamt. Anschließend kann das Publikum im Chat Fragen stellen. Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.

Bitte weisen Sie in Ihren Medien auf diese Veranstaltung hin.

Besonders sorgt sich Sanam Anderlini momentan um die Frauen in Afghanistan. „Der Rückzug der Amerikaner aus dem Land am Hindukusch, hat die Situation für Frauen extrem verschärft. Sie fürchten, alles zu verlieren, was sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten aufgebaut haben, ihre Rechte, ihre Freiheit – am Ende sogar ihr Leben.“

Unbequeme Wahrheiten – Lösungen werden dringend benötigt

Sanam Naraghi Anderlini ist in Teheran aufgewachsen. Sehr genau weiß sie um die Situation von Frauen in Systemen, die diktatorisch von fanatischen Männern regiert werden. Heute ist sie weltweit anerkannt als Friedensstrategin, die sich mit Konflikten, Krisen und gewalttätigem Extremismus auseinandersetzt, und als wichtige Playerin in der globalen Frauenpolitik, als Fürsprecherin und Kämpferin für die Sicherheit von Frauen in Konfliktzonen. Viele internationale Preise sind ihr zuerkannt worden. Sie zeugen von der zunehmenden internationalen Achtung ihres Anliegens. Dennoch scheint die Welt weit entfernt von praktikablen Lösungen. In der diesjährigen Queen’s Lecture an der TU Berlin wird Sanam Anderlini politische, soziale und wirtschaftliche Faktoren analysieren, die zu der derzeitig verfahrenen Situation des Multilateralismus geführt haben. Sie wird unbequeme Wahrheiten ansprechen und dringend benötigte Lösungsansätze präsentieren, die sich aus der feministischen Perspektive ergeben. Dabei wird sie die wichtige Rolle von Frauen in friedensbildenden Prozessen aufzeigen.

Über Sanam Naraghi Anderlini

Sanam Naraghi Anderlini, MBE, ist Direktorin des Centre for Women, Peace and Security der London School of Economics. Sie gründete das Netzwerk ICAN (International Civil Society Action Network) und hat dort eine Allianz ins Leben gerufen, die unabhängige, von Frauen geführte Organisationen in mehr als 40 Ländern verbindet, die Women’s Alliance for Security Leadership (WASL). In Ländern wie dem Jemen, in Äthiopien, Ruanda, in Namibia, Syrien, Kambodscha, in Nepal und Afghanistan sind diese aktiv, um Gewalt zu verhindern, Frieden, Recht und Pluralismus zu fördern. Sie verfasste die „Resolution 1325“ zu Frauen, Frieden und Sicherheit, die der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Jahr 2000 verabschiedete. Ende 2011 wurde sie die erste Senior Expertin für Gender und Inklusion im Mediation Standby Team der Vereinten Nationen, das sich damals vor allem mit Somalia, Libyen und Syrien befasste. Sie gründete und leitete weltweit weitere Initiativen, unter anderem leitete sie für den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) in Nepal das erste Bewertungsteam in maoistischen Regionen. Sie gehört zum Lenkungsausschuss des britischen „National Action Plan on Women Peace and Security“ sowie zum Expertengremium des Commonwealth, das sich gegen gewalttätigen Extremismus einsetzt. An der Columbia University in New York hält sie außerordentliche Professur.      

Unter anderem erhielt sie 2014 den UN Association Perdita Huston Award für Menschenrechte und 2016 den Greeley Peace Scholar der US-University of Massachusetts. Sie ist Autorin vieler Artikel und Publikationen zum Thema Friedensbildung, internationale Frauenpolitik und Menschenrechte sowie als Rednerin und Interviewpartnerin von Wissenschaftseinrichtungen ebenso wie von den Medien gefragt.

Queen’s Lectures an der TU Berlin – Tradition seit 1965

Zur Queen’s Lecture lädt jährlich der Präsident der TU Berlin ein. Sie wird unterstützt durch die Britische Botschaft Berlin und den British Council, Großbritanniens und Nordirlands internationale Organisation für Kulturbeziehungen. Die Vorträge, die ein hochrangiger britischer Wissenschaftler oder eine hochrangige britische Wissenschaftlerin hält, beschäftigen sich mit wirtschaftlichen, kulturellen sowie naturwissenschaftlichen Themen und sind ein Bestandteil des Wissenschafts- und Kulturprogramms der TU Berlin. 1965 erhielt Berlin diese Vortragsreihe als Geschenk von der englischen Königin anlässlich ihres Besuches in der Stadt. Im Jahr 2015 besuchte Ihre Majestät Königin Elizabeth II. persönlich die TU Berlin, anlässlich des 50. Jubiläums der Lecture. Als Ehrengäste waren der damalige Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, anwesend (Infos und Fotorückblick).

Auch in diesem Jahr findet die Queen’s Lecture im Rahmen der Berlin Science Week statt, die vom 1. bis 10. November 2021 zu mehr als 200 virtuellen Diskussionsveranstaltungen, Workshops und Ausstellungen einlädt  und die innovativsten und führenden Wissenschaftsinstitutionen und Forscher*innen zum Austausch zusammenbringt.

Kontakt

Stefanie Terp

Pressesprecherin der TU Berlin

pressestelle@tu-berlin.de

+49 30 314-23922

Einrichtung Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni