Technische Universität Berlin

Medieninformation | 14. Januar 2021 | rb

Auf den Spuren historischer Ostasiatika-Sammlungen

Neuausgabe des Open-Access „Journal for Art Market Studies“ der TU Berlin ist online

Ob ein Artikel zur Plünderung des Winterpalastes in Peking, der um 1900 als Hauptquartier der deutschen Armee requiriert worden war, ein Bericht zu einer pseudo-wissenschaftlichen Expedition nach China von 1907 oder eine detaillierte Nachverfolgung eines auseinandergerissenen und über westliche Museen verstreuten Buchs zu chinesischen Hofritualen – das Themenspektrum der Beiträge der verschiedenen Expert*innen in der aktuellen Online-Ausgabe „Asian Art: The Formation of Collections“ (Vol. 4, No. 2) des englischsprachigen „Journal for Art Market Studies“ (JAMS) des Fachgebiets Kunstgeschichte der Moderne der TU Berlin ist breit gefächert.

Die neue JAMS-Ausgabe beschäftigt sich mit der Entwicklung des internationalen Kunstmarkts für Ostasiatika in der Folge der erzwungenen Öffnung von China und Japan ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Tausende von Kunst- und Kulturgegenständen gelangten in der Folge in westliche Sammlungen.

Konzipiert wurde die Ausgabe von den Gastherausgebern Dr. Christine Howald, Dr. Alexander Hofmann – beide von den Staatlichen Museen zu Berlin – und Prof. Dr. Nick Pearce von der Universität Glasgow. Die drei Kunsthistoriker*in hatten bereits gemeinsam den vorangegangenen Workshop zur Provenienzforschung zu Ostasiatika organisiert, der in Berlin im November 2019 unter dem Titel „Pillage is formally prohibited…“ stattfand. Die Beiträge in dieser Journalausgabe beruhen auf den Vorträgen des Workshops. Christine Howald begründete zuvor an der TU Berlin am Institut von Prof. Dr. Bénédicte Savoy das Forschungsgebiet Tracing East Asian Art (TEAA).

Leitende Redakteurin der JAMS ist Dr. Susanne Meyer-Abich, die die Ausgaben des englischsprachigen Journals jeweils in Zusammenarbeit mit wechselnden Wissenschaftler*innen erarbeitet. Herausgegeben wird das Journal von Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Leiterin des Fachgebiets Kunstgeschichte der Moderne der TU Berlin und Lehrstuhlinhaberin am Collège de France, Paris, zusammen mit Dr. Dorothee Wimmer.

Inhalt der zweiten Ausgabe des Jahres 2020

1. Editorial

2. Christine Howald, Alexander Hofmann, Nick Pearce: Introduction

3. Nick Pearce: A Nestorian Misadventure: Frits Holm and the Chinese Nestorian Stele

4. Haoyang Zhao: Art Historical and Provenance Research in a Case Study of Huangchao Liqi Tushi

5. Kate Hill: Enamels “Ancient” and “Rare”: The “Summer Palace” Market in Imperial England

6. Niklas Leverenz: The Looting of the Winter Palace in Peking in 1900-1901

7. Eline van den Berg: The Princessehof collection of Chinese ceramics from the former Dutch East Indies

8. Lucie Chopard: Chinese Porcelain enters the Louvre: A Collector, his Dealers, and the Parisian Art Market (c. 1870-1912)

9. Noelle Giuffrida: Provenance Research on Chinese Paintings in American Collections of the 1950s: Sherman E. Lee, Walter Hochstadter, and the Cleveland Museum of Art

10. Najiba Choudhury: Seizures and Liquidation Sales in the United States during World War II: Tracking the Fate of Japanese Art Dealership, Yamanaka & Company, Inc

11. Nathalie Neumann, Felix Ganz: Project Report - The Reconstruction of the Art Collection of Felix Ganz (1869-1944)

12. Ulrich Weitz: Project Report - Recently identified Asian Objects from the Eduard & Margarete Fuchs collection

Die neue JAMS-Ausgabe „Asian Art: The Formation of Collections“ ist hier online abrufbar.

Kontakt

Dr.

Susanne Meyer-Abich

Kunstgeschichte der Moderne

s.meyer-abich@tu-berlin.de