Technische Universität Berlin
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Medieninformation | 27. April 2021 | cca

Aus Yale, Singapur und Sheffield nach Berlin

Drei Projekte der TU Berlin erhalten Förderung durch das Marie Skłodowska-Curie Programm „Individual Fellowships“

Die Technische Universität Berlin bekommt Förderung für Projekte zur Inklusion von Roma, zu spektralen Simulationen des Tageslichts sowie zu klimafreundlicherer Stadtplanung. Jeweils zwei Jahre lang werden Forschungsaufenthalte von Nachwuchsforscher*innen finanziert. Das Förderprogramm der Europäischen Kommission unterstützt international mobile Nachwuchswissenschaftler*innen darin, ihre Karriereentwicklung gezielt voranzutreiben und Netzwerke aufzubauen.

Mit der Marie Skłodowska-Curie Action (MSCA) „Individual Fellowships“ des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation, Horizont 2020, fördert die Europäische Kommission exzellente und ambitionierte Forschungsprojekte von erfahrenen Nachwuchsforscher*innen und unterstützt diese beim Aufbau einer unabhängigen Forschungsposition. Die Forschungen der drei bewilligten Projekte zeigen den Zusammenhang zwischen Aspekten, die bislang nicht zueinander in Verbindung gebracht wurden, zum Beispiel urbane Landwirtschaft und soziale Integration, Architektur und Wirkung spektraler Phänomene sowie Stadtform und Energieverbrauch.

Inklusion und Klimaschutz durch Stadtgärten

Zu den Individual Fellowships-Projekten, die die TU Berlin erhalten hat, zählt „Gerechte und grüne Städte: Eine intersektorale Perspektive für die urbane Landwirtschaft und die Inklusion von Roma in Europa“, kurz: Justgreen cities. „Ethnografische Untersuchungen, eine historische Stadtanalyse und partizipative Forschung in den europäischen Städten Paris, Berlin und Sofia sollen zeigen, wie Gemeinschaftsgärten, die die Roma-Bevölkerung unterhält, den Klimaschutz unterstützen und gleichzeitig dazu beitragen, dass Roma stärker als Teil der Gesellschaft anerkannt werden“, beschreibt Prof. Dr. Dorothee Brantz, Direktorin des Center for Metropolitan Studies der TU Berlin, die das Projekt leitet. Ein Bericht soll dokumentieren, wie Städte sozial gerechter und ökologisch nachhaltiger werden können. Das MSCA-Individual Fellowship ermöglicht es der Wissenschaftlerin Dr. Ophélie Véron, die derzeit noch an der University of Sheffield in Großbritannien forscht, die Studien mit internationalen Forschungsinstituten zu erstellen.

Einflüsse des Tageslichts auf das Wohlbefinden in Städten

Ein weiterer Forschungsaufenthalt wird in dem Projekt „Tageslichtfarbe und -muster auf Gebäuden“ (DAYCOP) gefördert. „Wir untersuchen mit spektralen Simulationen, wie die Reflexion des Tageslichts auf den Oberflächen städtischer Gebäude die Wahrnehmung von Farben bestimmt und dadurch die gefühlte Lebensqualität beeinflusst“, erklärt Dr. Martine Knoop, stellvertretende Leiterin des Fachgebiets Lichttechnik der TU Berlin und Leiterin des Projekts. Dr. Priji Balakrishnan, zurzeit am Environmental Design Consultancy in Singapur, wird dazu vorhandene Spektralsimulationen auswerten, die Farbe und Muster des Tageslichts genau abbilden. Außerdem wird die spektrale Dynamik des Tageslichts in verschiedenen städtischen Umgebungen (Gips, Ziegel, reflektierende Fassaden oder Räume mit Vegetation) und in unterschiedlichen geographischen Breitengraden (polar, gemäßigt oder äquatorial) analysiert. In weiteren Studien wird untersucht, wie Bewohner*innen spektrale Phänomene in bebauten Umgebungen wahrnehmen. Die Ergebnisse sollten bei der Formulierung von Gestaltungsrichtlinien und bei der Stadtplanung berücksichtigt werden.

Nachhaltige Stadtformen

„Nachhaltige Stadtformen für integrierte Lösungen zur Verringerung des Klimawandels“ (SUFFICCS), das dritte der MSCA-geförderten Projekten, geht darauf ein, dass die fortschreitende Verstädterung sich auf den globalen Energieverbrauch und Treibhausgasausstoß nachweisbar auswirkt, aber diese Effekte in Simulationen nicht abgebildet werden. Projektleiter Prof. Dr. Felix Creutzig, Fachgebiet Nachhaltigkeitsökonomie menschlicher Siedlungen an der TU Berlin, erläutert: „Wir wollen ein Simulationsmodell entwickeln, das den Energiebedarf sowie die Emissionen aus städtischen Gebäuden und Verkehrssystemen integriert.“ Peter Berrill, derzeit als Nachwuchswissenschaftler an der Yale University in den USA, nutzt dafür vorliegende Daten aus unterschiedlichen städtischen Regionen in Europa. SUFFICCS soll es ermöglichen, die Auswirkungen der Urbanisierung auf den Klimawandel umfassend zu bewerten und umweltfreundliche Alternativen bei der künftigen Stadtplanung zu berücksichtigen.

Mit dem EU-Rahmenprogramm Horizont 2020 hat die Europäische Union Forschung und Innovation mit dem Ziel unterstützt, eine EU-weite wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft auszubauen, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Entwicklung unterstützt. Die geförderten Projekte sollen in die Gesellschaft hineinwirken. Das Marie Skłodowska-Curie Programm wird im neuen EU-Rahmenprogramm Horizont Europa fortgesetzt.

Weiterführende Informationen zu den Marie-Sklodowska-Curie-Maßnahmen unter: https://www.nks-msc.de/

Kontakt

Sabine Hutfilter

EU-Referentin

sabine.hutfilter@tu-berlin.de

Einrichtung Abteilung V - Forschung – EU Büro