Technische Universität Berlin
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Medieninformation | 9. September 2020 | sn

Eine klimafreundliche Alternative zum Überkonsum

Einladung zur Eröffnung des Hauses der Materialisierung am 16. September 2020

Geleitet von Ideen einer zirkulären und ressourcenschonenden Wirtschaft, hat sich eine Gruppe aus Initiativen zusammengeschlossen, um das erste multidisziplinäre urbane Zentrum für zirkuläres Wirtschaften in Berlin zu gründen: das Haus der Materialisierung (HdM). Dazu gehört auch das Fachgebiet Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie der TU Berlin von Prof. Dr.-Ing. Vera Susanne Rotter, die die Akteur*innen mit einem Forschungsprojekt begleiten wird.

Unter einem Dach: Gebrauchtmaterial-Markt, Repair-Café, Leihladen

Das Haus der Materialisierung entsteht im Rahmen der Pioniernutzungen im Haus der Statistik, einem städtebaulichen Modellprojekt im Herzen Berlins nahe des Alexanderplatzes, das von fünf Kooperationspartnern (Koop5) aus Zivilgesellschaft und Verwaltung kooperativ entwickelt wird. Im Bestand und durch circa 65.000 Quadratmeter Neubau entstehen Raum für Kunst, Kultur, Soziales und Bildung, bezahlbares Wohnen sowie ein neues Rathaus für Mitte und Verwaltungsnutzungen. Dort hat das Haus der Materialisierung eine temporäre Heimat gefunden und bietet ein Dach für einen Gebrauchtmaterial-Markt, Werkstätten für Textil, Holz und Metall, ein Repair-Café, einen Leihladen, einen Showroom für Gebrauchtgüter sowie Raum für Aktivitäten und Veranstaltungen. Zusammen erschaffen die Akteur*innen eine ökologische und klimafreundliche Alternative zum Überkonsum und den daraus folgenden Umweltbelastungen. An dieser verbindenden Vision arbeiten und forschen zahlreiche Zero-Waste-Initiativen, Start-ups, Sozialbetriebe, Kunstschaffende, Bildungseinrichtungen sowie Wissenschaftler*innen gemeinsam unter einem Dach.

Zur Eröffnung des Hauses der Materialisierung möchten wir Sie herzlich einladen:

Zeit: am Mittwoch, dem 16. September 2020, 16.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Komplex Haus der Statistik am Alexanderplatz, Zugang über Berolinastraße

Die Gestaltung der Veranstaltung orientiert sich an den aktuellen Corona-Richtlinien des Landes Berlin für Gaststätten und Museen. Ein Teil der Angebote findet im Freien statt. Die Personenzahl im Gebäude wird begrenzt sein. In Innenräumen sind Mund-Nase-Bedeckung Pflicht und der Mindestabstand einzuhalten.

Zur besseren Planung wird um eine Anmeldung gebeten: https://www.eventbrite.com/e/eroffnung-haus-der-materialisierung-tickets-116591968717?ref=estw

Kooperation zwischen Zero-Waste-Pionier*innen und Wissenschaft

Um den ökologischen Nutzen dieser Aktivitäten zu demonstrieren und damit langfristig auch andere Städte und Quartiere das Konzept übertragen sowie weiterentwickeln können, braucht es nicht nur Zero-Waste-Pionier*innen in der Stadt, sondern auch Forschung. Das durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück geförderte dreijährige Forschungsprojekt „Reallabor Zirkuläres Wirtschaften im urbanen Kontext: Umweltkommunikation im Haus der Materialisierung" begleitet die Suche nach Wegen in Richtung einer alternativen Materialwirtschaft. An der Umsetzung des Verbundprojektes sind neben der TU Berlin, Fachgebiet Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie auch die Entwicklungsgenossenschaft ZKB ZUsammenKUNFT Berlin eG – Genossenschaft für Stadtentwicklung, die „Material Mafia“ und der Verein „Circular City – Zirkuläre Stadt e.V.“ beteiligt.

Über einen Zeitraum von drei Jahren werden neue Strukturen der Verortung, Vernetzung und Kommunikation für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft im Kontext innovativer Stadtentwicklung erforscht, erprobt und dokumentiert. „Die aktuellen Aktivitäten im Haus der Materialisierung bieten ein einmaliges Reallabor mit hoher Symbolkraft und starken Modelcharakter“, so Projektleiterin Prof. Dr.-Ing. Vera Susanne Rotter. Beispielsweise werden Gewerbeabfälle aus dem Messebau, aus Fertigungsbetrieben, aber auch aus Einzelhandelsunternehmen bislang meist verbrannt, obwohl sie ein erhebliches Rohstoffpotential darstellen. „Das Forschungsprojekt hilft mir, neue Anwendungen für diese Materialien zu finden, Produktdesign zu testen und den ökologischen Nutzen dieser Aktivitäten zu bestimmen und somit auch neue Geschäftsfelder zu erschließen“, meint Simone Kellerhoff, Gründerin und Unternehmerin der „Material Mafia“.

Das Thema Kreislaufwirtschaft inspiriert

Die Möglichkeit, viele Akteur*innen an einem Ort unter einem Dach zu vereinen, bietet neue Optionen. „Wir waren überrascht, wie viele Interessenbekundungen für Pioniernutzungen im Haus der Materialisierung sich um das Thema Kreislaufwirtschaft drehten“, erzählt Nina Peters von der ZKB ZUsammenKUNFT Berlin eG. „Wir müssen dieses Thema langfristig stärker auch in Stadtplanung integrieren und Räume dafür schaffen.“ Mithilfe eines eigens entwickelten digitalen Inventartools und eines Online-Shops soll das Materialangebot des Hauses der Materialisierung nach außen sichtbarer werden, aber auch intern ermöglichen, Materialströme nachzuvollziehen. „Damit wird ein Innovations- und Professionalisierungssprung aus der alltagspraktischen Zusammenarbeit hin zu selbsttragenden Geschäftsmodellen für zirkuläres Wirtschaften erreicht und Wirkung, Akzeptanz und Langfristigkeit solcher Maßnahmen gesteigert“, betont Prof. Dr.-Ing. Vera Susanne Rotter.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern

Prof. Dr.-Ing.

Vera Susanne Rotter

Fachgebiet Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie

vera.rotter@tu-berlin.de