Technische Universität Berlin

Medieninformation | 11. November 2020 | rb

Out of Africa – Kunsttransfer im kolonialen Kontext

Neuausgabe des Open-Access „Journal for Art Market Studies“ der TU Berlin ist online

Mit dem exponentiellen Wachstum eines Exportmarktes für Kulturgüter auf dem afrikanischen Kontinent seit der Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich die neue Online-Ausgabe „Africa: Trade, Traffic, Collections“ (Vol. 4, No. 1) des englischsprachigen „Journal for Art Market Studies“ (JAMS). Es wird vom Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne der TU Berlin herausgegeben. Interessant ist dabei die sich verändernde Wahrnehmung solcher Objekte als Handelsware und Sammelgut, vom „ethnographischen“ Objekt zu „primitiver Kunst“ bis hin zum heutigen Markt für afrikanische Objekte.

Wie und unter welchen Umständen fanden Erwerbungen und Objekttransfer im kolonialen Kontext statt? Inwieweit spielten wirtschaftliche und politische Interessen eine Rolle? Was wissen wir über den Handel in dieser Zeit?

Die neue Ausgabe des JAMS wurde von der Gastherausgeberin Dr. Felicity Bodenstein konzipiert. Die Kunsthistorikerin lehrt an der Universität Sorbonne in Paris und forschte an der TU Berlin als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungscluster „translocations“ von Prof. Dr. Bénédicte Savoy insbesondere zu Objekten aus dem Königreich Benin.

Leitende Redakteurin der JAMS ist Dr. Susanne Meyer-Abich, die die Ausgaben des englischsprachigen Journals jeweils in Zusammenarbeit mit wechselnden Wissenschaftler*innen erarbeitet. Herausgegeben wird das Journal von Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Leiterin des Fachgebiets Kunstgeschichte der Moderne der TU Berlin und Lehrstuhlinhaberin am Collège de France, Paris, zusammen mit Dr. Dorothee Wimmer und Dr. Johannes Nathan.

Das Themenspektrum der Beiträge der verschiedenen Expert*innen in der aktuellen Ausgabe reicht von Verflechtung zwischen dem Sklavenhandel und der großflächigen Gewinnung afrikanischer materieller Kultur, über Entwicklungen auf dem Kunstmarkt seit der Entkolonialisierung bis hin zum aktuellen Stand des Schutzes und der Praxis des Kulturerbes im heutigen Afrika.

Inhalt der letzten Ausgabe im Jahr 2020

1. Editorial

2. Felicity Bodenstein: Africa: Trade, Traffic, Collections (introduction)

3. Zoe Cormack: Violence, Globalization and the Trade in „ethnographic“ artefacts in nineteenth-century Sudan

4. Jan Hüsgen: Colonial Expeditions and Collecting: The Context of the „Togo-Hinterland Expedition“ of 1894/95

5. Richard Tsogang Fossi: Itinerary of a Cameroon Cross-River Collection in Art Market Networks. An Analysis of Transaction Correspondence between Hamburg-Berlin-Leipzig

6. Léa Saint Raymond / Elodie Vaudry: The vanishing paths of African artefacts: Mapping the Parisian auction market for „primitive“ objects in the interwar period

7. Alexandre Girard-Muscagorry: Zing-Foumban-Paris, Tracing a Mumuye Mask from Nigeria to France

8. Silvie Memel-Kassi: The Illicit Circulation of Ivorian Collections: Challenges and Prospects

9. Julien Bondaz: Book Review of Zachary Kingdon, Ethnographic Collecting and African Agency in Early Colonial West Africa, 2019

10. Felicity Bodenstein: Book Review of Yaelle Biro

11. Maureen Murphy: Interview with Jean Roudillon

Die neue JAMS-Ausgabe „Africa: Trade, Traffic, Collections“ ist hier online abrufbar.

Kontakt

Dr.

Susanne Meyer-Abich

Kunstgeschichte der Moderne

s.meyer-abich@tu-berlin.de