Faszination Ausstellung

Alumna der TU Berlin Rosalina Babourkova entwickelt Ausstellungen, die sich mit Zukunftsfragen beschäftigen

„Eine gute Ausstellung bringt die Zuschauer*innen zum Staunen – sei es mit faszinierenden Objekten oder mit interaktiven Exponaten. Sie regt an zu reflektieren, mitzumachen und kritische Fragen zu stellen“, sagt TU-Alumna Dr. Rosalina Babourkova. Seit 2016 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Ausstellungsteam der Futurium gGmbH. Diese beherbergt nicht nur eine Ausstellung, sondern auch ein Labor zum Ausprobieren und ein Forum für den gemeinschaftlichen Dialog unter ihrem Dach mitten in Berlin. Das Futurium beschreibt sich selbst als Haus der Zukünfte und beschäftigt sich mit der Frage, wie wir leben wollen.

Wenn eine neue Ausstellung entsteht, ist Rosalina Babourkova in viele der hierfür notwendigen Entwicklungsschritte von der Recherche bis zur Umsetzung involviert: Sie ermittelt den aktuellen Forschungsstand zum Ausstellungsthema und seinen Unterthemen, befragt Expert*innen und sucht nach künstlerischen Exponaten. Danach kooperiert sie mit Gestalter*innen, um die Inhalte für die Ausstellung aufzubereiten. Wenn es an die Umsetzung geht, kümmert sie sich darum, dass Interviews geführt sowie Infografiken und Filme erstellt werden.

Dass Rosalina Babourkova eines Tages in der Museumsarbeit tätig sein würde, war zu Beginn ihrer akademischen Laufbahn noch nicht ersichtlich. Zunächst studierte sie Geografie und Umweltwissenschaften am University College London in Großbritannien, wo sie im Jahr 2016 auch promovierte.

„Ich wollte erst einmal weg aus Berlin und eine neue Stadt kennenlernen. Eine Freundin lebte damals bereits in London und überzeugte mich davon, dorthin zu ziehen.“ Nach ihrer Promotion kehrte Rosalina Babourkova nach Berlin zurück und fand durch den Tipp einer Freundin ihren Weg an die TU Berlin. Im Rahmen einer Projektstelle organisierte sie ein internationales Symposium zum Thema „Managing Urban Futures“ für Alumni des Masterstudiengangs Urban Management.

Auf das Futurium wurde sie während eines Spaziergangs aufmerksam, der sie am Bauzaun des damals entstehenden Gebäudes vorbeiführte. „Auf Plakaten standen lauter Fragen dazu, wie wir in Zukunft leben wollen würden. Und kurze Zeit später stieß ich auf die Ausschreibung meiner späteren Stelle.” Solche sind heiß begehrt. Absolvent*innen, die Interesse an einer ähnlichen Tätigkeit haben, rät Rosalina Babourkova, sich frühzeitig mit dem Thema Wissenschaftskommunikation auseinanderzusetzen und sich darauf vorzubereiten, ihre wissenschaftliche Arbeit kommunikativ aufzubereiten und in verständliche Sprache zu übersetzen.

„Ganz besonders gefällt mir an meiner Arbeit, dass sie so abwechslungsreich ist, ich kreativ sein kann und meine Ideen umsetzen kann. Am liebsten konzipiere ich interaktive Medienstationen. Das sind im Prinzip Spiele, in denen den Ausstellungsbesucher*innen, zum Beispiel über einen Berührbildschirm, eine Aufgabe gestellt wird oder sie aufgefordert werden, Entscheidungen zu treffen. Mithilfe solcher Stationen erhalten Ausstellungen einen partizipativen Charakter.“

Erst am 27. und 28. November 2021 hat das Futurium einen neuen Teil seiner Ausstellung eröffnet. Für diesen haben Rosalina Babourkova und ihre Kolleg*innen sich mit dem Thema Mobilität beschäftigt und sich unter anderem mit Verkehr und Klima, Migration und Grenzen sowie Bewegungen in der nicht menschlichen Natur auseinandergesetzt.

 Autorin: Juliane Wilhelm

Publikation

Der Artikel ist ursprünglich in der Dezemberausgabe der Hochschulzeitung „TU intern“ erschienen. Zur Gesamtausgabe (e-Paper)