Grafik 75 Jahre TU Berlin © Janine Rülicke

75 Jahre - die TU Berlin feiert Geburtstag

Zwei Filme bieten erhellende Rückblicke und verheißungsvolle Ausblicke

Am 9. April 1946 wurde in Berlin eine neue Hochschule gegründet: die Technische Universität Berlin. Die Neugründung verstand sich als demokratischer Neubeginn. 75 Jahre sind also zu feiern. Und da es Geburtstage nun einmal mit sich bringen – schauen wir zurück und nach vorn. Wir tun das mit zwei Filmen.

Der Film „Blick in die Zukunft" stellt sich der Frage, welche Universität die TU Berlin nach der Pandemie sein will – die alte wie vor der Pandemie oder eine neue, andere. TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen entwirft für Studierende und Beschäftigte Szenarien für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und mehr Lebensqualität. Ein Kongress offen für alle Studierenden und Beschäftigten im Juni dieses Jahres will Ideen sammeln, wie wir künftig arbeiten, forschen, lehren und studieren möchten. Nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben soll das neue Zukunftsbild entworfen werden. Ballast abwerfen, scheinbar unmögliches Denken und Machen – so wie die neue Dienstvereinbarung über mobiles Arbeiten.

Der Film „Campus der Gegensätze“ macht sich auf Spurensuche, wie der Neubeginn 1946 sich nicht nur in Forschung und Lehre zeigte, sondern auch seinen Ausdruck in der Architektur suchte. Wie sollte die neue Universität aussehen? Wie konnten Alt und Neu zueinander finden? Viele Motive und Ziele des „Wiederaufbaus“ sind uns heute fremd geworden und deshalb erklärungsbedürftig. Die Spurensuche beginnt am Siemens-Denkmal vor dem Mathematik-Gebäude, führt zur Südfassade des Hauptgebäudes vorbei am Institut für Bergbau und Hüttenwesen und schließlich hinauf aufs Dach des Hauptgebäudes zum Geodätenstand. Von dort geht es dann mit einem Drohnenflug hinab in den Lichthof, in dem schon Kaiser Wilhelm II., die englische Königin Elisabeth II. und Bundeskanzlerin Angela Merkel weilten.

Und auch der Regierende Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung Michael Müller lässt es sich nicht nehmen, der TU Berlin zu ihrem Jubiläum zu gratulieren.

Viel Spaß bei erhellenden Rückblicken, schönen Rundblicken und verheißungsvollen Ausblicken.

Grußbotschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin

Michael Müller gratuliert der TU Berlin zum 75. Geburtstag.

Film „Blick in die Zukunft“ mit Nadine Hadad und Christian Thomsen

Nadine Hadad und Christian Thomsen © Anna Groh

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Auf dem Dach der Universitätsbibliothek scheint die Zukunft der TU Berlin zum Greifen nahe. Hier oben sieht man emsiges Treiben auf der Baustelle unten. Stetig wachsen dort die Rohbauten zwei neuer Universitätsgebäude in die Höhe. Der Mathematik-Neubau und das Interdisziplinäre Zentrum für Modellierung und Simulation, kurz IMoS, werden den TU-Campus schon bald ergänzen.

Doch nicht nur Gebäude sollen von unten nach oben aus dem Campusboden sprießen. Ob Studieren, Forschen, Arbeiten: Auch die Ideen für eine TU-Zukunft nach der Pandemie sollen auf diese Art erwachsen.

Lassen auch Sie Ihren Blick schweifen und begleiten Sie den Präsidenten der TU Berlin Prof. Dr. Christian Thomsen und Alumna Nadine Hadad dabei, wie sie weitere Zukunftsspuren entdecken.

 

Film „Campus der Gegensätze“ mit Julia Meyer-Brehm und Hans-Dieter Nägelke

Julia Meyer-Brehm (links) und Hans-Dieter Nägelke © Romina Becker

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Die weiße Fassade der TU Berlin aus den 1960er-Jahren und die sie links und rechts rahmenden Seitenflügel, die ganz offenkundig aus einer viel früheren Zeit stammen, stehen für eine gelungene Verbindung von Alt und Neu. Oder wirkt die sogenannte Hochhausscheibe nicht doch eher so, als ob das Neue in das Alte hineingerammt wurde? Einen leicht triumphalen Gestus kaum verbergend? Sei es wie es sei: Das Antlitz des Hautgebäudes der TU Berlin wirft Fragen auf.

Dr. Hans-Dieter Nägelke, Leiter des Architekturmuseums der TU Berlin, und Julia Meyer-Brehm, Studentin der Kunstwissenschaft der TU Berlin, wissen, was es mit den Besonderheiten, Merkwürdigkeiten und Ver-Rücktheiten der Campus-Architektur auf sich hat: Treppen, die nicht geradewegs noch oben führen, Gebäude, die sich in Sichtachsen spreizen oder wie Ausrufezeichen in den Himmel ragen.

In einem zwanzigminütigen Spaziergang über den Campus, begleitet von einem Drohnenflug, erzählen sie kenntnisreich, kurzweilig und spannend, warum der Campus so aussieht, wie er aussieht – und was das mit der Gründung der TU Berlin am 9. April 1946 zu tun hat.

Julia Meyer-Brehm und Hans-Dieter Nägelke

Julia Meyer-Brehm studierte Kunstgeschichte im Bachelor an der FU Berlin und setzte ihr Masterstudium der Kunstwissenschaft an der TU Berlin fort. Seit 2018 arbeitet sie als Kulturjournalistin und schreibt unter anderem für „gallerytalk.net“, „Beige“ und „Monopol“. Nach mehreren Stationen im Berliner Galeriebetrieb konzentriert sie sich nun auf die redaktionelle Arbeit. Zusammen mit weiteren Kunstwissenschaftlerinnen gründete sie 2020 das Berliner Kollektiv „Ende der Kunstgeschichte", das sich der Suche nach einer zeitgemäßen Kunstgeschichte verschrieben hat.

Hans-Dieter Nägelke leitet seit 2003 das Architekturmuseum (vormals Plansammlung) der TU Berlin. Er studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Literaturwissenschaft an der Universität in Kiel. 1997 promovierte er zum Hochschulbau im deutschen Kaiserreich. Er ist Autor und Kurator zahlreicher Bücher, Publikationen und Ausstellungen, Sprecher der Föderation deutschsprachiger Architektursammlungen, Mitglied und wissenschaftlicher Beirat des Deutschen Werkbunds Berlin sowie Beauftragter des Präsidenten der TU Berlin für die Neue Bauakademie.