Technische Universität Berlin

Citizen Science - Forschen mit der Gesellschaft

Die transdisziplinäre Strategie der TU Berlin

Wir suchen nach Lösungen für große gesellschaftliche Herausforderungen – dazu wollen wir auf Augenhöhe mit unseren nichtakademischen Partner*innen arbeiten“, sagt die Vizepräsidentin der TU Berlin Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend.

„Wir wollen dazu unser Wissen in die Gesellschaft geben und zugleich außerwissenschaftliches Wissen in die Universität holen – so können wir Klimawandel, Urbanisierung oder Mobilität der Zukunft besser verstehen und gemeinsam lösungs- und anwendungsorientiert erforschen.“

Entwicklung unterschiedlicher Konzepte

Dafür hat das Team um Christine Ahrend, in deren Ressort als Vizepräsidentin die Themen Forschung, Berufungsstrategie und Transfer fallen, unterschiedliche Konzepte entwickelt. Durch das Pilotprojekt „Neue Urbane Agenda Berlin“ konnten transdisziplinäre Forschungsprojekte entwickelt werden, außerdem hat die TU Berlin für die Berlin University Alliance ein transdisziplinäres Arbeitsprogramm beigesteuert, und in Zukunft sollen vermehrt Reallabore zum Thema urbane Transformation entwickelt werden.

Ganz wichtig für diese Strategie sind transdisziplinäre Formate, die „TRAFOs“. Dazu zählen die Formate der TU-Dialog-Plattform, die seit 2018 mit TU-Forscher*innen und gesellschaftlichen Akteur*innen bereits mehrere Ideen-, Vernetzungs- und Methodenworkshops sowie eine Ideenkonferenz durchgeführt hat, um Forschungs- und Verbundideen zu entwickeln. Ein zweiter Pfeiler ist das Pre-Research-Forum, ein gemeinsames Format von FU Berlin, HU Berlin, TU Berlin und Charité – Universitätsmedizin Berlin, um Wissenschaft und außerwissenschaftliche Expertise zusammenzubringen. Ein drittes Beispiel sind die Transdisziplinären Trialoge, in denen sich Stakeholder aus Wissenschaft und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft speziell mit Stadtentwicklung beschäftigen, mit Themen wie Zuwanderung, Mobilität, Wachstum und Tourismus.

TU-Professor*innen engagieren sich im Transferbeirat

Beim Forschen mit der Gesellschaft werden auch Citizen-Science-Projekte immer wichtiger. In einem ersten Call hat Christine Ahrend die Förderung von Citizen-Science-Projekten angeregt. Vier davon sind mit einer ersten Finanzierung von 300 000 Euro im Herbst 2018 bereits gestartet. „Mit den Citizen-Science-Projekten verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz“, sagt die Biotechnologin Prof. Dr.-Ing. Vera Meyer, Fachgebiet Angewandte und Molekulare Mikrobiologie, die selbst das Projekt „Mind the Fungi!“ leitet. „Wir wollen einerseits Begeisterung für Wissenschaft wecken, den Menschen zeigen, wie Wissen entsteht, sie aber auch mit ihren Ideen und Erfahrungen teilhaben lassen. So nutzen wir quasi die Schwarmintelligenz zum Wohle aller.“ Vera Meyer ist im Transferbeirat tätig, den Christine Ahrend im Rahmen einer Auditierung des Stifterverbandes zum Thema Wissens- und Technologietransfer vor rund einem Jahr ins Leben rief. Hier engagieren sich TU-Professor*innen aller Fakultäten, um sich gegenseitig einen Überblick über ihre jeweiligen Transfer-Aktivitäten zu geben und zu prüfen, wie zusammen mit den Servicestellen der Universität die Transferstärke der TU Berlin ausgebaut werden kann. Dabei geht es um Aktivitäten in der Lehre, in der Förderung von Start-ups, um Austausch mit Gesellschaft, Zivilgesellschaft, politischen Entscheidungsträger*innen und mit der Industrie, um Patente und (Open-Access-)Publikationen. Dazu zählen auch Aktivitäten nach innen wie nach außen, die über die Lange Nacht der Wissenschaften, Girl’s und Boy’s Days hinaus weitere Zielgruppen erschließen, beispielsweise in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen.