Technische Universität Berlin
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Verzicht und Umbau der Wirtschaft

Klima-Ökonom der TU Berlin Ottmar Edenhofer mit Deutschem Umweltpreis ausgezeichnet

„Nur wenn wir gerechte politische Maßnahmen vorantreiben, können wir die Herausforderung Klimawandel bewältigen und ernsthafte Risiken für Sicherheit und Wohlstand der Menschen weltweit vermeiden“, ist Ottmar Edenhofer überzeugt. „Sowohl die Corona-Krise, die wir derzeit erleben, als auch die Klimakrise sind ein Resultat unserer Unfähigkeit, unsere globalen Gemeinschaftsgüter, unsere Atmosphäre und die biologische Vielfalt zu schützen.“

Der Professor für die Ökonomie des Klimawandels an der TU Berlin, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin, erhielt im September 2020 den diesjährigen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), den renommiertesten Preis seiner Art in Deutschland. Die Verleihung des mit 250 000 Euro dotierten Preises fand am 25. Oktober 2020 in Hannover statt.

Ottmar Edenhofer ist einer der weltweit einflussreichsten Pioniere der Ökonomie des Klimawandels. Insbesondere habe er die CO2-Bepreisung als marktwirtschaftliches Leitinstrument der deutschen Klimapolitik entscheidend vorangebracht, hob die DBU in der Begründung hervor. „Mit dieser wunderbaren Auszeichnung wird auch der sozialwissenschaftliche Ansatz zur Suche nach Wegen aus der Klimakrise anerkannt“, freut sich der Klima-Ökonom. In seiner Forschung beschäftigt sich Ottmar Edenhofer mit wirtschaftspolitischen Lösungen und nimmt dabei vor allem globale Gemeingüter in den Blick. Als Mitglied des Weltklimarats (IPCC) und Mitverfasser verschiedener IPCC-Berichte sowie Berater der deutschen Bundesregierung konnte er Teile des deutschen Klimapakets sowie internationale Klimaverhandlungen wie das UN-Klimaabkommen von Paris maßgeblich beeinflussen. Zu seinen Gesprächspartner*innen zählen hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Papst Franziskus und die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Präsident der TU Berlin Christian Thomsen gratuliert dem Ausgezeichneten

„Wir freuen uns für Ottmar Edenhofer und sind sehr froh, jemanden wie ihn an der TU Berlin zu haben“, sagt Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der TU Berlin. „Auf der Suche nach gerechten und ökonomisch sinnvollen Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels bringt er nicht nur wichtige Forschungsergebnisse in den wissenschaftlichen Diskurs ein, sondern setzt auch bedeutende Impulse in der nationalen und internationalen Klimapolitik.“ Mit Blick auf die weiteren Entwicklungen in puncto Klimaforschung ergänzt der TU-Präsident: „In Sachen Klima muss gehandelt werden, und die TU Berlin mit ihren vielen Fachgebieten im Forschungsspektrum ‚Klima‘ ist prädestiniert dafür. Sie muss sich aber Gehör verschaffen, insbesondere bei der Politik. So arbeiten wir derzeit, zusammen mit dem PIK und Ottmar Edenhofer sowie mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg, intensiv an der Etablierung eines neuen Forschungszentrums zum Klimawandel.“

Umbau zu einer emissionsfreien Wirtschaftsweise

Klima-Ökonom Edenhofer ist überzeugt: „Die COVID-19-Pandemie hat uns gezeigt, dass es möglich ist, auf vieles zu verzichten. Doch um unser Klima zu stabilisieren, benötigen wir weniger individuelle Änderungen des Verhaltens als vielmehr einen Umbau hin zu einer emissionsfreien Wirtschaftsweise.“

Der Text ist ursprünglich in der Oktoberausgabe der Hochschulzeitung TU intern erschienen.
Autorin: Patricia Pätzold