Sprachen spielend von zuhause lernen

ENHANCE startet virtuelle Sprach-Tandems

Mitglieder der TU Berlin können seit Ende Oktober mit Muttersprachler*innen Spanisch, Italienisch, Polnisch, Schwedisch, Norwegisch und Deutsch lernen und dabei ihre eigene Sprache weitergeben. Die europäische Hochschulallianz ENHANCE startete mit den Partneruniversitäten virtuelle Sprach-Tandems. 330 Teilnehmer*innen, darunter rund 40 von der TU Berlin, sind bereits registriert. Interessierte können sich auf der Webseite von ENHANCE anmelden, um Zugang auf die Webex-basierte Sprachplattform zu erhalten. Dort können sich Teilnehmer*innen kurz vorstellen und eine*n passende*n Tandempartner*in finden.

Organisator*innen erleichtern den Einstieg mit Verhaltensregeln und Tipps: Wie oft und wie lange sollen die Treffen erfolgen? Wie soll die Sprache gelernt werden, zum Beispiel im Gespräch zu aktuellen Themen oder durch Grammatikübungen? Wie erfolgt der Wechsel von der einen in die andere Sprache? Wie sollen Fehler korrigiert werden?

Die ENHANCE-Bibliothek stellt Lehr- und Lernmaterialien bereit. Zum Beispiel einen Fragebogen mit Vorschlägen, wie ein Film besprochen werden kann. Für Fortgeschrittene gibt es ein herausforderndes Tabu-Spiel auf Italienisch: Wie lässt sich „E-Mail“ erklären, ohne die Worte „elektronisch“, „Post“, „Nachricht“ und „Internet“ zu verwenden?

„Eine der Grundideen des ENHANCE-Projekts ist es, ein Modell für die Europäische Universität der Zukunft zu entwickeln. Die sieben Mitgliedsinstitutionen haben sich das Ziel gesetzt, enger zusammenzuwachsen“, erläutert Paul Forberger vom Referat Internationale Wissenschaftskooperationen an der TU Berlin. „Die Tandems bieten die Möglichkeit, die Sprachvielfalt der Allianz zu leben und zu vermitteln.“

Vorbild waren Tandembörsen, die es überall dort gibt, wo Menschen aus verschiedenen Sprachräumen aufeinandertreffen. „Da sich unsere Partneruniversitäten auf sechs Länder verteilen, lag eine digitale Lösung auf der Hand. Durch die Pandemie haben alle Erfahrungen mit digitalen Kommunikationswegen gemacht. Das kommt uns nun zugute.“

Ann-Miriam Dreyer von der TU Berlin ist eine der ersten Teilnehmer*innen. „Die Idee mit Tandems ist wirklich cool – ganz anders als die klassische Sprachschule oder noch ein weiterer Online-Kurs“, findet sie. Und Paul Forberger stellt in Aussicht: „Wir wollen die Anzahl der Tandempartner*innen erhöhen, damit eine lebendige Gemeinschaft entsteht und alle eine*n passende*n Tandempartner*in finden können.“

Autorin: Christina Camier

Weiterführende Informationen

Publikation

Der Artikel ist ursprünglich in der Dezemberausgabe der Hochschulzeitung „TU intern“ erschienen. Zur Gesamtausgabe (e-Paper)