Technische Universität Berlin
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Essen verbindet – oder trennt

Welcher Zusammenhang besteht zwischen sozialer Kohäsion und Ernährung?

Was wir essen, mit wem, ob eher "nebenbei", als Geschäftsessen oder als Teil eines Familienfests – Essen hat immer eine starke soziale Komponente.
Sozialer Zusammenhalt ist daher auch eng mit Ungleichheiten in Ernährungssystemen und ernährungsbezogenen Gesundheitsfragen verknüpft, unter anderem zum Beispiel durch un/gleichen Zugang zu sicheren, gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln, un/faire Arbeitsbedingungen, un/gleiche Ernährungsstile und Essen als Teil sozialer Identitäten.

Im Rahmen des Main Call Exploration Projects der Grand Challenge Initiative „Social Cohesion” der Berlin University Alliance wurden sechs Projekte ausgewählt. Das Projekt „Social cohesion, food and health. Inclusive food system transitions“ untersucht erstmals systematisch die Verbindung aus sozialem Zusammenhalt sowie Ernährungs- und Gesundheitsfragen. Dazu integriert das Projekt Perspektiven aus den Sozial- und Politikwissenschaften, der Ernährungs- und Innovationssystemforschung, der Lebensmitteltechnologie sowie den Medizin- und Ernährungswissenschaften.

Inklusive Ernährungsstrategien

In dem inter- und transdisziplinären Verbundprojekt widmet sich das Teilprojekt des Zentrums Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin insbesondere der Konzeption und Durchführung von Fallstudien-Analysen in engem Austausch mit diversen Akteur*innen aus der Praxis. „Mit kommunalen Ernährungsstrategien, dem Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten oder Konzepten solidarischer Landwirtschaft werden in Berlin-Brandenburg und anderen Regionen bereits zahlreiche innovative Ansätze in Richtung nachhaltigerer Ernährung und Landwirtschaft verfolgt. Wir wollen genauer hinschauen, wie inklusiv diese Ansätze bereits sind, wie gut es ihnen also gelingt, unterschiedliche Bevölkerungsgruppen einzubeziehen und neben mehr Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit auch den sozialen Zusammenhalt zu befördern“, erläutert Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZTG.

Dabei soll die Kooperation mit Partner*innen wie der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung (verantwortlich für die Berliner Ernährungsstrategie), dem zivilgesellschaftlichen Berliner Ernährungsrat, dem Cluster Ernährungswirtschaft der Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburgs, der Berliner Vernetzungsstelle Schulverpflegung und dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft zu konkreten Handlungsstrategien führen, die möglichst bereits während des Projekts erprobt werden.

Gesunde und zielgruppengerechte Lebensmittel

Mit der technischen Seite der Erzeugung sicherer und gesunder Lebensmittel mit hohem sensorischem Wert beschäftigt sich ein Teilprojekt, das von Prof. Dr.-Ing. Cornelia Rauh, Leiterin des Fachgebiets Lebensmittelbiotechnologie und Prozesstechnik an der TU Berlin, geleitet wird. Ziel ist es, eine produktschonende Lebensmittelkonservierung sowie die Herstellung von zielgruppengerechten Lebensmitteln voranzutreiben. „Klassischerweise werden Lebensmittel durch Hitze konserviert. Das verbraucht aber zum einen hohen Mengen an Energie und führt zum anderen zu einem Verlust von Nährstoffen oder sogar der Anreicherung von unerwünschten Nebenprodukten“, so Cornelia Rauh. „Wir entwickeln sogenannte „nichtthermische“ Prozesse der Lebensmittelkonservierung, wie zum Beispiel Hochdruckverarbeitung oder auch die Konservierung mit gepulsten elektrischen Feldern.

Dabei untersuchen wir, inwieweit diese ressourcensparend arbeiten, aber auch ob diese Verfahren in verschiedenen sozioökonomischen Umgebungen anwendbar sind.“Weitere Innovationen zielen in Richtung Lebensmittel, die zielgruppengerecht auf die Bedürfnisse spezifischer Konsumenten wie zum Beispiel Kinder, ältere Menschen oder Kranke angepasst wurden. Je nach Zielgruppe müssen solche Lebensmittel mit Ballaststoffen, Fettsäuren, Vitaminen oder auch Mineralstoffen angereichert werden, was zu besonderen technologischen Anforderungen führt.

Kontakt

Prof. Dr.

Cornelia Rauh

cornelia.rauh@tu-berlin.de

Prof. Dr. Dr.

Martina Schäfer

martina.schaefer@tu-berlin.de

Forschungsprojekte zum sozialen Zusammenhalt

Sozialen Zusammenhalt zu erhalten oder zu gestalten ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Sechs Forschungsprojekte werden im Main Call "Social Cohesion" der Grand Challenge Initiatives der Berlin University Alliance gefördert.