Technische Universität Berlin

Regeln für die Präsenzlehre an der TU Berlin

Universitätsbetrieb unter Pandemiebedingungen

Die aktuelle Entwicklung der Infektionszahlen in Berlin hat dazu geführt, dass sich die Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung sowie die Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP) am 20. Oktober 2020 darauf verständigt haben, die bisherigen Pläne bezüglich der Durchführung von Präsenzlehre im Wintersemestert 2020/2021 zu korrigieren und das Angebot weiter einzuschränken.

In Präsenz dürfen nur noch Prüfungen, Praxisformate, Einführungsveranstaltungen für Neuimmatrikulierte und die ausgewählten Veranstaltungen des ersten Fachsemesters der Bachelorstudiengänge stattfinden. Das bedeutet, dass die weiteren Präsenzveranstaltungen mit bis zu 25 Teilnehmer*innen, die vor einigen Wochen von Lehrenden beantragt wurden und die wir auch in die Hörsäle eingeplant hatten, nun doch nicht in Präsenz stattfinden können, sondern in einem digitalen Format umzusetzen sind.  

Bei der Durchführung der verbleibenden Präsenzveranstaltungen wie Vorlesung, Übung, Seminar, Projekt, Labor- oder Werkstattpraktikum, Exkursion, Geländeübung, etc. ist Folgendes zu beachten.

Hygienekonzept

Für alle Präsenzveranstaltungen muss ein Hygienekonzept existieren, das den aktuellen Hygieneregeln der TU Berlin entspricht. Die*der Dozentin*Dozent ist aufgefordert, zu Beginn der Lehrveranstaltung die Student*innen und beteiligten Beschäftigten in das jeweilige Hygienekonzept einzuweisen. Damit Student*innen bzw. Beschäftigte die Hygieneregeln verstehen, sind sie von der*dem Dozentin*Dozenten nachweislich zu unterweisen. Zusammen mit dem Hygienekonzept als Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen dient die Unterweisung auch als Dokumentation nach § 6 Arbeitsschutzgesetz. 

Zentral verwaltete Lehrräume werden mit Desinfektionsmitteln am Ein- und Ausgang versehen. Studierende sind aufgefordert, vor Beginn und nach Ende der Lehrveranstaltung den eigenen Sitzplatz zu reinigen. Bei Ihren eigenen Lehrräumen sind Sie für die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln verantwortlich. Desinfektionsmittel sind im Hygienelager erhältlich.

Mund-Nasenschutz

Grundsätzlich haben alle Teilnehmenden auch während der Veranstaltung am Platz einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Wer zuwiderhandelt, ist von der Veranstaltung auszuschließen. Lehrende können sich im Vorfeld einige Ersatz-Einmalmasken aus dem Hygienelager holen, um diese im Notfall an Student*innen auszugeben. Wer aus medizinischen Gründen keine Schutzmaske tragen kann, muss auf alternative Online-Angebote zurückgreifen. Auch Sie als Lehrende sind verpflichtet, einen Mund-Nasenschutz zu tragen.

Lüften

Alle Empfehlungen zur Infektionseindämmung legen großen Wert auf ausreichendes Lüften. Die Hörsäle, die für Präsenzlehrveranstaltungen vorgesehen sind, verfügen alle über eine automatische Lüftung mit der geforderten vierfachen Luftumwälzung pro Stunde. Lehrräume, die nicht über eine automatisierte Lüftung verfügen, müssen alle 15 Minuten manuell gelüftet werden, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Ideal ist ein Querlüften über gegenüberliegende Fenster, falls gegeben. Bitte denken Sie an diese wichtige Maßnahme.

Nachverfolgung

Zum Zweck der Infektionsnachverfolgung müssen für alle an der  Veranstaltung Teilnehmenden die für die Kontaktnachverfolgung erforderlichen Daten (Name, Telefonnummer sowie E-Mail-Adresse oder postalische Adresse) sowie wenn möglich die Tisch- bzw. Platznummer erhoben werden. Bei den Lehrveranstaltungen, die in zentral verwalteten Lehrräumen stattfinden, registrieren sich die Student*innen über Moseskonto einmalig und scannen in der Veranstaltung den QR-Code ihres Platzes mit dem Smartphone. Student*innen, die über kein Gerät verfügen, das den QR-Code auswerten kann, können an der Präsenzveranstaltung nicht teilnehmen und sind auf das alternative Online-Angebot zu verweisen. Bei dezentral organisierten Lehrveranstaltungen (z.B. Laborpraktika) sind die Fachgebiete für die Erhebung der Daten verantwortlich, die vier Wochen vorgehalten werden müssen.

Infektionsfall

Wird Ihnen ein Infektionsfall bei einer*einem Ihrer Student*innen bekannt, so melden Sie den Fall an coronafall(at)tu-berlin.de. Für die weitere Infektionsnachverfolgung koordinieren wir zusammen mit Ihnen, dass die Teilnehmer*innenliste an das Gesundheitsamt übersandt werden. Student*innen, die Symptome aufweisen, die auf eine mögliche COVID-19-Infektion hindeuten, sollen zu Hause bleiben und die Situation medizinisch abklären lassen. Sollten Student*innen während der Lehrveranstaltung Symptome entwickeln, sollten sich diese Personen unverzüglich nach Hause begeben und ebenfalls ärztliche Beratung suchen.

Weitere Details Infektionskettenmanagement der TU Berlin

Verschärfung der Pandemiesituation

Sollte sich die Situation weiter verschärfen, könnte es sein, dass die TU Berlin in die Stufe 3 des Stufenplans übergehen muss, was dem Präsenznotbetrieb aus dem Frühjahr entspricht und bedeutet, dass Präsenzveranstaltungen eingestellt werden müssen. Insofern sollten Sie sich mit einem „Plan B“ befassen. Bitte überlegen Sie, ob Sie Ihre Veranstaltung dann auf ein Online-Format umstellen oder unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgreifen oder ggf. ganz ausfallen lassen. Dies hängt natürlich von der Art der Veranstaltung und auch dem Zeitpunkt ab, zu dem der Notbetrieb einsetzt. Die Entscheidung darüber liegt bei Ihnen, aber natürlich sollte ein „Ausfallen“ der Lehrveranstaltung vermieden werden. Ebenso sollten Sie an die Situation denken, dass unter den Teilnehmenden ein Infektionsfall aufgetreten ist und das Gesundheitsamt für einige oder alle Teilnehmenden eine Quarantäne angeordnet hat.

Alternatives Online-Angebot

Studienbewerber*innen, die nicht vor Ort sein können (laut einer Umfrage sind dies rund 10 Prozent), hat die TU Berlin versprochen, sich auch bei Präsenzveranstaltungen (außer Praxisformate und Prüfungen) zu bemühen, eine Online-Teilnahme zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für Vorlesungen und Tutorien. Präsenzvorlesungen sollten daher aufgezeichnet und über ISIS verfügbar gemacht werden. Falls Ihr Hörsaal über die entsprechende Technik verfügt (Hörsäle H0104, H0105, H0107, H0110 und EW201), kann auch ein Livestream übertragen werden. Für Beratung zur Nutzung der Hörsaaltechnik ist das Audiovisuelle Zentrum (AVZ) zuständig. Wollen Sie in anderen Lehrräumen die Veranstaltung aufzeichnen, wenden Sie sich bitte an InnoCampus. Im Falle von in Präsenz stattfindenden Tutorien bitte ich Sie, einen der Tutoriumstermine online anzubieten.

Regelung für Weihnachten/Neujahr

Im Hinblick auf Feiern im Familien- und Freundeskreis zu Weihnachten und Neujahr und die damit verbundenen Infektionsgefahren wird die zweiwöchige Pause vom 21. Dezember 2020 bis zum 3. Januar 2021 für Präsenzveranstaltungen ausgedehnt. Vom 14. bis zum 23. Dezember 2020 sind lediglich Praxisformate und Präsenzprüfungen erlaubt. In der Woche vom 4. bis zum 8. Januar 2021 finden überhaupt keine Präsenzveranstaltungen statt.

Weitergehende Regelungen für Praxisformate

Praxisformate in der Lehre:

  • Laborpraktika
  • Werkstattpraktika
  • Geländeübungen
  • Exkursionen

Diese sind grundsätzlich genehmigungspflichtig. Die Genehmigung erteilt der*die Fachgebietsleiter*in, in dessen Bereich die Veranstaltungen durchgeführt werden und der*die ohnehin die arbeits- und gesundheitsschutzrechtliche Verantwortung trägt bzw. für Exkursionen in Stufe 2 der Vizepräsident für Lehre, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Die Fachgebiete werden gebeten, Praxisformate bei ihrer jeweiligen Fakultätsverwaltung anzuzeigen. Bei der Nutzung zentral verwalteter TU-Räume ist eine entsprechende rechtzeitige Buchung über InnoCampus vorzunehmen. Veranstaltungen mit mehr als 20 Teilnehmer*innen sollen in digitaler Form stattfinden. Ausnahmen können auf Antrag vom Krisenstab genehmigt werden.

Grundlage für die Durchführung von Praxisformaten sind die Hygieneregeln der TU Berlin. Ein Hygienekonzept muss pro Praxisformat durch die*den Dozentin*Dozenten aufgestellt werden. Das jeweilige Hygienekonzept ist auf Verlangen vorzulegen. Als Muster kann das Hygienekonzept, das die Stabsstelle Sicherheitstechnische Dienste und Umwelt zur Verfügung gestellt hat, verwendet werden.

Praxisformate mit kleinen Mindestabständen: Bei Laborpraktika, bei denen zeitweise der Mindestabstand unterschritten werden muss (Gerätebedienung etc.), können sich Lehrende zu ihrem Schutz im Vorfeld im Hygienelager FF2 (CPA)-Masken abholen.

Bei Lehrveranstaltungen/Exkursionen außerhalb der TU Berlin sind auch Anreise und Unterbringung der Teilnehmer*innen in das Hygienekonzept einzubeziehen. Die erlaubte Teilnehmer*innenzahl für Exkursionen wird im Stufenplan der TU Berlin geregelt. In Stufe 1 beträgt sie 20, in Stufe 2 beträgt sie 10. In Stufe 3 sind Exkursionen nicht mehr erlaubt.

Insbesondere sind die Regelungen für Dienstreisen zu beachten, nach denen Reisen in Gebiete, die vom RKI oder vom Auswärtigen Amt als Risikogebiete eingestuft sind bzw. für die eine Reisewarnung ausgesprochen wurde, weiterhin nicht zugelassen sind.

Dies gilt auch für innerdeutsche Destinationen außerhalb Berlins mit einer 7-Tage-Inzidenz über 50 pro 100.000 Einwohner.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß, Vizepräsident für Lehre, Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Stand: 21. Oktober 2020