Technikgeschichte

Publikationen

Auf dieser Seite können Sie sich einen Überblick über die Publikationen des Fachgebiets Technikgeschichte verschaffen.

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Monographien und Herausgeberschaften

Reparieren. Warten. Improvisieren. Technikgeschichten des Unfertigen.

Heike Weber, Astrid Venn, Jörg Rüsewald, Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin
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Rasant wechselnde Produktgenerationen, kurzlebige Moden und der Kult des Neuen prägen die Technikwelt der Massenkonsumgesellschaft und verstellen den Blick dafür, dass Reparieren, Warten und Improvisieren essentielle Praktiken technisierter Gesellschaften sind. Höchste Zeit, das zu ändern, findet das Deutsche Technikmuseum und taucht in diesem Buch in die facettenreiche Welt des Reparierens, Wartens und Improvisierens ein. Anhand 22 ausgesuchter Beispiele beleuchtet es die Instandhaltung von Alltagsobjekten, den Wandel des Reparierens in Handwerk, Gewerbe und Industrie, die essentielle Rolle des Wartens und Reparierens technischer Infrastrukturen sowie die soziale und ökologische Bedeutung von Reparaturpraktiken in unserer Gesellschaft. Die Essays machen sichtbar: Reparieren und Instandhaltung waren und sind allgegenwärtig. Und sie haben das Potential, unsere Zukunft nachhaltiger zu gestalten.

Heike Weber, Astrid Venn, Jörg Rüsewald, Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (Hg.): Reparieren. Warten. Improvisieren. Technikgeschichten des Unfertigen. Berlin 2023.

Bald auch als Print-Exemplar im Shop des Deutschen Technikmuseums erhältlich!

Pflegen, Flicken, Re-Arrangieren. Praktiken des Erhaltens und Umarbeitens von Technik.

Heike Weber
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Dinge und Technik vorsorgend zu warten und zu pfl egen, sie nachsorgend wieder in Stand zu setzen, sie im Laufe der Zeit zu modifi zieren oder für eine andere Verwendung zu re-arrangieren: Solche Praktiken werden oft als lästiges Übel und Notbehelf abgetan. Wo Flicken und Umarbeiten für den Fall der Vormoderne als an Knappheitsbedingungen angepasste Handlungen gelesen werden, fügen sie sich nicht so recht in das innovationsfi xierte Narrativ der westlichen, „modernen“ Technikentwicklung ein. Das Themenheft bürstet diese Perspektive gegen den Strich und interpretiert das Pfl egen, Flicken und Re-Arrangieren von Technik als Praktiken der Ermöglichung: Sie stellen essen zielle Handlungen dar, die den langen Gebrauch und die Umnutzung von Technik ermöglichen, wirken dem tendenziellen Verschleiß und Altern von Technik entgegen, sind von handwerklichem Können und kreativem Tüf-teln geprägt, zeugen von technischem Verständnis und haben das Potenzial, innovative Konstruktionen und neues Technikwissen zu erzeugen.

Heike Weber (Hg.): Pflegen, Flicken, Re-Arrangieren. Praktiken des Erhaltens und Umarbeitens von Technik. Themenheft, Technikgeschichte 90 (2).

Hydroelektrische Projektionen. Eine Emotionsgeschichte der Wasserkraft im Industriefilm.

Fabian Zimmer
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Um den Ausbau erneuerbarer Energien wird heute mehr denn je gerungen. Doch schon Mitte des 20. Jahrhunderts sorgten massive Investitionen in den Bau von Wasserkraftwerken für Konflikte: Der Vision vom unerschöpflichen, sauberen Strom standen Sorgen um die Zerstörung von Natur und Landschaft sowie die Kritik an mangelnder Beteiligung der betroffenen Bevölkerung gegenüber.

Der Historiker Fabian Zimmer untersucht diese öffentlichen Auseinandersetzungen der 1950er-Jahre ausgehend von Industriefilmen und weiteren PR-Materialien dreier exemplarischer Wasserkraftunternehmen: der Bayerischen Wasserkraftwerke AG in Deutschland, Vattenfall in Schweden und Electricité de France in Frankreich. Der Autor analysiert, wie die Unternehmen Filme einsetzten, um die Emotionen der Öffentlichkeit gegenüber dem Wasserkraftausbau zu managen. Er arbeitet die Narrative und Rechtfertigungsstrategien der Unternehmens-PR heraus, bindet sie in die breiteren Debattenkontexte ein und kann so zeigen, wie sich in den 1950er-Jahren der Umgang mit Emotionen in öffentlichen Auseinandersetzungen um Energieinfrastrukturen wandelte.

Fabian Zimmer: Hydroelektrische Projektionen. Eine Emotionsgeschichte der Wasserkraft im Industriefilm (Deutsches Museum. Abhandlungen und Berichte - Neue Folge 36), Göttingen 2022.

Rethinking Waste within Business History. A Transnational Perspective on Waste Recycling in World War II.

Chad Denton und Heike Weber
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Waste and its reuse have constituted an important field of economic activity for most of human history, including modern times. While the collected articles of this special issue exemplify the significance that waste salvage had in mobilising resources in Europe, Asia, and North America in World War II, this introduction situates these cases in a long-term perspective. It explores the continuities and ruptures inside the structures, markets, and actors of the salvage business from late nineteenth century waste reclamation, including the sanitary era of municipal waste disposal, to the more recent era of ‘green’ recycling. It argues that we need to rethink waste’s role within business history by delineating four basic characteristics of the waste business: the moral economies that govern wasting and reusing; the informality of the trade and its operations; the trans-sectorality of the waste streams; and the reverse logistics of the waste salvage trade.

Open Access:

Chad Denton und Heike Weber: Rethinking Waste within Business History: A Transnational Perspective on Waste Recycling in World War II. Special Issue, Business History (Open-Access und Print, H. 5, 2022)

Technik - Innovation - Sicherheit. Der VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik als Expertennetzwerk in gesellschaftlicher Verantwortung 1893 bis 2018

F. Dittmann, G. Luxbacher, N. Gilson, P. Döring
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Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. ist heute eine der größten Technologie-Organisationen Europas, die – auch weltweit – vor allem durch seine Normungsarbeit bekannt wurde. Gegründet 1893 musste der Verband sich den Herausforderungen in den verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte stellen, vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus und die unmittelbare Nachkriegszeit bis zu den Jahren des Wirtschaftswunders, den gesellschaftlichen Veränderungen der 1960er-Jahre, der zunehmenden Integration Deutschlands in die Europäische Union und der Wiedervereinigung. Dabei waren seine Entscheidungen keineswegs immer unumstritten.

Vier ausgewiesene Technikhistoriker gehen hier erstmalig anhand eines umfangreichen Quellenstudiums der Geschichte des VDE nach und nehmen dabei Personen und Verbandsstrukturen sowie deren Veränderungen und Anpassungen während der vergangenen 125 Jahre in den Blick.

F. Dittmann, G. Luxbacher, N. Gilson, P. Döring: Technik - Innovation - Sicherheit. Der VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik als Expertennetzwerk in gesellschaftlicher Verantwortung 1893 bis 2018, Offenbach 2021

Technik- und Umweltgeschichte als Usable Pasts: Potenziale und Risiken einer angewandten Geschichtswissenschaft (Diskussionsforum)

Timothy Moss, Heike Weber (Gasthrsg.)
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Dieses Diskussionsforum baut auf zwei vorhergehenden Veranstaltungen auf: einem Roundtable Lernen aus der Geschichte? Potentiale und Herausforderungen auf der Jahrestagung des Interdisziplinären Gremiums Technikgeschichte des VDI (2021) und der Online-Vortragsreihe „Usable Pasts – Insights from environmental history and the history of technology for todayʼs challenges“, die Christoph Bernhardt, Timothy Moss, Julia Obertreis und Heike Weber zusammen mit Astrid M. Kirchhof und Jan-Henrik Meyer innerhalb des Berlin-Brandenburger Colloquiums für Umweltgeschichte im Frühjahr 2021 organisierten.

Abgestimmt auf den Adressatenkreis der Zeitschrift TECHNIKGESCHICHTE diskutieren die hier  zusammengestellten Positionierungen, welche Rolle eine für Umweltfragen sensibilisierte, problemorientierte Technikgeschichte als angewandte Geschichtswissenschaft haben könnte.

Open access: Einleitung

Timothy Moss, Heike Weber (Gasthrsg.): Technik- und Umweltgeschichte als Usable Pasts: Potenziale und Risiken einer angewandten Geschichtswissenschaft (Diskussionsforum). In: Technikgeschichte 88, 2021, H. 4, S. 367-414

The Persistence of Technology. Histories of Repair, Reuse and Disposal.

Stefan Krebs und Heike Weber (Hg.)
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Repair, reuse and disposal are closely interlinked phenomena related to the lives and persistence of technologies. When technical artefacts become old and outworn, decisions have to be taken: is it necessary, worthwhile or even possible to maintain and repair or to reuse or dismantle them – or must one dispose of them? These decisions depend on factors such as the availability of second-hand markets, repair infrastructures and dismantling or disposal facilities.

Telling the stories of, among others, China's power grid, Colombian roads, American telephones, German automobiles and India's ship breaking business, the contributions in this volume stress the long lives of technologies and show that maintenance and repair are not obsolete in modern industries and consumer societies.

Open Access:

Stefan Krebs und Heike Weber (Hg.): The Persistence of Technology. Histories of Repair, Reuse and Disposal, 2021

Warmes Wasser – Weiße Ware. Energiewende im Badezimmer 1880-1939

Nina Lorkowski
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Die Arbeit untersucht den Wandel der Energienutzung im Privathaushalt am Beispiel der Körperpflege in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen dabei Geräte zur Warmwasserbereitung, die als Bestandteil komplexer Ordnungen wie Wohnen und Energieversorgung untersucht werden. Die Autorin nimmt dabei einen Zeitraum in den Blick, als in Deutschland weder Badezimmer noch moderne Geräte zur Warmwasserbereitung bereits massenhaft im Haushalt Verbreitung gefunden hatten. Dort wurden Anwendungsmöglichkeiten für den privaten Haushalt diskutiert und ausprobiert. Auch flossen die ersten Erfahrungen von Nutzern in die Entwicklung von Geräten oder Konzepten für den Massenwohnungsbau ein.

Durch die Einbeziehung von Egodokumenten und weiteren Hinweisen auf die Aneignung der Geräte im Privathaushalt kann die Weiterentwicklung insbesondere der elektrischen Warmwassergeräte als Aushandlungsprozess zwischen Herstellern, Energieversorgungsunternehmen und Nutzern beschrieben werden.

Nina Lorkowski: Warmes Wasser – Weiße Ware. Energiewende im Badezimmer 1880-1939, 2021

Provokationen der Technikgeschichte. Zum Reflexionszwang historischer Forschung.

Martina Heßler und Heike Weber
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Technisierungsprozesse verändern derzeit die Lebenswelt in einer Weise, wie es zuvor nur der Industrialisierung attestiert wurde. Diese Herausforderungen der Gegenwart provozieren die historische Technikforschung, neue und große Fragen zu stellen.

Im Sinne einer gegenwartsorientierten Geschichtsschreibung kann Technikgeschichte nur dann zu aktuellen Debatten beitragen, wenn sie sich dem Zwang zur kritischen Reflexion stellt und neue Konzepte, Herangehensweisen und Untersuchungsfelder entwickelt. Der Band macht daher Vorschläge zur Erforschung von Digitalisierungs- und Globalisierungsprozessen sowie zur Reflexion des Menschseins in einer technisierten Welt. Weiter nimmt der Band zur Ausrufung des Anthropozäns und zur Problematik der unterschiedlichen Temporalitäten von Technik Stellung.

Martina Heßler und Heike Weber: Provokationen der Technikgeschichte. Zum Reflexionszwang historischer Forschung, 2019

Durchleuchten und Durchschallen. Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung von 1933-2018

Günther Luxbacher
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Seit Urzeiten prüften Menschen die von ihnen verwendeten Roh- und Werkstoffe in zerstörender sowie in nicht zerstörender Weise. Aber erst mit der Industrialisierung im 19. und frühen 20. Jahrhundert stiegen diese beiden Zweige der Materialprüfung und Werkstofftechnik zu eigenständigen technikwissenschaftlichen Disziplinen auf. Mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen und der Weiterentwicklung brauchbarer Röntgenröhren erhielt die Zerstörungsfreie Prüfung im frühen 20. Jahrhundert eine industrielle Basis.

Im vorliegenden Buch werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die wichtigsten Verfahren geschildert, mit denen Prüfingenieure im 19. und 20. Jahrhundert zu tun hatten. Außerdem wird beschrieben, wie sich diese Techniker im weltweit ersten technisch-wissenschaftlichen Verein organisierten: Der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung DGZfP.

Günther Luxbacher: Durchleuchten und Durchschallen. Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung von 1933-2018, 2019

Viele Wenige machen ein Viel

Christian Zumbrägel
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Die Wassermühle mit Wasserrad ist heute noch vom Mythos einer vorindustriellen Form der Energiegewinnung umsponnen. Tatsächlich jedoch blieben diese „alten“ Antriebstechniken an vielen Bächen mindestens bis in die Zwischenkriegszeit der wichtigste Kraftspender. Diese „old technologies“ (David Edgerton) der Wasserkrafttechnik wurden mit der Verwissenschaftlichung im Turbinenbau und der Elektrifizierung nicht obsolet.

An vielen Wasserläufen in den südwestfälischen Mittelgebirgen lagen Einsatzbedingungen vor, die den Betreibern kleiner Hammerwerke oder Drahtrollen noch lange aus praktischen Gründen die Beibehaltung ihrer „alten“ Wasserräder nahelegten. Diese Technik-, Umwelt- und Wissensgeschichte der Kleinwasserkraft fragt nicht wie oft üblich nach dem Neuigkeitsgrad des technischen Wandels, sondern nach der Beständigkeit des Alten und Traditionellen.

Christian Zumbrägel: Viele Wenige machen ein Viel, 2018

Kulturen des Reparierens. Dinge – Wissen – Praktiken

Stefan Krebs, Gabriele Schabacher und Heike Weber (Hg.)
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Reparieren und Instandhalten sind ökonomisch wie kulturell zentrale Praktiken im »Leben« technischer Dinge und Infrastrukturen.

Der Band rückt diese bislang wenig untersuchten Tätigkeiten in den Vordergrund und fragt nach den Wissensformen der unterschiedlichen Kulturen des Reparierens. Die Expertisen und politischen Ambitionen menschlicher Akteure finden dabei ebenso Berücksichtigung wie die Eigendynamik der Dinge. Die Beiträge untersuchen Praktiken wie die Uhr- oder Computerreparatur sowie Räume wie die Wohnung und das Krankenhaus, das Repair Café und die Stadt des Globalen Südens.

Nicht zuletzt geht es um die Frage, inwiefern Reparieren und reparaturfreundliches Design zu mehr Nachhaltigkeit beitragen können.

Open Access:

Stefan Krebs, Gabriele Schabacher und Heike Weber (Hg.): Kulturen des Reparierens. Dinge – Wissen – Praktiken, 2018

Driving Modernity. Technology, Experts, Politics, and Fascist Motorways, 1922-1943

Massimo Moraglio
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On March 26th, 1923, in a formal ceremony, construction of the Milan–Alpine Lakes autostrada officially began, the preliminary step toward what would become the first European motorway. That Benito Mussolini himself participated in the festivities indicates just how important the project was to Italian Fascism.

Driving Modernity recounts the twisting fortunes of the autostrada, which—alongside railways, aviation, and other forms of mobility—Italian authorities hoped would spread an ideology of technological nationalism. It explains how Italy ultimately failed to realize its mammoth infrastructural vision, addressing the political and social conditions that made a coherent plan of development impossible.

Open Access:

Massimo Moraglio: Driving Modernity. Technology, Experts, Politics, and Fascist Motorways, 1922-1943, 2017

German Steam Lokomotives in China Production and operation of German steam locomotives in China from 1892 until 1985

Dirk Forschner und Lie Sun
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“German Steam Locomotives in China” - in Chinese and English - offers not only a complete statistic about all in Germany manufactured locomotives between 1992 and 1955 exported to China; furthermore it presents a survey of the technical adaptations , carried out during the operation period of the locomotives. Germany in total manufactured more than 550 locomotives for the various railway companies in China, the first locomotive by Herschel &Sohn in Kassel in 1892 and the last by Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg, the successor of Orenstein & Koppel in 1955. Within presenting the life of the engines in China, there are rare stories to tell, like the Krupp “Santa Fe” type locomotives, manufactured for the Lunghai Rly and ending up in the Iran, working on the Trans Iran Rly up to the 1960ies.

Rare historic photographs and manufacturing statistics give detailed information on the history of technology of Chinese railways and German Locomotive export.

Dirk Forschner und Lie Sun: German Steam Lokomotives in China Production and operation of German steam locomotives in China from 1892 until 1985, 2017

DIN von 1917 bis 2017. Normung zwischen Konsens und Konkurrenz im Interesse der technisch-wirtschaftlichen Entwicklung

Günther Luxbacher
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Ob Schrauben, Stecker oder Software: DIN-Normen bestimmten seit hundert Jahren die Welt von Gewerbe, Industrie, Handel und Dienstleistung. Das Zeichen DIN bürgt für sichere, vergleichbare, verlässliche und kompatible Produkte. Unabhängige Studien besagen, dass Normen allein für Deutschland einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen zwischen 15 und 20 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften und wachstumsstabilisierend wirken.Genormt wurde bereits im 19. Jahrhundert innerhalb der Produktionsstätten (Werksnorm) sowie überbetrieblich auf der Ebene von Wirtschaftsverbänden (Verbandsnorm) und Branchen (Branchennorm). Darauf aufbauend begann das Deutsche Institut für Normung (damals noch Deutscher Normenausschuss) 1917 mit der Erarbeitung von Normen.Die historische Studie schildert die schwierigen Anfänge des DIN, das sich als eingetragener Verein jahrzehntelang gegen gesellschaftliche Widerstände und zahlreiche Konkurrenten durchsetzen musste.

In der Phase des Nationalsozialismus balancierte das Institut zwischen den Zwängen von Rassen- und Kriegswirtschaft und der Aufrechterhaltung industrieller Selbstverwaltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte das DIN den einzigen technisch-wissenschaftlichen Verein dar, der in allen vier Besatzungszonen aktiv werden durfte. Ein bis heute durchgehaltener Modernisierungskurs machte aus einem der ersten europäischen Normeninstitute einen Eckpfeiler deutschen Wirtschaftswachstums und das erfolgreichste Normeninstitut weltweit.

Günther Luxbacher: DIN von 1917 bis 2017. Normung zwischen Konsens und Konkurrenz im Interesse der technisch-wirtschaftlichen Entwicklung, 2017

Geschichte der elektrischen Beleuchtung

Frank Dittmann und Günther Luxbacher (Hg.)
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Elektrifizierung und Elektrotechnik waren die Grundvoraussetzungen für die moderne Nutzung von elektrischem Licht. Umgekehrt bot die elektrische Beleuchtung ein ausgesprochen populäres Medium zur Erweiterung des Wirkungskreises des großtechnischen Systems von Stromnetz und Elektroindustrie.

Elektrisches Licht wurde und wird als quasi sichtbar gemachte Elektrizität empfunden. Seine Wirtschaftlichkeit, Distributionsfähigkeit, Sicherheit, Reichweite, aber auch seine visuelle Vielfalt und Modulierbarkeit machte es zu einem praktisch brauchbaren aber auch kulturell und ästhetisch wirksamen Medium des Zeitgeistes. Dabei lösten einander Lampen- und Leuchtenarten nicht ab, sondern ergänzten sich vielmehr in unterschiedlichen technischen Kombinationen und Einsatzfeldern. Die technische Entwicklung von Bogenlampen, Glühlampen, Leuchtstofflampen, Gasentladungslampen bis hin zu den neuen LEDs ist ebenso Thema dieses Buches, wie deren Wechselbeziehung mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilsystemen.

Die zweckbezogene Zurichtung von grundlegenden Beleuchtungstechniken in Verbindung mit der spezifischen Kultur dieser Teilsysteme brachte die wissenschaftliche Disziplin der Lichttechnik hervor. Diese Konstellation stieß die Entwicklung von Produkten wie Scheinwerfern, Taschenlampen, Leselampen, Schwarzlicht, Suchlicht und Flutlicht an. Gleichzeitig generierte sie Begriffe wie Festbeleuchtung, Konturenbeleuchtung, Lichtwerbung, Lichtkunst aber auch Verdunkelung oder Lichtverschmutzung.

Frank Dittmann und Günther Luxbacher (Hg.): Geschichte der elektrischen Beleuchtung, 2017

Peripheral Flows, A Historical Perspective on Mobilities between Cores and Fringes.

Simone Fari und Massimo Moraglio
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The main purpose of the eleven contributions to this volume is to reconsider and re-assess the role of cores and peripheries in shaping modern socio-technical systems. From this perspective they explore a terrain of highly complex systems mainly operating on the so-called Western model: Railways, telegraphs, motor vehicles and airports were, in fact, all born in classic cores areas in the West and then spread out into the peripheries.

The approach in itself is not new, but this volume has managed to bring out interestingly innovative elements and viewpoints. The contributors are not content with the traditional definitions of peripheries and flows, but tend to put them to the test, revise them and eventually offer critiques. The result is a tempering of the monolithic and traditional concept of a one-way transfer.

No longer, therefore, a simple and linear act of adoption, but a recourse to adaptation – changes in meaning, use and perception. The volume is a starting point for future explorations on the subject of science and technology studies and takes part in a wider discussion of globalisation, global and transnational history.

Simone Fari und Massimo Moraglio: Peripheral Flows, A Historical Perspective on Mobilities between Cores and Fringes, Newcastle upon Tyne, 2016

Fair für alle! Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur „bio“

Sonja Eismann und Nina Lorkowski
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Wir tragen Klamotten, die in weit entfernten Ländern produziert werden. Entsorgen unseren Müll auf Deponien, die nicht mal auf unserem Kontinent liegen. Greifen in Konflikte ein, die irgendwo auf der Welt stattfinden

Wie hängt all das zusammen und welche Rolle spielt dabei unser eigenes Handeln? Nur wenn wir diese Zusammenhänge verstehen, können wir Nachhaltigkeit als etwas begreifen, das mehr ist als das Bio-Label im Supermarkt.

Sonja Eismann und Nina Lorkowski: Fair für alle! Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur „bio“, 2016