Technische Universität Berlin
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Shazam für die Schiene

Die Studenten Thomas Nguyen und Moritz Wühr gewinnen mit einer Idee zur vereinfachten Fehlererkennung auf Schienen und Oberleitungen bei einem internationalen Eisenbahn-Wettbewerb

Um kleine Schäden an der Schiene oder der Oberleitung von Eisenbahnen frühzeitig zu erkennen und damit letztendlich größere und gefährlichere Schäden zu vermeiden, haben die TU-Studenten Thomas Nguyen und Moritz Wühr ein schlaues Konzept erstellt. Ihre Idee: eine Technik, mit der sich Schiene und Oberleitung abhören lassen und die das normale Fahrgeräusch von einem gestörten Fahrgeräusch unterscheidet. Diese Idee haben sie beim internationalen Eisenbahnwettbewerb „Rail Innovation Challenge 2nd edition“ vorgestellt. Mit Erfolg: Sie konnten sich gegen eine große Konkurrenz durchsetzen und gingen bei dem Studierendenwettbewerb als Sieger hervor. Insgesamt hatten sich 161 Teams aus 99 Universitäten beworben. Es war Aufgabe des Wettbewerbs, der von der französischen Eisenbahnorganisation „Fer de France“ ausgelobt wird, innovative Ideen für die Schienenfahrzeugbranche zu konzipieren.

Dellen, Rillen oder kleine Risse - der Zustand von Schiene und Oberleitung lässt sich nur mit großem Aufwand kontrollieren und oftmals werden Störungen oder Beschädigungen spät erkannt, was die Reparatur-Kosten in die Höhe treibt. Um hier Abhilfe zu schaffen, schlagen Thomas Nguyen und Moritz Wühr, die beide Verkehrswesen an der TU Berlin studieren, eine Technik vor, die so ähnlich wie die Musik-Erkennungs-App Shazam funktioniert: Aufgenommene Audiosequenzen werden analysiert und mit entsprechenden Informationen aus einer Datenbank abgeglichen. Was für Musik funktioniert, sollte auch auf der Schiene möglich sein, dachten sich die beiden Studenten.

Ihre Technik besteht aus drei Teilen: Zunächst aus Mikrofonen zur Geräusch-Aufnahme, die so an den Zügen angebracht sind, dass sowohl die Oberleitung als auch die Schiene „abgehört“ werden können. Neben den Mikrofonen werden die Züge mit GPS-Geräten bestückt. Mit diesen lassen sich Angaben zur Geschwindigkeit und Position des Zuges sammeln. Begleitende wichtige Informationen wie Wetter, Zug-Typ oder Gewicht werden zusätzlich in einem Datenprotokoll festgehalten. In einer Datenbank werden Geräusche und alle möglichen Zusatzinformationen gesammelt. Jede Zugfahrt mit entsprechender Hardware-Ausstattung liefert Informationen für die Datenbank, die dann wiederum zum Abgleich von Geräuschen genutzt werden kann und die Abweichungen vom „Normal-Geräusch“ erkennt.

Bisher haben Thomas Nguyen und Moritz Wühr sich „nur“ theoretisch mit ihrer Idee und der Technik beschäftigt. Ob sie daraus eine Geschäfts-Idee entwickeln, wissen die beiden noch nicht. Zunächst steht das Studium im Fokus.

 

Autorin: Bettina Klotz