Technische Universität Berlin

Ein Bild des Schreckens

Laura Simak schreibt ihre Masterarbeit im geteilten und krisengeschüttelten Beirut

„Ich sende liebe Grüße aus Beirut“, begann eine Mail, die Laura Simak an die „TU intern“-Redaktion schrieb. Die TU-Studentin berichtete von einem ganz besonderen Sommersemester, das sie in der libanesischen Hauptstadt verbracht hat. Der Corona-Ausbruch und die katastrophale Explosion im Hafen von Beirut, die Anfang August 2020 große Teile der Stadt zerstörte, änderten nicht nur ihr Leben, sondern auch das Thema ihrer Masterarbeit im Bereich Stadtplanung, die universitätsübergreifend von Prof. Dr. Angela Million, Geschäftsführerin des Instituts für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin und von Professor Robert Saliba vom Department Architecture and Design der American University of Beirut betreut wird.

Seit Anfang 2020 in Beirut

„Wahrscheinlich haben mich die Erfahrungen in der ehemals geteilten deutschen Hauptstadt Berlin für die Situation in Beirut sensibilisiert, ebenso wie mein Projekt ‚Borderline City‘, das ich an der TU Berlin durchgeführt habe“, erzählt Laura Simak. Interessiert an Tourismus- und Stadtplanungsthemen hält sie sich seit Anfang 2020 in der kulturell und konfessionell sehr diversen und von Bürgerkriegen gebeutelten, geteilten Stadt auf. So wurde sie Zeugin von tiefgreifenden Ereignissen, angefangen mit massiven Protesten gegen die Regierung, gefolgt von einem wirtschaftlichen, finanziellen Zusammenbruch in Verbindung mit der COVID-19-Pandemie und endend mit einer Explosion im Hafen, die große Teile der Stadt verwüstete.

Eine besondere Masterarbeit

Nicht nur die Mobilität, auch die Forschung war plötzlich eingeschränkt. Ihre Masterarbeit wurde nun zu einem reflektierenden Reisebericht, der alternative Methoden enthielt zur kritischen Analyse moderner Städte, die sowohl außergewöhnlichen Veränderungen als auch politischen, planerischen und gestalterischen Interventionen ausgesetzt sind. Laura Simak blieb unverletzt doch: „Die Druckwelle der Explosion zerstörte Fenster und Türen noch im Umkreis von elf Kilometern. Als ich am nächsten Morgen zum Ort des Geschehens kam, zeigte sich ein Horror-Szenario: zerstörte Häuser, mit Glassplittern und auf dem Kopf liegenden Autos übersäte Straßen, Blut überall.“ Auch ihr Professor lag verletzt im Krankenhaus. „Zum Glück geht es ihm wieder gut“, so Laura Simak.

Essay gibt Überblick über die Pläne zum Wiederaufbau und die Entwicklung des Stadtzentrums

Über ihre Erfahrungen in dieser aufregenden Zeit und die Lage in Beirut schrieb die TU-Studentin einen lesenswerten Essay (in englischer Sprache), der auch einen kurzen Überblick über die Pläne zum Wiederaufbau und die Entwicklung des Stadtzentrums (Beirut Central District) nach dem Krieg gibt.