Technische Universität Berlin

Freundschaften rund um den Globus

Die Buddy-Programme der Technischen Universität Berlin bringen Studierende aus Europa und der Welt zusammen - Anna aus Deutschland und Fabio aus Italien machen es vor

Italien, Island oder doch lieber Taiwan? Die Technische Universität Berlin steht weltweit mit über 300 Partneruniversitäten in Kooperation und bietet TU-Studierenden die Möglichkeit, in einem Zeitraum von drei bis zwölf Monaten an einer ausländischen Hochschule zu studieren. Ein Auslandsaufenthalt und der Austausch mit Menschen anderer Kulturen ermöglicht den Studierenden sowohl ihre berufliche als auch persönliche Entwicklung voranzutreiben.

Um die Austauschstudierenden an der TU Berlin während ihres Auslandssemesters zu unterstützen und interkulturelle Begegnungen über den Aufenthalt hinaus zu ermöglichen, bietet die TU zwei Möglichkeiten an: Das ehrenamtliche Buddy-Programm und das Modul „Interkulturelles Buddy-Programm“. Das Ziel besteht darin, internationalen Studierenden als Buddys zur Seite zu stehen und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Dabei begleiten die TU-Buddys die Austauschstudierenden durch den Universitätsalltag und machen diese mit der Dynamik der neuen Stadt vertraut. Das Modul geht noch einen Schritt weiter und vertieft diese Begegnungen anhand von Aufgaben und Fragestellungen, mit denen die TU-Buddys angeregt werden, vorab erworbenes kulturtheoretisches Wissen anzuwenden. Ein erfolgreich abgeschlossenes Modul hat einen Umfang von 3 ECTS-Punkten. Die TU-Studentin Anna Giro und der Italiener Fabio Paparella lernten sich während des ehrenamtlichen Buddy-Programms kennen.

„Die Teilnahme hat mich dazu motiviert, dass ich mich ebenfalls als Buddy bewerben möchte, sobald ich zurück an meiner Heimatuniversität bin.“

Fabio studiert Maschinenbau in Mailand und entschied sich, ein Auslandssemester an der TU Berlin zu absolvieren. Bei dieser Gelegenheit bewarb er sich auf das Buddy-Programm. „Dass ich auf das Buddy-Programm gestoßen bin, war eher zufällig. Zu Beginn meines Auslandssemesters habe ich die Anzeige gesehen und gedacht, wieso nicht mitmachen?“ Das Buddy-Programm hat bei Fabio nachhaltig positive Spuren hinterlassen und ihn zu neuen Initiativen bewogen. „Die Teilnahme hat mich dazu motiviert, dass ich mich ebenfalls als Buddy bewerben möchte, sobald ich zurück an meiner Heimatuniversität bin“, sagt Fabio.

Anna, die Nachhaltiges Management an der TU Berlin studiert, wurde im Zuge eines Newsletters der Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni auf das Programm aufmerksam. „Bei der Bewerbung gab es zunächst einen Fragebogen, auf dem unterschiedliche Präferenzen angegeben werden können, je nachdem an welcher Kultur man interessiert ist und ob man einem weiblichen oder männlichen Austauschstudierenden zugeteilt werden möchte. Ich habe allerdings keine Präferenz angegeben“, so Anna. Dass die Studentin mit Fabio einen italienischen Buddy-Partner hat und ihre Familie selbst aus Italien kommt, ist ein amüsanter Zufall, wie sie sagt.

„Den ersten Kontakt hatten wir via E-Mail, sodass wir uns vorab schon etwas beschnuppern konnten.“

Das erste Treffen zwischen Buddy-Paaren wird oftmals mit einer Portion Spannung und Neugier begleitet. Anna und Fabio haben sich bereits vor seiner Ankunft in Berlin ausgetauscht. „Den ersten Kontakt hatten wir via E-Mail, sodass wir uns vorab schon etwas beschnuppern konnten. Zudem gibt es eine große Facebook-Gruppe. So wussten wir, nach welchem Gesicht wir bei unserem ersten Treffen Ausschau halten mussten“, sagt Anna und lacht.

„Ein Buddy ist eine Stütze, auf die du dich verlassen kannst.“

Nicht selten birgt der Start an einer neuen Uni, besonders für Studierende aus dem Ausland, auch Herausforderungen. Diesen Eindruck konnte auch Anna durch das Buddy-Programm gewinnen. „Ich habe feststellen müssen, dass der Unialltag für die internationalen Studierenden durchaus mit Schwierigkeiten verbunden ist, nicht zuletzt aufgrund der Sprachbarriere. Online-Portale wie ISIS können zum Beispiel Fragen aufwerfen“, erzählt Anna. Vor der ersten Begegnung hat die Studentin nochmals eine Erkundungstour auf dem TU-Campus unternommen, um Fabio bei der Orientierung im Universitätsalltag besser begleiten zu können. Die Chancen des Buddy-Programms schätzt auch Fabio. „Wenn du als Studierender in ein anderes Land und eine dir fremde Stadt ziehst, ist die Teilnahme am Buddy-Programm sehr hilfreich. Ein Buddy ist eine Stütze, auf die du dich verlassen und der du vertrauen kannst“, erzählt Fabio. Ein weiterer Vorteil des Buddy-Programms besteht außerdem darin, dass die TU-Buddys den Auslandsstudierenden bei der Wohnungssuche helfen können. „Ein solches Programm unterstützt außerdem dabei, den Studierenden der Partneruniversitäten einen Eindruck über die Stadt zu vermitteln und sie darüber zu informieren, in welchen Gegenden es sicher oder weniger sicher ist“, so Anna.

„Mir war zuvor nicht bewusst, dass die TU so viele Partneruniversitäten hat. Wir haben die Möglichkeit überall hinzugehen.“

Erst durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Buddy hat Anna über die Vielzahl an Kooperationen der TU Berlin mit ausländischen Hochschulen erfahren. Für die Studentin war dies eine besonders positive Erfahrung. „Durch das Buddy-Programm ist mir klargeworden, welches Spektrum an Auslandserfahrungen die TU Berlin uns Studierenden ermöglicht. Mir war zuvor nicht bewusst, dass die TU so viele Partneruniversitäten hat. Wir haben die Möglichkeit überall hinzugehen.“ Für Anna bietet das Buddy-Programm nicht zuletzt eine tolle Gelegenheit, soziale Kontakte zu knüpfen, die aufgrund der Größe der TU Berlin im regulären Unialltag manchmal mit Mühe verbunden sind. „Es ist schön mit Studierenden in Kontakt zu treten und Freundschaften zu schließen. Also dachte ich mir, warum nicht ein halbes Jahr Zeit mit Leuten verbringen und schauen, was sich daraus ergibt?“

„Toll sind zudem die Aktivitäten, die im Rahmen des International Office angeboten werden.“

Im Rahmen der vom International Office organisierten Aktivitäten und Events, wie etwa ein Kanu-Trip oder ein Volleyball-Spiel mit anschließendem Barbecue, kommen Menschen aus unterschiedlichsten Ländern zusammen. Für Anna sind diese Veranstaltungen von ganz besonderer Bedeutung. „Es ist interessant mitzuerleben, wie die Austauschstudierenden untereinander kommunizieren und über die eigene Kultur und Sozialisation denken. Dabei entwickeln sich nicht selten neue Perspektiven und Denkweisen. Zu sehen, dass eine so große Gruppe an Menschen aus unterschiedlichsten Ländern so gut miteinander klarkommt, ist wirklich toll“, sagt Anna. Die Aktivitäten bringen außerdem viele Überraschungen mit sich und beleuchten die TU Berlin von einer anderen Seite. „Zuvor kannte ich das TU-Bootshaus zum Beispiel gar nicht. Dort möchte ich zukünftig auf jeden Fall mehr Zeit verbringen.“

„Schließlich hat man Freundinnen und Freunde auf der ganzen Welt.“

Eine der größten Bereicherungen des Buddy-Programms liegt für die Studentin schließlich in den interkulturellen Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt, die häufig noch lange nachwirken. „Das Buddy-Programm bietet insofern einen Mehrwert für Studierende, dass man Einblicke in andere Kulturen bekommt und sich neue Freundschaften entwickeln. Schließlich hat man Freundinnen und Freunde auf der ganzen Welt“, erzählt Anna. So möchte auch Fabio den Kontakt aufrechterhalten und Anna auf ihrem Weg ins Auslandssemester – vielleicht in Italien – unterstützen. „Vielleicht klappt es ja, dass wir uns ein oder zweimal im Jahr gegenseitig besuchen. Es wäre auf jeden Fall schön, wenn wir nach meinem Auslandssemester an der TU in Kontakt bleiben würden“, sagt Fabio.

Die Buddy-Programme auf einem Blick

Parallel zum ehrenamtlichen Buddy-Programm wurde das Modul „Interkulturelles Buddy-Programm“ entwickelt, welches sich an Studierende der TU Berlin richtet und eine Vertiefung des bestehenden Programms darstellt. Das Modul ist unbenotet und umfasst 3 ECTS-Punkte. Es wird derzeit aus Mitteln des Qualitätspaktes Lehre (BMBF) gefördert und ist ein Baustein des Moduls „Interkulturelle Basisqualifikation“. Beide Buddy-Programme sind zentrale Instrumente der „Internationalization@home“ für Studierende.