Technische Universität Berlin

Vom MINTgrün-Orientierungsstudium zu Wirtschaftsingenieurwesen

Sandra Basche hat im Wintersemester 2017/18 und im Sommersemester 2018 das MINTgrün-Orientierungsstudium an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) absolviert. Im Wintersemester 2018/19 hat sie begonnen, Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. Von ihren Erfahrungen sowohl mit MINTgrün, aber auch mit ihrem regulären Studium erzählt sie im Interview.

Steckbrief

Sandra Basche, aus Berlin

MINTgrün-Schwerpunkt: Informatik, Mechanik, Sprachkurs Spanisch
Schul-Lieblingsfächer: Mathe, Bio, Informatik, Kunst, Französisch
Studienfach:Wirtschaftsingenieurwesen

Interview im Wintersemester 2018/19

Warum ein Orientierungsstudium?

Ich war nach dem Abitur ein Jahr für Work & Travel in Australien und dachte dann eigentlich, dass ich dadurch schon wüsste, was ich studieren möchte. Aber ich wusste bloß, was ich nicht machen möchte. Daraufhin habe ich mich für ein Orientierungsstudium entschieden und schaue jetzt, was mich so interessiert. Und weil ich in Berlin bleiben wollte, habe ich mich hier für ein Orientierungsstudium entschieden.

Warum MINT?

Die MINT-Fächer waren auch schon im Abitur immer meins gewesen. Hätte ich gekonnt, hätte ich bis zum Ende alle Fächer weiterbelegt, aber da wir uns einen Schwerpunkt aussuchen mussten, musste ich mich entscheiden. Ich wusste, dass ich irgendetwas mit Naturwissenschaften und mit Technik machen wollte, und da kam mir das gerade recht. Damals war ich auf vielen Messen unterwegs, und ich weiß noch, dass das MINTgrün-Orientierungsstudium an der TU Berlin sehr präsent war. Ich hatte mich erst woanders beworben, wo ich nicht hundertprozentig wusste, ob ich das wirklich machen möchte. Dort wurde ich schlussendlich auch abgelehnt, was im Prinzip gar nicht so schlecht war. Dann hatte ich noch Zeit und habe mich für das Orientierungsstudium beworben.

Welche Unterschiede/Gemeinsamkeiten gibt es zu einem regulären Studium?

Es ist ähnlich, aber bei MINTgrün wird man intensiver betreut. Man hat mit Christian Schröder einen Ansprechpartner, zu dem man immer hingehen kann. Er ist im Fall der Fälle auch außerhalb der Sprechstunden da, und er beantwortet alle Fragen, hilft und unterstützt. Jetzt studiere ich Wirtschaftsingenieurwesen, und auch hier hat man zwar viele Ansprechpartner*innen, aber bei MINTgrün war es individueller. Alle kennen sich dort, es ist sehr gemeinschaftlich und wie eine ziemlich große Familie.

Jetzt bist du selbst „Studi-Mentorin“. Was macht dir dabei besonders Spaß?

Am Anfang fehlen einem die Erfahrungen, und man braucht die Hilfe von außen. Das wollte ich weitergeben und zeigen: „Hier ist jemand da, ich helfe euch. Ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht und weiß jetzt auch mehr. Ihr könnt mich alles fragen.“ Diesen Ansatz fand ich gut, das wollte ich auch machen.

Welche 3 Aspekte machen das MINT-Orientierungsstudium für dich besonders?

Mir hat gefallen, dass man mit vielen Studierenden zusammen ist, die in genau derselben Situation sind, die alle nicht so ganz wissen, was sie machen wollen. Dann, dass man viele verschiedene Dinge ausprobieren kann und nicht eingeschränkt ist. Klar, man hat den Rahmenplan, an dem man sich orientieren sollte, aber man kann eigentlich auch alles einmal ausprobieren. Was ich außerdem gut fand: Die Projektlabore, die praktisches Wissen vermittelten.

Hattest du eine Lieblingslehrveranstaltung während des MINTgrün-Studiums?

Besonders gut hat mir das Projektlabor „Kreativität und Technik“ gefallen. Dort haben wir zu Anfang eine Zeichnung erstellt und später versucht, das Ganze zu realisieren – mit Baumarkteinkäufen, später in der Werkstatt, in der wir alles gesägt und zusammengeschraubt haben. In der Hoffnung, dass unser Projekt am Ende so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Außerdem habe ich ein Wirtschaftsmodul belegt, „Bilanzierung und Kostenrechnung“. Das fand ich auch super. Das Modul war mehr theoretisch, man musste viel rechnen, und ich musste auch viele Vorlesungen nachbereiten, aber am Ende hat mir das richtig viel Spaß gemacht, weil Wirtschaft und Mathematik mich begeistern.

Hast du dich auf Basis dieser Erfahrungen für das Studienfach Wirtschaftsingenieurwesen entschieden?

Das Modul „Bilanzierung und Kostenrechnung“ habe ich erst im zweiten Semester belegt, weil ich noch ein Wirtschaftsmodul ausprobieren wollte. Ursprünglich wollte ich nicht in Richtung Wirtschaft gehen, weil Politik nicht so meins ist. Aber durch dieses Modul wurde ich überzeugt, dass es doch meine Richtung ist. Und zu Wirtschaftsingenieurwesen bin ich durch die Studienberatung gekommen. Das Fach wurde zwar zu Beginn von MINTgrün auch vorgestellt, aber da ist es mir noch nicht aufgefallen. Dann habe ich mich mit meinen Interessen noch einmal beraten lassen und mir wurde tatsächlich Wirtschaftsingenieurwesen vorgeschlagen. „Das könnte doch mit dem Managementanteil zu dir passen“, wurde mir gesagt. Auch beim Wissenschaftsfenster von MINTgrün wurden die Inhalte gut erklärt. Dann habe ich mich noch einmal genauer mit dem Studiengang beschäftigt und das war auch das Richtige. Also mein Tipp: Immer zur Beratung gehen.

Hat die Zeit, die dir mit MINTgrün gegeben wurde, bei der Studienentscheidung geholfen?

Ja, besonders die Kombination aus Orientierungsmodul, Wissenschaftsfenster und Studienberatung und auch die persönlichen Gespräche mit anderen Studierenden waren ganz wichtig, um herauszufinden, was ich später studieren möchte.

Was macht die TU Berlin für dich besonders?

Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und daher wollte ich zurück in die Großstadt. Und ich wollte in Berlin bleiben, um trotzdem nah an meiner Familie in Brandenburg zu bleiben. Ich wollte etwas mit Technik machen und an der TU Berlin ist dieser Schwerpunkt auch sehr gut repräsentiert. Die Professor*innen sind besser im Thema drin. Das hat mir gefallen, und auch, dass hier MINTgrün angeboten wurde. Dann war ich mit einer Freundin hier und mich hat die Uni sofort überzeugt.

Ein Jahr später: Wintersemester 2019/20

Wie sind deine ersten Semester verlaufen?

Meine ersten Semester sind sehr gut verlaufen. Ich habe meine Grundlagen weiter ausgebaut und bin zurzeit für anderthalb Semester in Schweden zum Erasmusstudium, um meine Kenntnisse in Wirtschafts- und Informatikmodulen zu erweitern.

Bist du noch zufrieden mit deiner Studienwahl Wirtschaftsingenieurwesen?

Ich bin sehr zufrieden mit der Wahl des Studiums. Meine Leidenschaft liegt nach wie vor bei den Wirtschaftsmodulen, was ich vor MINTgrün nicht gewusst hätte. Interessiert bin ich momentan daran, meine Kenntnisse im internationalen Bereich zu erweitern, daher habe ich mich auch für ein Erasmusstudium entschieden.

Hast du Vorteile in deinem Studium durch das MINTgrün-Orientierungsstudium?

Durch das MINTgrün-Studium habe ich einen leichten Vorsprung gegenüber anderen Studierenden, was sich aber nur in der unterschiedlichen Stundenplangestaltung bemerkbar macht. Ich konnte vorher schon einige Module ausprobieren und weiß so, dass ich mich für das richtige Fach entschieden habe. Wirtschaftsingenieurwesen bietet während des Studienverlaufs noch einige Wahlmöglichkeiten bezüglich der Studienvertiefung. Dahergehend kann man sich auch noch während des Studiums weiter orientieren und viele Fächer wählen, die einen interessieren.

Hinweis: Die Interviews wurden von gesprochener Sprache in Schriftsprache übersetzt. Im Zuge des Überarbeitungsprozesses wurden einzelne Passagen gekürzt.