Technische Universität Berlin

Spenden für ein Jahr ohne Geldsorgen

Student*innen der Medieninformatik entwickeln einen Fundraising-Webshop

Einmal Döner „typisch Berlin“, die Miete für das WG-Zimmer oder ein gebrauchtes Fahrrad, um von Campus zu Campus zu heizen – studentische Grundbedürfnisse wollen und müssen erfüllt werden. Nur, wer bezahlt das? Viele Studierende finanzieren ihr Studium mit Nebenjobs, einige bekommen BAFöG oder werden von Erziehungsberechtigten finanziell unterstützt. Über die Möglichkeit, sich mit einem Deutschlandstipendium fördern zu lassen, wissen nur wenige Bescheid.

Studierende sammeln für Studierende

Die MInitiative möchte das ändern – als eingetragene Vereinigung fungiert sie als Fachschaft des Studiengangs Medieninformatik, der an der Technischen Universität Berlin und der Freien Universität Berlin gelehrt wird. Manuel Kowol, der in der MInitiative aktiv ist, war selbst Deutschlandstipendiat. Er ist vom einfachen und unbürokratischen Zugang zum Stipendium so begeistert, dass er seine Kommiliton*innen überzeugen möchte, auch von dieser Fördermöglichkeit Gebrauch zu machen: „Man muss keinen langen Antrag schreiben, sondern kann sich ganz einfach und unbürokratisch bewerben und wird dann vielleicht ausgewählt. Es zählen dabei auch nicht nur die besten Noten, sondern beispielsweise auch soziales Engagement“, erzählt er. Aus dem Wunsch, mehr Student*innen zur Bewerbung zu bewegen, entstand dann innerhalb der MInitiative die Idee, selbst Geld für ein Deutschlandstipendium zu sammeln, um jemandem aus dem eigenen Studiengang ein Stipendium zu ermöglichen.

© MInitiative

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Gesammelte Spenden werden vom Bund verdoppelt

Der oder die Geförderte erhält dann ein Jahr lang monatlich 300 Euro – eine deutlich spürbare finanzielle Entlastung also, von der einige Portionen Nudeln mit Pesto, Vorlesungs-Skripte zum Lernen oder das Zugticket nach Hause bezahlt werden könnten. Das Besondere am Deutschlandstipendium ist, dass jeder geförderte Euro verdoppelt wird. Fundraiser wie die MInitiative müssen also nur die Hälfte des benötigten Geldes für das Stipendium aufbringen. Derzeit sind das 1800 Euro für ein Jahresstipendium – die restlichen 1800 Euro werden vom Bund übernommen.

Organisatorische Unterstützung bekommt die studentische Initiative vom Career Service der TU Berlin. Dort werden eingehende Spenden verwaltet und der Kontakt zur unabhängigen Auswahlkommission des Deutschlandstipendiums hergestellt. Wer möchte, kann auch eine Spendenquittungen anfordern - allerdings erst ab einem Betrag von 200 Euro.

Die Ziele wachsen mit den Erfolgen

„Letztes Jahr konnten wir einem Studierenden das Stipendium verschaffen. Dieses Jahr haben wir uns als Benchmark zwei Stipendien gesetzt,“ erzählt Manuel Kowol. Während im letzten Jahr ein Großteil des benötigten Geldes über Fundraising-Gespräche innerhalb der Universitäten und im privaten Umkreis der MInitiativ-Mitglieder aufgetrieben wurde, haben sich die Medieninformatiker*innen für dieses Jahr ein neues Projekt ausgedacht: Im eigens designten Webshop können willige Spender*innen über Kategorien wie einen Coffee to Go, einmal Essen beim Mathe-Inder oder einen Kasten Pils für die WG-Party vorher festgelegte Geldbeträge spendieren. So wird besonders anschaulich, was Studierende brauchen und was mit einer Spende abgedeckt werden könnte. Wofür der oder die Geförderte tatsächlich das Stipendium benutzt, bleibt aber natürlich frei.

Die beliebteste Kategorie im Webshop ist übrigens – wahrscheinlich ist es der philantrophische Ansatz des Spendens – die Einladung zum Abendessen.

Sie möchten die MInitiativler*innen unterstützen und Studierende fördern? Hier geht es zum Spenden-Webshop.