Technische Universität Berlin
© Alex Bagirov

Geotechnologie, M.Sc.

Kurzprofil

Wie lässt sich die Erde technisch nutzen und gleichzeitig schützen? Was muss man beachten, wenn Boden in Anspruch genommen wird, um Häuser, Straßen, Tunnel oder Staudämme zu errichten, wenn Rohstoffe abgebaut werden, wenn wir in den Wasserhaushalt eingreifen oder geothermische Energie gewinnen möchten? Als Geotechnolog*in entwickeln Sie technische Konzepte für solche Vorhaben und setzen diese um. Sie beurteilen, ob ein Projekt wirtschaftlich rentabel und ökologisch sinnvoll ist, ob es den technischen Normen und den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Dazu ist ein tiefgreifendes Verstehen des Erdsystems einschließlich der ablaufenden Prozesse nötig. Der interdisziplinär angelegte Studiengang Geotechnologie vermittelt Ihnen Fachkenntnisse und grundlegende methodische Fähigkeiten und Fertigkeiten in Geologie, Geophysik, Geochemie und Petrologie sowie in relevanten Ingenieurgebieten. Er basiert neben den geospezifischen Fragestellungen auf anwendungsorientierten Grundlagen, setzt also einen besonderen mathematischen, physikalischen, chemischen und ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt und umfasst auch die ökologischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte geotechnologischen Handelns. Ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Ausbildung ist die Übernahme von Aufgaben in aktuellen Forschungs- und Anwendungsprojekten.

AbschlussMaster of Science
Regelstudienzeit 4 Semester
Leistungspunkte120
Studienbeginn Wintersemester
Zulassung zulassungsfrei
Lehrsprache Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

Die formale Zugangsvoraussetzung für den Masterstudiengang Geotechnologie ist ein erster berufsqualifizierender Abschluss auf dem Gebiet der Geotechnologie oder eines fachlich nahestehenden Studiengangs.

Die Unterrichtssprache im Studium Geotechnologie ist Deutsch. Wenn Sie sich mit ausländischen Bildungsnachweisen bewerben, müssen Sie daher als sprachliche Zugangsvoraussetzung Deutschkenntnisse auf einem bestimmten Niveau nachweisen. Da einige Lehrveranstaltungen/Module auf Englisch angeboten werden, sind Englischkenntnisse nützlich. Sie sind aber keine Bedingung für die Aufnahme des Studiums.

Mehr Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen finden Sie in der Zugangsordnung des Studiengangs (siehe Link zur Studien- und Prüfungsordnung unter „Studienverlauf“).

Studienverlauf

Das Masterstudium Geotechnologie bietet Ihnen ein Spektrum an Kernfächern, die unterschiedliche Schwerpunktsetzungen erlauben. Dazu gehören die Bereiche Angewandte Geophysik, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie und Geochemie/Mineralogie.

Das Studium gliedert sich in einen Pflichtbereich, einen Wahlpflichtbereich und den Wahlbereich. Der gemeinsame Pflichtbereich inkl. Masterarbeit hat einen Umfang von 63 Leistungspunkten (LP). Das jeweilige Vertiefungsfach beinhaltet zusätzlich 24 LP im Pflichtbereich und 12 LP im Wahlpflichtbereich. Der freie Wahlbereich muss mit 21 LP absolviert werden.

Die Ziele und die weitere Ausgestaltung des Studiums sowie die Anforderungen und Durchführung der Prüfungen regelt die Studien- und Prüfungsordnung.

Für den Studiengang gibt es einen exemplarischen Studienverlaufsplan, der den empfohlenen Ablauf des Studiums innerhalb der Regelstudienzeit von 4 Semestern darstellt. Sie finden ihn als Anlage in der Studien- und Prüfungsordnung.

Inhalte & Module

Das Masterstudium Geotechnologie ist in Modulen aufgebaut, die Studieninhalte zu einem bestimmten Thema bündeln und häufig verschiedene Studien- und Lehrformen umfassen, z.B. Vorlesungen, Übungen, Seminare oder Praxisprojekte. Entsprechend der jeweiligen Vertiefung werden spezifische Fachkenntnisse und Fertigkeiten in Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Geophysik und Geochemie/Mineralogie erworben. Je nach Vertiefungsrichtung finden mehrtägige Geländeübungen statt. In jedem Modul sind eine festgelegte Anzahl von Leistungspunkten und bestimmte Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen.

Eine aktuelle Übersicht aller Module des Studiengangs in Form einer Modulliste finden Sie im sogenannten Modultransfersystem (MTS), der zentralen Moduldatenbank der TU Berlin. Im MTS erhalten Sie einen Überblick, welche Module für Sie verpflichtend sind und welche frei gewählt werden können. Darüber hinaus geben Ihnen ausführliche Modulbeschreibungen Aufschluss über Inhalte, Lernziele, Teilnahmevoraussetzungen, Arbeitsaufwand, Prüfungsform etc.

Die Modulliste orientiert sich an der Studien- und Prüfungsordnung. Für Studienbewerber*innen gilt immer die aktuelle Fassung dieser Ordnung.

Zur Moduldatenbank

Praktika

Ein verpflichtendes Praktikum ist nicht vorgesehen.

Auslandsaufenthalt

Teile des Studiums können Sie in der Regel auch im Ausland absolvieren, entweder über Auslandssemester oder über Praktika. Allgemeine Informationen zum Thema Auslandsaufenthalt erhalten Sie beim International Office der TU Berlin (Studium im Ausland) sowie beim Career Service (Praktikum im Ausland).

Erworbene Kompetenzen

Mit dem Studium der Geotechnologie eignen Sie sich theoretische und praktische Kernkompetenzen in Angewandter Geophysik, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie sowie Angewandter Geochemie an. Diese werden ergänzt durch natur- und ingenieurwissenschaftliche Spezialkenntnisse sowie weitere geotechnologische und -wissenschaftliche Disziplinen. Sie erwerben Fähigkeiten für die Erkundung, Bewertung und optimale Nutzung der Geopotenziale und Georessourcen und erlangen ein grundlegendes Verständnis von Geoprozessen und -risiken.

Perspektiven nach dem Studium

Als Absolvent*in des Masterstudienganges Geotechnologie haben Sie Möglichkeiten, in verschiedenen Bereichen eigenverantwortlich zu arbeiten. Klassische aktuelle sowie zukunftsorientierte Arbeitsgebiete und Themenfelder sind:

  • Erkundung, Bewertung und Nutzung von Georessourcen allgemein und speziell von mineralischen Rohstoffen und Erzlagerstätten,
  • Grundwasservorkommen, -bewertung und -bewirtschaftung,
  • Baugrund für jegliche Bauten, wie städtische Infrastruktur, Verkehrswege, Häfen, Staudämme etc.
  • Energieversorgung, Energierohstoffe, natürliche Quellen, wie Geothermie und Wasserkraft,
  • Rohstofftechnik, Geomaterialien,
  • Umweltschutz,
  • Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von geophysikalischen, geochemischen, geologischen Erkundungsmethoden,
  • Entsorgung, Ab-, End- und Zwischenlagerung von Müll, Reststoffen, radioaktiven und chemisch-toxischen Abfällen,
  • Landschaftsplanung und -nutzung,
  • Entwicklung von Siedlungsstrategien,
  • Erkundung, Bewertung und Vorsorge zu Georisiken bzw. Naturkatastrophen,
  • Klimasystem und -geschichte der Erde,
  • Erkundung und Bewertung von noch unbewohnten Lebensräumen in Polarregionen, Ozeanböden, von Mond und Planeten

Mit einem Master of Science in Geotechnologie können Sie in privaten und staatlichen Institutionen tätig werden. Dazu gehören unter anderem Landes- und Bundesämter für zum Beispiel Geowissenschaften, Rohstoffe, Umwelt oder Energie, mittelständische Industrieunternehmen der Rohstofferkundung, -ausbeutung und Energie, internationale Firmen der Exploration und Entwicklung, Ingenieur- und Planungsbüros, Bauunternehmen, Baustoffhersteller, Umweltverbände und NGOs, Softwareunternehmen, Unternehmen der (Rück-)Versicherungsbranche, Fach- und Genehmigungsbehörden, Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

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