Straßenplanung und Straßenbetrieb

Abgeschlossene Projekte (Auswahl)

Autonomer öffentlicher Nahverkehr im ländlichen Raum ( Landkreis Ostprignitz-Ruppin)

Durch den demographischen Wandel im ländlichen Raum sinken die potenziellen Kundenzahlen der dortigen Mobilitätsanbieter. Hierdurch kommt es vermehrt zu Leerfahrten. Dies erzeugt finanzielle Probleme, die von den Kommunen aufgrund der Daseinsvorsorge aufgefangen werden müssen. Das Projekt Autonomer Öffentlicher Nahverkehr im ländlichen Raum (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) (AutoNV_OPR) erforscht den Einsatz automatisierter Kleinbusse im öffentlichen Straßenraum. Es soll zum einen die Akzeptanz der Nutzer und Stakeholder gemessen und zum anderen die Rahmenbedingungen für den verkehrlichen Einsatz festgelegt werden. Zusätzlich dazu sollen Szenarien und Auswirkungen automatisierter Kraftfahrzeuge bezogen auf die Finanzierungsroutine des öffentlichen Verkehrs erforscht werden.

Beschleunigung des Radverkehrs im Zuge lichtsignalisierter Streckenabschnitte auf Radverkehrsrouten hoher Bedeutung

Die Lichtsignalsteuerung an innerstädtischen Knotenpunkten ist bisher sehr stark auf die betrieblichen Belange des motorisierten Individualverkehr (MIV) oder des ÖPNV ausgerichtet. Der Radverkehr erhält in der Regel in Bezug auf das schnelle Vorankommen der Radfahrer keine besondere lichtsignaltechnische Berücksichtigung. Bisher existieren in Deutschland keine gesicherten Erkenntnisse und umfassenden Erfahrungen über die Anwendbarkeit beschleunigender Maßnahmen an Lichtsignalanlagen im Radverkehr und deren Verträglichkeit mit den Belangen des MIV und ÖPNV. Der städtische Radverkehr soll mit der Umsetzung der Forschungsprojekts weiter an Attraktivität gewinnen, was einen positiven Verlagerungseffekt im Modal Split zugunsten des Radverkehrs mit allen damit verbundenen positiven Effekten (u.a. Lärm- und Luftschadstoffreduzierung, Entlastung der städtischen MIV- und ÖPNV-Netze, Gesundheitsförderung) erwirken kann. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens liefern somit einen wichtigen Beitrag im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP), welcher durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert wird.

EUREF-Forschungscampus: Nachhaltige Energie- und Mobilitätsentwicklung durch Kopplung intelligenter Netze und Elektromobilität - „Mobility2Grid“

Das Forschungsprojekt "EUREF-Forschungscampus" adressiert die aktuellen Forschungsthemen Elektromobilität, Intelligente Netze und Energie in der Stadt. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Elektromobilität ganzheitlich zu erforschen, indem energietechnische Ansätze der Mobilität mit urbanen sowie verkehrstechnischen Konzepten gekoppelt werden. Hier soll untersucht werden, wie technische und verkehrstechnische Voraussetzungen geschaffen und die notwendige Akzeptanz gefunden werden können, dass elektrische Fahrzeuge als Speichermedien für die Energie- und Verkehrswende im Sinne eines „Mobility2Grid“ eingesetzt werden. Die zentrale Fragestellung des geplanten Forschungscampus ist, ob solche „Mobility2Grid“-Lösungen überhaupt technisch umsetzbar, sozial akzeptiert und ökonomisch verwertbar sind. Das Forschungsprojekt betrachtet somit Aspekte, die für die aktuelle energie- und verkehrspolitische Diskussion von zentraler Bedeutung sind. Die Forschungsstrategie und Forschungsziele werden in Form eines "Living-Labs" mit einer Vielzahl von Industrie- und Forschungspartnern auf dem Gelände des Schöneberger Gasometers umgesetzt.

Einsatzbereiche von Radfahrstreifen in Mittellage

Einsatzbereiche von Radfahrstreifen in Mittellage

Ziel des Forschungsprojektes war es heraus zu finden, inwiefern Radfahrstreifen in Mittellage die Sicherheit für Radfahrende an Knotenpunkten beeinflussen. Vorgaben und Gestaltungshinweise zu dieser Führungsform werden in Verwaltungsvorschriften und relevanten Regelwerken bislang nur in Ansätzen behandelt. Im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojektes wurden daher 48 RiM mit verschiedenen Charakterisierungsmerkmalen (Länge, Breite, Farbgebung, Abbiegeverkehrsstärke etc.) in drei deutschen Städten untersucht. Der Fokus lag dabei auf RiM für geradeausfahrenden Radfahrende an signalisierten Knotenpunkten. Aufbauend auf den Untersuchungsergebnissen werden Empfehlungen zu Einsatzkriterien und der Gestaltung von RiM erarbeitet, die zur Erhöhung der Radverkehrssicherheit beitragen sollen.

Toter Winkel - Konflikt zwischen rechtsabbiegenden Lkw und geradeausfahrendem Radverkehr

Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) werden im Rahmen des Forschungsvorhabens die Ursachen für die Verkehrssicher­heitsdefizite zwischen rechtsabbiegenden Lkw und geradeausfahrenden Radfahrern analysiert . Unter Einbeziehung der dazu bereits vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden im Forschungsprojekt auf Basis einer makro- und mikroskopischen Unfalluntersuchung in den Städten Berlin, Magdeburg, Münster und Darmstadt sowie Probandenfahrten in einem Lkw-Fahrsimulator der SiFaT RoadSafety GmbH infrastrukturelle, fahrzeugseitige und fahrerseitige Unfallursachen und Lösungsansätze untersucht und daraus Empfehlungen und Maßnahmen zur Entschärfung dieser Konfliktsituationen abgeleitet. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, belastbare Aussagen über den Nutzen verschiedener Lösungsansätze und Maßnahmen im Bereich der baulichen und betrieblichen Ausführung von Knotenpunkten zu treffen und den Sicherheitsgewinn fahrzeugtechnischer Lösungsansätze wie z.B. Spiegel- oder Fahrerassistenzsysteme zu bewerten. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Fachgebiet Mensch-Maschine-Systeme der TU Berlin durchgeführt.

Aufhebung der Benutzungspflicht von Radwegen

Das Verbot der Straßennutzung und somit die Ausweisung einer Radwegebenutzungspflicht ist gemäß § 45 Abs. 9 der StVO nur dann gerechtfertigt, „wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko […] erheblich übersteigt“ sowie wenn es nach VwV-StVO zu § 2 Absatz 4 Satz 2 „die Verkehrssicherheit oder der Verkehrsablauf erfordern“. Ziel des Forschungsvorhabens im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist es, die Veränderung der Verkehrssicherheit bei Aufhebung der Benutzungspflicht zu evaluieren und Kriterien zu identifizieren, bei denen die Sicherheit für die Radfahrenden aber auch der übrigen Verkehrsteilnehmer ungünstig beeinflusst wird und die Einrichtung einer benutzungspflichtigen Radverkehrsanlage zu empfehlen.

Sicherheit und Nutzbarkeit markierter Radverkehrsführungen

In deutschen Kommunen, aber auch weltweit sind sehr unterschiedliche Führungsformen für den Radverkehr vorhanden. Dies betrifft die Führung im Mischverkehr, auf markierten Streifen auf der Fahrbahn oder im Seitenraum. Ziel des Projektes ist die Untersuchung des Sicherheitsniveaus sowie des Fahr- und Nutzungsverhaltens auf den markierten Radverkehrsführungen auf der Fahrbahn in Deutschland. Auf Basis dieser Erkenntnisse und unter Berücksichtigung des internationalen Kontextes durch eine Zusammenstellung der Situation in einigen europäischen und außereuropäischen Ländern im Quervergleich zur deutschen Situation werden Empfehlungen für den Einsatz von Radfahrstreifen und Schutzstreifen erarbeitet.

Verknüpfungspotenziale zwischen Rad-und Busverkehr

Vor dem Hintergrund der dispersen Siedlungsstruktur, des demografischen Wandels sowie einer angespannten Haushaltslage vieler Länder, Kreise und Kommunen in Deutschland erschwert sich die Sicherstellung der Grundversorgung von öffentlichen Angeboten zunehmend. Dies betrifft insbesondere auch die Aufrechterhaltung von notwendigen Mobilitätsangeboten, vor allem im ländlich geprägten bzw. bevölkerungsschwächeren Raum. Aufgrund derzeitiger Entwicklungen in der Altersstruktur der Bevölkerung, sinkender Schülerzahlen sowie fortschreitender Ressourcenverknappung stellen alternative Angebote zum motorisierten Individualverkehr (MIV) einen immer wichtiger werdenden Baustein zur Sicherung der allgemeinen Mobilität dar. Mit dem Vorhaben wird das Ziel verfolgt, im Landkreis Barnim modellhaft Maßnahmen und Konzepte zu etablieren, die eine Verlagerung von MIV-Fahrten im Schüler-/ Pendler- und touristischen Verkehr zu intermodalen Fahrten erzeugen, bei denen die Verknüpfung der Verkehrsmittel Rad und Bus im Vordergrund steht. Werden die Wege zu und von der Haltestelle derzeit zumeist mit einem anderen Verkehrsmittel als dem Fahrrad zurückgelegt, so soll mit Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen ein attraktives Angebot geschaffen werden, welches viele Möglichkeiten zur Verknüpfung der beiden Verkehrsmittel vorhält. Dabei sollen die vorhandenen Barrieren analysiert und sukzessive abgebaut werden, um so den Anteil der Nutzerinnen und Nutzer zu vergrößern, die beide Verkehrsmittel in einer Wegekette verknüpfen.

PRACT - Predicting Road ACcidents - a Transferable methodology across Europe

Currently only in few countries the evaluation of the effectiveness of road safety measures is part of the culture and a routine within the road safety programme, with a dedicated budget. Where this is in place the evaluation is usually limited to infrastructure and enforcement measures while the evaluation of entire road safety programmes is even more rare. To improve Road Infrastructures Safety Management the road authorities and the road designers need prediction tools allowing them to analyze the potential safety issues, to identify safety improvements and to estimate the potential effect of these improvements in terms of crash reduction. The PRACT Project (Predicting Road ACcidents - a Transferable methodology across Europe) aims at developing a European accident prediction model structure that could be applied to different European road networks with proper calibration.