Siedlungswasserwirtschaft

Zero-P

Nachhaltiges Wassermanagement gewinnt zunehmend an Bedeutung. So wurden 2018 erstmals in Berlin/Brandenburg Ablaufwerte von ≤ 0,03 mg/l o-PO4-P und < 0,1 mg/l Pges als Jahresmittel bzw. < 0,3 mg/l Pges in der qualifizierten Stichprobe in Ausschreibungen für Kläranlagen  gefordert. Aus dem verschärften Maßstab für die weitestgehende P−Elimination ergeben sich technische Anforderungen für deutliche Leistungs- und Effizienzsteigerungen der P-Elimination bei gleichzeitig wirtschaftlichem Betrieb, für die derzeit noch keine großtechnisch erprobte Technologie zur Verfügung steht. Das Forschungsvorhaben zielt daher auf die Entwicklung einer Nachgeschalteten Flockungsfiltration ab, die in der Lage ist die gewünschten Zielwerte betriebssicher einzuhalten. Neben den stöchiometrischen Koeffizienten, spielt der strickte Partikelrückhalt eine implizit wichtige Rolle zum erreichen der Grenzwerte. Dieser soll durch einen Dynamischen Sandfilter der Firma Nordic Water erreicht werden. Das Verbundprojekt wird dabei von der Emscher Wassertechnik GmbH koordiniert, die Erfahrung, Daten und Verfahrenskonzepte liefert. Die TU-Berlin ist für die Wissenschaftliche Begleitung verantwortlich – plant, koordiniert und führt die erforderlichen Probenahmen an der Pilotanlage durch.

Um der Zukunftsweisenden Thematik der begrenzten Ressource  Phosphor  gerecht zu werden, wird der hier anfallende Tertiärschlamm durch  Pflanzenverfügbarkeitstests auf sein P-Rückgewinnungspotential  untersucht. Mit der neuen Verfahrenstechnik werden auch Synergien im Bereich der kombinierten Elimination von Mikroschadstoffen (Spurenstoffe) sowie der umweltpolitisch viel beachteten Thematik des Mikroplastiks im Abwasser erwartet. Daher wird das Projekt direkt zur Förderung und Sicherung der Vorreiterrolle deutscher Unternehmen in der Wasserbranche beitragen und durch die internationale Ausrichtung zur Steigerung der Exportfähigkeit führen.