Technologie und Nachhaltigkeit

BiomatLCA - Integration von ökologischen Kennwerten biobasierter Werkstoffe in den industriellen Planungs- und Konstruktionsprozess – Methodologie und Werkzeuge

Projektbeschreibung

Durch die allmähliche Erschöpfung fossiler Rohstoffquellen sowie die negativen Umweltauswirkungen, die mit der intensiven Nutzung und Verarbeitung fossiler Rohstoffe einhergehen, hat die Suche nach regenerativen Alternativen in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung erfahren. Insbesondere die Kunststoffindustrie ist noch immer in hohem Maße von fossilen Rohstoffen abhängig. Daher steht dieser Sektor besonders unter Druck, nachhaltigere Alternativen zu erforschen und zu vermarkten. Schon heute könnten durch die bereits entwickelten und marktreifen Biokunststoffe ein Großteil konventioneller Kunststoffe hinsichtlich ihrer technischen Eigenschaften ersetzt werden. Noch immer fehlt es allerdings an einheitlichen und transparenten Informationen über deren ökologische Relevanz. Weniger der Mangel an Ökobilanz-Ergebnissen, sondern vielmehr das Fehlen von geeigneten, anwenderfreundlichen und robusten Hilfsmitteln zur Integration der Umweltinformationen über Biokunststoffe in den Konstruktionsprozess steht einem umfassenden praktischen Einsatz dieser Materialien bisher entgegen.

In diesem Zusammenhang zielt das Projekt darauf ab, die umweltbeeinflussenden Faktoren bei der Werkstoffauswahl so früh wie möglich in den Konstruktionsprozess zu integrieren. Dadurch soll der Einsatz von biobasierten Werkstoffen im Automobilsektor und darüber hinaus weiter vorangetrieben werden. Das Fachgebiet Sustainable Engineering (SEE) der TU Berlin ist insbesondere dafür verantwortlich, über eine Recherche zu vorhandenen methodischen Aspekten und Richtlinien jene Informationen zu kondensieren, die für die Entwicklung eines robusten, anwenderfreundlichen Ansatzes für biobasierte Kunststoffe hilfreich sind. Diesbezüglich sind sektorspezifische Produkt-Kategorie-Regeln (product category rules, PCR) zu formulieren. Das zu entwickelnde methodische Gerüst soll die Grundlage für eine zielgerichtete Datenerhebung bieten und anschließend im Zuge einer Fallstudie für ein existierendes Bauteil der Automobilbranche validiert werden. Die Integration von weiterhin im Rahmen des Projektes zu erarbeitenden Kennzahlen für die Beurteilung der Umweltrelevanz von (biobasierten) Werkstoffen im Bezug zu ihren technischen Eigenschaften soll abschließend und beispielhaft an einem neu zu konzipierenden Automobil-Bauteil in der Praxis getestet.

Funder: Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

Budget: 1.385.650 € (Total); 154.183 € (FG Sustainable Engineering, TU Berlin)

Laufzeit: 2017 - 2020

Kontakt:

Ing. Nikolay Minkov, MSc
Raum Z 205
Telefon +49 (0)30 314-28517
E-Mail nikolay.minkov(at)tu-berlin.de

MSc. Marcel Görmer
Raum Z 107
Telefon +49 (0)30 314-28453
Telefax +49 (0)30 314-21720
E-Mail marcel.goermer(at)tu-berlin.de