Strategisches Controlling

Einbindung der Lehrveranstaltungsevaluation in das QMS der TU Berlin

Auf dieser Seite finden Sie häufig gestellte Fragen rund um die Einbindung der Lehrveranstaltungsevaluation in das QMS der TU Berlin. Eine komplette FAQ zum Thema Befragungen an der TU Berlin finden Sie hier (FAQ Befragungen Stand 04.2020).

FAQ zur Lehrveranstaltungsevaluation

Wie ist das generelle Verständnis der Lehrveranstaltungsevaluation an der TUB?

An der TU Berlin wird seit 2006 die Evaluation von Lehrveranstaltungen (LV-Evaluation) systematisch betrieben. Seit 2009 ist die Evaluation durch eine Evaluationsordnung verbindlich geregelt.

Prinzip: Die LV-Evaluation basiert an der TU Berlin auf dem Subsidiaritätsprinzip. Das bedeutet, dass Organisation und Umsetzung in den Händen der Fakultäten liegen. Die zentrale Organisationseinheit (Strategisches Controlling, SC) greift erst dann regulierend, kontrollierend oder unterstützend in Organisation und Umsetzung ein, wenn die Fakultäten dazu nicht in der Lage sind. Parallel erfasst das strategische Controlling Prozessdaten zur Durchführung und Qualität der Lehrveranstaltungsevaluation in den Fakultäten und kontrolliert gemeinsame Standards.

Ziele: Das Hauptziel der LV-Evaluation ist es, den Lehrenden ein Feedbackinstrument zur durchgeführten Lehre zu geben. Auf Ebene der Fakultätsverwaltung/Studiendekane geht es um eine Qualitätskontrolle bzgl. der Lehrgüte an einer Fakultät, um gegebenfalls durch Maßnahmen steuernd einzugreifen (z.B. Moduländerungen etc.). Auf Ebene der Zentrale gilt dies in stark aggregierter Form für die gesamte TU Berlin. Hier liegt der Fokus auf dem Aufbau eines institutionellen Gedächtnisses zum Gesamtprozess der Lehrveranstaltungsevaluation. Die Steuerung liegt hier in der Ermöglichung von Maßnahmen bzgl. der Lehre an einer Fakultät (z.B. Personalressourcen) und dem Festlegen von Standards, denen alle Fakultäten folgen.

Kreisläufe: Dies führt im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems zu zwei ineinander verschränkten Evaluationskreisläufen auf zentraler (Gesamt-TUB) und dezentraler Ebene (Fakultätsebene), auf denen je nach Ebene verschiedene Daten genutzt werden. In folgender Abbildung sind die beiden Kreisläufe und die für das QMS wichtigen Elemente dargestellt.

Dezentraler Kreislauf (Rot): Die Referate für S&L organisieren die Befragung zu den Lehrveranstaltungen und stellen Fragebögen in Papier und/oder Online basiert zur Verfügung. Die Studierenden füllen die Fragebögen zur LV aus und die Referate versenden die Ergebnisse der Befragungen an die Lehrenden (LV-Evaluation).

Die Lehrenden initiieren nach Erhalt der Ergebnisse Feedbackgespräche mit den Studierenden. Die Referate für S&L informieren den Studiendekan über Auffälligkeiten in der LV-Evaluation (VP SL Bericht /Interventionsgrenzen) und bereiten Studiengangsbezogene Ergebnisse zur Umsetzung der Lehrkonferenzen durch die Studiengangsbeauftragten vor. Der Studiendekan initiiert Maßnahmen bei Auffälligkeiten (z.B. Besprechung in der AK , Rücksprache mit Lehrenden etc.).

Bsp.: Im Sommersemester 2017 berichtet die Fakultät IV über das FEU (Vorläufer des VP SL Bericht), dass eine LV die an der Fakultät IV gesetzte Interventionsgrenze überschritten hat. In der Ausbildungskommission der Fakultät IV wurde dieser Fall besprochen (Protokoll Beschluss vom 06.09.17). Die AK beschließt als Maßnahme eine Nachfrage zum Übungsbetrieb.

 

 

Zentraler Kreislauf (Grün): Das Strategische Controlling organisiert seit 2006 jedes Semester Betreuertreffen mit den Referaten für S&L. Diese Treffen dienen zum Austausch über die Organisation der Lehrveranstaltungsevaluation. Hier werden gemeinsame Standards (z.B. Metavariablen) oder Berichtspflichten (z.B.: VP SL Bericht) bzgl. der praktischen Umsetzbarkeit gemeinsam festgelegt. Daneben leistet das Strategische Controlling IT & Methoden Support für die gesamte Universität (z.B. Serveradministration, IT-Schulungen, Scansupport, Methodenberatung zu Umfragen, Fragebogenpool, Auswertungshilfen etc.).

Die Referate für Studium und Lehre berichten die Prozessdaten zur Lehrveranstaltungsevaluation über den VP SL Bericht für das akademische Jahr an das Strategische Controlling. Hier verschränken sich die beiden Evaluationskreisläufe. Dies gilt auch für den Lehrkonferenzbericht der durch die Studiengangsbeauftragten an das Strategische Controlling gesandt wird. Wenn kritische Lehrveranstaltungsergebnisse zu Maßnahmen führen findet es hier Niederschlag.

Auf Basis dieser gesammelten Daten (institutionelles Gedächtnis) bereitet das Strategische Controlling die Informationen auf und berichtet VP SL via Gesamtbericht Studium & Lehre über Auffälligkeiten. Der Gesamtbericht wird genutzt, um den Qualitätsdialog mit den Fakultäten vorzubereiten. Im Qualitätsdialog werden Auffälligkeiten besprochen und Maßnahmen zur Verbesserung besprochen und gegebenenfalls ermöglicht.

Bsp.: Im Sommersemester 2016 berichtet die Fakultät V über das FEU (Vorläufer des
VP SL Bericht), dass die LV Konstruktionslehre die an der Fakultät V gesetzte Interventionsgrenze überschritten hat. Im Lehrkonferenzbericht wurde berichtet, dass eine Studiengangsarbeitsgruppe das Modul überarbeitet. Darüber hinaus soll es für diese aus Sicht der Studierenden schwierige Lehrveranstaltung mehr Leistungspunkte geben. Im Qualitätsdialog wurde VP SL über die getroffenen Maßnahmen berichtet und weitere Möglichkeiten erörtert. Im Wintersemester 2016/2017 war diese Lehrveranstaltung im FEU (Vorläufer des VP SL Berichts) nicht mehr auffällig.

An wen wende ich mich, wenn ich für meine Lehrveranstaltungen evaluieren will?

Eine tabellarische Übersicht über Ansprechpartner in den Fakultäten finden Sie hier.

Falls Ihr Fachgebiet nicht von einer Fakultät direkt betreut wird, wenden Sie sich bitte zur weiteren Absprache an Hr. Kubath (Tel. 23335).

Was ist eine Interventionsgrenze?

Unter einer Interventionsgrenze wird an der TUB der Wert verstanden, ab der die Lehre schlechter bewertet wird, als innerhalb einer Fakultät erwünscht. Ab diesem Wert werden innerhalb einer Fakultät Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre mit Lehrenden besprochen.

Es wird zwischen Interventionsgrenzen an einer Fakultät und der TU weiten Interventionsgrenzeunterschieden. Die TU weite Interventionsgrenze liegt bei 3,5 bei einer fünfstufigen Befragungsskala mit positivem Pol bei eins und negativem Pol bei fünf (Schulnotenprinzip). Werden andere Skalen eingesetzt müssen diese entsprechend umgerechnet werden. Eine Umrechnungshilfe finden Sie auf den Seiten den Strategischen Controllings.

Was passiert beim Überschreiten der Interventionsgrenze?

TU weite Interventionsgrenze: Wird die Interventionsgrenze überschritten, muss der/die Studiendekan*in ein entsprechendes Lehrqualitätsgespräch mit den betroffenen Lehrenden suchen und gemeinsam Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre besprechen. Hierfür gibt es einen Gesprächsleitfaden.

Bei zweimaliger direkt aufeinanderfolgender Verletzung der Interventionsgrenze durch eine*n Lehrende*n meldet die Fakultät dies an den Vizepräsident*in für Lehre weiter. Gemeinsam erörtern der/die Vizepräsident*in mit der*dem betroffenen Lehrenden Lösungsansätze im Rahmen eines Lehrqualitätsgesprächs.

Interventionsgrenzen an einer Fakultät: Es steht den Fakultäten darüber hinaus frei, strengere Interventionsgrenzen festzulegen.Hat sich eine Fakultät eigene Interventionsgrenzen gegeben und werden diese durch einen Dozenten überschritten, sollte der/die Studiendekan*in ein Lehrgespräch mit dem betroffenen Lehrenden suchen, um Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre gemeinsam zu erarbeiten. Die Interventionsgrenzen an einer Fakultät sollten schärfer sein als die allgemeinen TU Interventionsgrenzen.

Was sind Metavariablen und welche Metavariablen gibt es?

Metavariablen sind Items die normalerweise auf allen Fragebögen zur Lehrveranstaltungsevaluation unabhängig von der Fakultät gestellt werden. Auf diese Items haben sich alle Fakultäten in einem gemeinsamen Aushandlungsprozess geeinigt. Sie bilden einen Standard an der TU Berlin ab.

Bei den Metavariablen kann man zwei Arten unterscheiden. Variablen die Gruppierungsmerkmale abfragen und Variablen die Inhalte zur Lehrveranstaltung abfragen.

Die Lehrgüteskala basiert auf Skalen des HILVE II Inventars nach Prof. Rindermann. Sie bezieht sich auf den Stil der Lehrenden.

Alle Variablen werden über die Fragebibliothek im EvaSys System allen Fakultäten zur Verfügung gestellt. Die Metavariablen gibt es in einer deutschen und einer englischen Fassung.

VariablentypThema
GruppierungsvariableAbschlussart
GruppierungsvariableStudiengang
GruppierungsvariableGeschlecht
GruppierungsvariableVeranstaltungsart
GruppierungsvariableFachsemester
InhaltsvariableGesamturteil LV
InhaltsvariableVor und Nachbereitungszeit LV
InhaltsvariableStoffschwierigkeit LV
InhaltsvariableLehrgüteskala anregend
InhaltsvariableLehrgüteskala verständlich
InhaltsvariableLehrgüteskala zusammenfassen
InhaltsvariableLehrgüteskala Vorbereitung
Metavariablen in der Lehrveranstaltungsevaluation der TU Berlin

Was ist ein Lehrqualitätsgespräch? Was ist ein Lehrgespräch?

Laut QMO gibt zwei Varianten eines Lehrqualitätsgespräch. Basis für solch ein Gespräch ist, dass ein*e Lehrende*r mehrmals die Interventionsgrenze überschreitet. Hierbei wird die Fakultätsebene und die zentrale Ebene eines solchen Gesprächs unterschieden.

Fakultätsebene: Wenn sich der/die Studiendekan*in mit Lehrenden innerhalb einer Fakultät treffen, um Verbesserungsmaßnahmen im Bereich der Lehre zu besprechen.

Hierfür gibt einen entsprechenden Gesprächsleitfaden, der für solch ein Gespräch entwickelt wurde. Um dieses Gespräch von dem Lehrqualitätsgespräch mit VP SL abzugrenzen wird in diesem Dokument die ursprüngliche Bezeichnung Lehrgespräch für das Gespräch Studiendekan und Lehrende*r genutzt.

Zentrale Ebene: Wird die Interventionsgrenze in aufeinander folgenden Semestern zwei mal durch die*denselbe*n Lehrende*n überschritten, folgt ein Lehrqualitätsgespräch mit VP SL.

Was ist ein Feedbackgespräch?

Ein Feedbackgespräch ist ein Gespräch auf Basis der Lehrveranstaltungsevaluation, bei dem sich Studierende und Lehrende über die Lehrveranstaltung austauschen. Der Lehrende gibt den Studierenden ein entsprechendes Feedback und holt sich ein zusätzliches Meinungsbild zu seiner Lehre ein.

Hierfür gibt einen entsprechenden Gesprächsleitfaden, der für solch ein Gespräch entwickelt wurde.

Wie kann ich kleine Lehrveranstaltungen evaluieren?

Lehrveranstaltungen mit kleineren Teilnehmerzahlen lassen sich statistisch nicht sinnvoll mit Fragebögen bewerten. Hierfür gibt es qualitative Methoden die direktes Feedback erlauben. Verschiedene Verfahren zur Evaluation kleinerer Lehrveranstaltungen sind unter https://www.tu.berlin/go105400/ dargestellt.