Qualitätswissenschaft

Forschung

Die Qualität von Produkten und Dienstleistungen hat sich zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor entwickelt. Dabei ist nicht nur die Produktion, sondern auch die Bereiche der Produktentstehung mit Entwicklung, Fertigungsplanung, Beschaffung, Instandhaltung und Vertrieb sowie Kundendienst in die Betrachtungen einzubeziehen, bis hin zur gesamtheitlichen, umfassenden Qualitätsbetrachtung des Unternehmens mit seinen Kunden- und Lieferantenbeziehungen (TQM=Total Quality Management).

Zukünftig wird daher die Bewertung und Sicherstellung der kundenrelevanten und vom Kunden wahrgenommenen Qualitätsmerkmale (Perceived Quality) bei der Entwicklung neuer Qualitätstechniken im Vordergrund stehen. Fehlerquellen und Problemstellungen müssen frühzeitig erkannt, bewertet und beseitigt werden. Der Produktreifegrad über den Produktentstehungsprozess hinweg muss messbar und transparent dargestellt werden. Dazu sind Methoden und Techniken zu entwickeln, die in den einzelnen Prozessabschnitten einfach und zielführend einsetzbar sind. Ein zunehmender Komplexitätsgrad der Produkte, die Entwicklung in global (räumlich und organisatorisch) verteilten Strukturen und der Einsatz virtueller Methoden in sich ständig verkürzenden Prozessen sind einerseits Herausforderungen an die Qualitätswissenschaft, die neue Lösungsansätze in Datenanalyse, Problemlösungstechniken und Qualitätspraktiken erfordern. Anderseits sind diese Lösungsansätze auch auf komplexe, zunehmend global verteilte Wertschöpfungsprozesse anzupassen.

Forschungskonzept

Qualität hat drei Dimensionen, die ein Unternehmen betrachten muss, um am Markt bezüglich Qualität wettbewerbsfähig zu sein. Danach richtet sich unser derzeitiges Themenspektrum in der Forschung aus. Erstens die Strategiequalität. Das heißt beispielsweise, wie gut ist die Strategie, nach der Produkte auf dem Markt platziert werden? Gibt es innerhalb der Qualitätsstrategie einen vom Management getriebenen kontinuierlichen Verbesserungsprozess bezogen auf Produkte, Prozesse und die Organisation? Die zweite Dimension beinhaltet die Produktqualität und die Prozessqualität. Die Produktqualität bezieht sich sowohl auf die Qualität der Produkte, die das Unternehmen ausliefert als auch darauf, wie Qualität vom Kunden wahrgenommen wird. Dies kann durchaus unterschiedlich sein, sollte aber möglichst in Überdeckung gebracht werden. Bei der Prozessqualität geht es hauptsächlich darum, qualitätsfähige und robuste Prozesse zu gestalten, aus denen dann „automatisch“ fehlerfreie qualitativ hochwertige Produkte entstehen. Drittens müssen wir die Strukturqualität betrachten. Damit ist der organisatorische und methodische Unterbau gemeint, den man braucht, um Prozess- und Produktqualität abzusichern und die Qualitätsstrategie umzusetzen. Dazu gehören die Qualifikation der Mitarbeiter, die qualitätsgerechte Qualitätsorganisation, ein funktionsfähiges, implementiertes QM-System und systematischer Methodeneinsatz.

Forschungsfelder

Abgeleitet aus den Herausforderungen an das Qualitätsmanagement und den etablierten und zukünftigen Zielgrößen für die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beschäftigen wir uns im Rahmen von Forschungsarbeiten schwerpunktmäßig mit Themenfeldern wie Wirtschaftlichkeit von QM, Risiko- und Qualitätsabsicherung über die gesamte Produktentstehung (vor allem in den frühen Phasen), Supply Chain Quality, Globales Qualitätsmanagement, Qualitätsmanagement in Wertschöpfungsnetzwerken mit den dazugehörigen kulturellen Herausforderungen und unterschiedlichen Wertvorstellungen, aber auch mit der Entwicklung von integrierten nachhaltigen Managementsystemen und Methoden zur Qualitätsabsicherung von Innovationen bzw. Innovationsprozessen.