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Ottmar Edenhofer in Berater-Runde des Vatikans berufen

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer wurde von Papst Franziskus in die Berater-Runde des Vatikans zur „ganzheitlichen Entwicklung des Menschen“ berufen. Das sogenannte „Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen“ mit rund 50 Mitarbeiter*innen setzt sich für Gerechtigkeit und Frieden ein. Angesichts von Gewalt, wirtschaftlichen Krisen und (klimabedingten) Naturkatastrophen ist es Ziel dieser Behörde des Heiligen Stuhls, dass die Menschenrechte beachtet und weiterentwickelt werden. Flüchtlinge und Staatenlose, Opfer von Sklaverei, Folter und Naturkatastrophen, sozial Benachteiligte und Kranke sollen ihre Rechte gleichberechtigt wahrnehmen können. Ottmar Edenhofer ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) sowie Professor für die Ökonomie des Klimawandels an der TU Berlin,

Auf Basis der Katholischen Soziallehre entwickelt die Behörde Einschätzung und Handlungsempfehlungen zu Kinderarbeit, Ausbeutung von Migrant*innen und Menschenhandel, Todesstrafe, Abrüstung und Umweltschäden. Die Empfehlungen und Bewertungen sollen über nationale Bischofskonferenzen auf lokaler Ebene in die Umsetzung gebracht werden. Außerdem unterstützt und koordiniert die vatikanische Behörde die Initiativen katholischer Einrichtungen und steht im Dialog mit Nichtregierungsorganisationen, Regierungen und internationalen Organisationen.

Ottmar Edenhofer, der während des Jugoslawien-Konflikts Anfang der 1990er Jahre die humanitäre Hilfsorganisation „Jesuit Refugee Service“ in Kroatien und Bosnien leitete, wird Forschungsergebnisse zu Migrations- und Konfliktfaktoren, die durch den Klimawandel verstärkt werden, in sein neues Amt einbringen. Bedeutung und Einfluss von Erkenntnissen der Klimawissenschaften auf die Römische Kurie zeigten sich bereits 2015, als Papst Franziskus die Enzyklika „Laudato si‘ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ veröffentlichte, die sich auf Klima- und Umweltschutz konzentriert.

Seit 2018 ist Ottmar Edenhofer Direktor des PIK. Zuvor leitete er als stellvertretender Direktor dort die Forschungsagenda des Forschungsbereichs „Nachhaltige Lösungen“, die er 2007 initiierte. Zum Wintersemester 2008/2009 nahm er an der TU Berlin die Professur „Ökonomie des Klimawandels" an, die europaweit die erste dieser Art war und von der Michael Otto Stiftung kofinanziert wurde. Von 2008 bis 2015 war Ottmar Edenhofer einer der Ko-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe III „Minderung des Klimawandels“des Weltklimarats Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und gab die Berichte „Climate Change 2014: Mitigation of Climate Change” sowie „Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation” mit heraus. Seit 2012 ist er Direktor des damals neu gegründeten Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC).