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Im Gleichschritt

Seit seiner Gründung 1824 war der Berliner Architekten- und Ingenieurverein (AIV) zwar staatsnah, aber überparteilich. Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 schaltete er sich jedoch selbst gleich: Mit der Wahl eines Parteifunktionärs zum Vorsitzenden und dem Ausschluss von mindestens 83 jüdisch-stämmigen sowie politisch missliebigen Mitgliedern. Fünf Jahre später wurde er als „Gaufachgruppe Berlin der Fachgruppe Bauwesen im NS-Bund Deutscher Technik“ offiziell der NSDAP eingegliedert, deshalb nach Kriegsende zunächst aufgelöst und 1950 schließlich wieder zugelassen.

Anhand der Vereinsgeschichte, Biografien von Akteurinnen und Akteuren sowie den Ergebnissen des bis zuletzt durchgeführten Schinkelwettbewerbs behandelt die Ausstellung „Im Gleichschritt. Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin im Nationalsozialismus“ den bedrückenden Prozess von Anpassung, Beteiligung und Profitnahme – auch über 1945 hinaus.

Ausstellungseröffnung:

  • Zeit: Mittwoch, 6. Dezember 2023, 19.00 Uhr
  • Ort: Architekturgebäude am Ernst-Reuter-Platz, Straße des 17. Juni 152, Untergeschoss des Flachbaus

Es sprechen:

  • Hans-Dieter Nägelke, Leiter des Architekturmuseums der TU Berlin,
  • Tobias Nöfer, Vorsitzender des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin Brandenburg.

Ausstellungszeit:

  • Zeit: 7. Dezember 2023 bis 22. Februar 2024, Mo–Do 12.00–16.00Uhr (23. Dezember 2023 bis 7. Januar 2024 geschlossen)
  • Ort:  Architekturgebäude am Ernst-Reuter-Platz, Straße des 17. Juni 152, Untergeschoss des Flachbaus

Der Eintritt ist frei.

Teil dieser Geschichte ist auch die enge personelle Verflechtung zwischen Verein und Königlich Technischer Hochschule zu Berlin, der Vorgängerinstitution der TU Berlin. Ebenso gingen 1953 mit der Bibliothek des Vereins und seinem Zeichnungsarchiv viele Quellen, aus denen sich die Ausstellung speist, in das Eigentum der TU Berlin über. Ausstellung und Ausstellungskatalog entstanden deshalb als gemeinsames Forschungsprojekt von AIV und Architekturmuseum der TU Berlin.

Im Rahmen der Ausstellung stellen vier weitere baukulturelle Verbände (Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft, Bund Deutscher Architektinnen und Architekten Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung und werkbund berlin) ihre Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit vor.

Das Projekt wurde unterstützt von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt im Rahmen der Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte.

Weiterführende Informationen

Webseite Architekturmuseum der TU Berlin