Management im Gesundheitswesen

Magnet4Europe - Verbesserung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens in der Arbeitswelt von Gesundheitspersonal

Hintergrund

In Europa arbeiten mehr als 23 Millionen Menschen im Gesundheitswesen. Burnout, Angstzustände, Schlafstörungen und Depressionen sind unter diesen Beschäftigten weit verbreitet und kommen im Gesundheitswesen viel häufiger vor als in anderen Berufen. Die Ursache dafür ist meist eine Kombination aus Erschöpfung, Zynismus und empfundener Ineffizienz als Folge von langfristigem Arbeitsstress.

Die besten Krankenhäuser in den USA sind Magnet®*-Krankenhäuser und zeichnen sich durch besonders zufriedene Mitarbeiter*innen und sehr gute Ergebnisse für die Patient*innen aus.  Das Magnet4Europe-Projekt zielt darauf ab, das Magnet-Modell zur organisatorischen Neugestaltung der klinischen Arbeitsumgebung in über 60 Krankenhäusern in sechs europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, England, Irland, Norwegen, Schweden) einzuführen und zu evaluieren.

Ziele

Das übergeordnete Ziel von Magnet4Europe ist die Verbesserung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens von Ärzt*innen, Pflegefachpersonen und weiteren Angehörigen der Gesundheitsberufe in europäischen Krankenhäusern. Magnet4Europe implementiert das Magnet-Modell in europäischen Ländern, unter Beteiligung von Stakeholdern und politischen Entscheidungsträgern. 

Zu den spezifischen Zielen gehören:

  1. Umsetzung einer evidenzbasierten Maßnahme (Magnet®) zur Verbesserung des klinischen Arbeitsumfelds als Strategie zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten.
  2. Evaluation der Wirksamkeit von Magnet4Europe mittels randomisiert-kontrollierter Studie (RCT) und qualitativer Begleitevaluation
  3. Ermittlung von Hindernissen und Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung des Magnet-Modells in europäischen Krankenhäusern.

Methode

Magnet4Europe verwendet ein gemischtes Methodendesign, um die direkten und indirekten Gesundheitsergebnisse sowie die Kosteneffizienz zu ermitteln. Die Studie ist als randomisiert-kontrollierte Studie (RCT) mit Wartelisten-Design angelegt, d.h. die teilnehmenden Kliniken sind in zwei Gruppen eingeteilt und haben zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit der Intervention gestartet. Das Projekt beinhaltet wiederholt stattfindende Mitarbeiterbefragungen, Interviews und Fokusgruppen, um Unterschiede zwischen den beiden Gruppen sowie Veränderungen im Zeitverlauf messen zu können.

Die Intervention beinhaltet folgende Komponenten:

  1. Zugang zum Magnet-Manual und der Gap-Analyse;
  2. 1:1-Partnerschaften (Twinning) mit Magnet-zertifizierten Krankenhäusern aus den USA;
  3. Regelmäßig stattfindende internationale Lerngruppen (Learning Collaboratives);
  4. Die Bildung einer kritischen Masse von Einrichtungen, die die Innovation vorantreiben;
  5. Die Bereitstellung der Ergebnisse der jährlich stattfindenden Befragungen

Magnet4Europe in Deutschland

Deutscher Projektpartner im Magnet4Europe Projekt ist das Fachgebiet Management im Gesundheitswesen der TU Berlin.

In Deutschland nehmen insgesamt 20 Krankenhäuser teil (siehe Karte).

  • Deutsches Herzzentrum Berlin
  • Universitätskliniken Bonn
  • Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide GmbH
  • Städtisches Klinikum Dessau
  • Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD)
  • Universitätskliniken Freiburg
  • BG Klinikum Bergmannstrost Halle gGmbH
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Universitätsklinikum Heidelberg
  • Städtisches Klinikum Lüneburg gGmbH
  • Deutsches Herzzentrum München
  • Universitätsklinikum Münster
  • Klinikum Osnabrück GmbH
  • Universitätskliniken Regensburg
  • Kreiskliniken Reutlingen
  • Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart
  • Sana Herzchirurgie Stuttgart GmbH
  • Krankenhaus vom Roten Kreuz Bad Cannstatt GmbH
  • Universitätsklinikum Tübingen
  • RKU – Universitäts- und Rehabilitationsklinikum Ulm gGmbH

Projektpartner

  • Katholieke Universiteit Leuven, Belgien (Co-PI (prinicipal investigastor), Projektleitung)
  • University of Pennsylvania, USA (Co-PI)
  • Technische Universität Berlin, Deutschland
  • University of Southampton, UK
  • University College Cork, Irland
  • Karolinska Institutet, Schweden
  • London School of Hygiene and Tropical Medicine, UK
  • King's College London, UK
  • Meplis NV, Belgien
  • Universitair Ziekenhuis Antwerpen, Belgien

Publikationen

W. Sermeus, L.H. Aiken, et al. (2022): A workplace organisational intervention to improve hospital nurses’ and physicians’ mental health: study protocol for the Magnet4Europe wait list cluster randomised controlled trial. BMJ open, 12(7), e059159. http://dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2021-059159

C.B. Maier, J. Köppen, J. Kleine (2022): Das Arbeitsumfeld in Krankenhäusern verbessern. Erste Erfahrungen in der Umsetzung des Magnet-Konzepts in deutschen Krankenhäusern – Das Magnet4Europe Projekt. Die Schwester Der Pfleger, 61(8). https://www.dbfk.de/media/docs/download/DBfK-Aktuell/FA-Arbeitsumfeld-KH-verbessern_SP_08-2022_DBfK.pdf

J. Kleine, J. Köppen, C.B. Maier (2022): Umgestaltung des Arbeitsumfelds von Pflegefachpersonen und Ärzt:innen in europäischen Krankenhäusern. Soziale Sicherheit.

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Begleitende Forschung für Deutschland

Magnetkrankenhäuser - Begleitforschung in Deutschland

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  1. E-Mail (ohne Betreff und Text) an mig-magnet-join(at)lists.tu-berlin.de
  2. Sie erhalten einen Link, der Sie zur Bestätigung weiterleitet. Dort wählen Sie „Eintrag in Liste Mig-magnet“.
  3. Sie erhalten anschließend eine E-Mail, die Ihre erfolgreiche Anmeldung bestätigt.

Förderung

Das Projekt wird von 2020 bis 2023 durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 848031 gefördert.  

Zusätzlich zu Magnet4Europe wird für Deutschland das Projekt “Magnetkrankenhäuser - Begleitforschung in Deutschland” von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

*Die Magnet®-Intervention ist eine in den Vereinigten Staaten von Amerika und anderen Rechtsbarkeiten eingetragene Marke des ANCC und wird unter Lizenz des ANCC verwendet. Alle Rechte sind ANCC vorbehalten.

**Innerhalb des Projekts zählen in Deutschland 19 Krankenhäuser zur Studie, wobei 20 teilnehmen, da zwei Krankenhäuser ein gemeinsames Partnerkrankenhaus haben.