Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik

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Schöne-Vortrag: Giving Voice to the Women of the Rijksmuseum

Im Jahr 2021 startete das Rijksmuseum in Amsterdam unter der Leitung von Jenny Reynaerts das Projekt Women of the Rijksmuseum, das darauf abzielt, die Sammlung des Museums und ihre Präsentation ausgewogener zu gestalten, indem insbesondere geschlechtsspezifische Perspektiven und weibliche Erzählungen berücksichtigt werden. Um diese dringliche Reform umzusetzen, konzentriert sich das auf fünf Jahre angelegte Projekt auf drei Untersuchungsschwerpunkte: Künstlerinnen, Geschichten und Sammlungsgestalterinnen. Letztere sind auch Gegenstand der größeren, nationalen Plattform The Other HalfWomen in the Dutch Art World, 1780-1980, die gemeinsam mit weiteren Partnern des Kultur- und Wissenschaftsbetriebs organisiert wird. Ziel der Plattform ist es, Informationen über Frauen in der niederländischen Museumswelt zu sammeln und weiterzugeben, die keine Kunstschaffenden waren. Viele dieser Stifterinnen, Kritikerinnen, Museumsmitarbeiterinnen, Händlerinnen und Schriftstellerinnen wurden aus der Kunstgeschichte herausgeschrieben, die Leistungen ihrer männlichen Kollegen hingegen in den Vordergrund gerückt. Rachel Esners Forschung richtet ihren Fokus auf zwei Kuratorinnen, die beide ihre Karriere im Rijksmuseum begannen, und zeichnet ihre beruflichen Wege und Leistungen im Kontext des frühen 20. Jahrhunderts nach. Die Referentinnen gehen auch auf methodische Aspekte ihrer Projekte ein, da sich die Untersuchung der Handlungsfähigkeit von Frauen in der historischen Forschung als eine große Herausforderung erweist. 

Dr. Jenny Reynaerts ist leitende Kuratorin für Gemälde am Rijksmuseum und Vorsitzende des Projektteams Women of the Rijksmuseum. Sie hat zahlreiche Publikationen zur Kunst des 19. Jahrhunderts veröffentlicht, insbesondere zur niederländischen Malerei. Im Bereich der Frauengeschichte beschäftigt sie sich vor allem mit dem Leben und der sozialen Stellung von Malermodellen. Derzeit arbeitet sie an einer Biografie über zwei Modelle des Künstlers George Hendrik Breitner.

Dr. Rachel Esner ist Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Amsterdam. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Museen, Ausstellungsgeschichte und kuratorische Praktiken. Zusammen mit Bram Donders und Sandra Kisters erhielt sie kürzlich den Dutch Research Council Museum Grant, um die Stifterinnen des Museums Boijmans Van Beuningen zu erforschen. Gemeinsam mit Jenny Reynaerts u.a. initiierte sie die Plattform The Other Half, für die sie derzeit Kuratorinnen des Rijksmuseums untersucht. 

Der Schöne Vortrag ist eine gemeinsame Veranstaltung des Fachgebiets Kunstgeschichte der Moderne der TU Berlin und der Richard-Schöne-Gesellschaft für Museumsgeschichte e.V.

© Susanne Meyer-Abich