Kunstgeschichte der Moderne
© Stiftung Stadtmuseum Berlin

Die Geschäftsbeziehungen zwischen der Kunst und Antiquitäten GmbH der DDR und westlichen Auktionshäusern im Zeitraum von 1973 bis 1990: Mechanismen – Netzwerke – Objekte

Das Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste hat zum Ziel, die Geschäftsbeziehungen zwischen der Kunst und Antiquitäten GmbH der DDR und westlichen Auktionshäusern im zeitlichen Rahmen von 1973 bis 1990 systematisch zu erforschen. Die Kunst und Antiquitäten GmbH übte von ihrem Gründungsjahr 1973 bis zum Verkaufsstopp kurz nach dem Mauerfall den Export von Kunstgegenständen, Antiquitäten und Gebrauchtwaren im westlichen Ausland zwecks Devisenerwirtschaftung aus. Zu wichtigen Abnehmer*innen der ostdeutschen Kunstexportfirma zählten unter anderem Auktionsunternehmen im Westen.

Zum einen sollen im Projekt die Strukturen und Mechanismen dieser Geschäfte sowie Akteur*innen und Firmennetzwerke ermittelt werden. Zum anderen sind Objekte, die von der Kunst und Antiquitäten GmbH auf direkten bzw. indirekten Wegen an westliche Auktionshäuser eingeliefert wurden, zu identifizieren. Dabei gilt zu klären, in welchem Ausmaß diese Lieferungen Kunstgegenstände aus enteigneten ostdeutschen Privatsammlungen und musealen Beständen sowie zur Ausfuhr nicht zugelassene Antiquitäten beinhalteten. Einen weiteren Fokus der Untersuchungen bildet die Rezeption von Auktionen mit Kunstgegenständen aus der DDR.  Wie gingen die Auktionshäuser mit deren Provenienz in ihren Auktionskatalogen um und welche Informationen lancierten sie über Versteigerungen dieser Objekte in der westlichen Öffentlichkeit? Wie reagierte die Presse auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs auf solche Auktionen?

Der Teilbestand „Kunst und Antiquitäten GmbH“ im Bestand DL 210 „Betriebe des Bereichs Kommerzielle Koordinierung“ im Bundesarchiv bietet die Hauptquelle für die Projektuntersuchungen. Ergänzt werden sollen die Recherchen durch die Auswertung relevanter Archivalien im Archiv des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes und im Getty Research Institute.

Die gesammelten Daten sollen somit einen wichtigen Informationspool für betroffene Sammler*innen und Museen in der ehemaligen DDR und BRD sowie im westlichen Ausland bieten. Die Ergebnisse stehen nach Ende des Projektes und nach Abschluss der datenschutzrechtlichen Prüfung für die Forschungsgemeinschaft in der Datenbank Proveana zur Verfügung.

Team

NameE-MailFunktion
Lisa Lang Studentische*r Mitarbeiter*in (2020-2022)
Prof. Dr. Bénédicte Savoye.goulko@tu-berlin.deLeitung
Xenia Schiemannxenia.schiemann@tu-berlin.deWissenschaftliche Mitarbeiterin

Förderung

Kooperationspartner