Kunstgeschichte der Moderne
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TEAA - Tracing East Asian Art

In den Projekten des Forschungsschwerpunktes TEAA – Tracing East Asian Art wird der westliche Markt für chinesische, japanische und koreanische Kunst in den ersten hundert Jahren nach Öffnung Ostasiens (1842-1945) untersucht. TEAA arbeitet in der Provenienzforschung eng mit nationalen und internationalen Museen zusammen. Das 2017 gegründete Netzwerk Provenienzforschung zu ostasiatischen Objekten, dem Museumsexperten und Wissenschaftler angehören, trifft sich einmal im Jahr in Berlin.

Herbert Ginsbergs verschollene Ostasiatica-Sammlung – eine Spurensuche zwischen 1942 und heute

Im August 1942 wurde eine der umfangreichsten und wertvollsten privaten Berliner Ostasiatica-Sammlungen durch die Nationalsozialisten in den besetzten Niederlanden beschlagnahmt – die des deutsch-jüdischen Bankiers und Industriellen Herbert Ginsberg (1881-1962). Bis heute ist der Großteil der Sammlung verschollen, die bis mindestens 1929 einen Umfang von 914 Objekten hatte. Für 808 von ihnen stellt sich die Frage des Verbleibs. Dabei handelt es sich vornehmlich um Japanische Holzschnitte, Malereien, Netsuke aus unterschiedlichen Materialien, Bronzen und Skulpturen. In dem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste finanzierten Projekt werden sowohl die Ostasiatica-Sammlung als auch die Wege und den Verbleib der seit 1942 vermissten Objekte rekonstruiert.

Zur Projektbeschreibung

Wissenschaftliche Mitarbeiter*in: Laura-Marijke Hecker

Imperiale Beutekunst aus China auf dem europäischen Kunstmarkt

Nach der Plünderung des Pekinger Sommerpalastes durch britische und französische Truppen im Oktober 1860 kamen erstmals Objekte aus der kaiserlichen Sammlung in großem Ausmaß auf den europäischen Kunstmarkt und gelangten in Folge in private und öffentliche Sammlungen. In dem Projekt werden die Verkäufe dieser Objekte auf Pariser und Londoner Auktionen in den 1860er Jahren erfasst und ausgewertet: Welche Objekte wurden angeboten? Wer war der Vorbesitzer? Wer kaufte sie? Und zu welchem Preis? 

Publikationen zum Thema: 

Nachlass Ernst Grosse

Der Freiburger Ethnologe Ernst Grosse (1862-1927) baute Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit der Hamburger Industriellenwitwe Marie Meyer (1833-1915) eine bedeutende Sammlung ostasiatischer Kunst auf. Seine Erwerbungen tätigte er vor allem sowohl auf dem Pariser Kunstmarkt als auch in Ostasien selbst. Grosse gilt als einer der Pioniere des wissenschaftlichen Diskurses über die Kunst aus dem Fernen Osten in Deutschland. Er beeinflusste zudem auf vielfältige Weise die Genese der Berliner Sammlung für ostasiatische Kunst. In seinen Tagebücher und Briefen berichtete er von Kunstkäufen und Kunstwerken und bettet sie in den historischen Kontext seiner Zeit ein. In diesem Projekt werden erstmals seine im privaten Nachlass befindlichen Tagebücher transkribiert und wissenschaftlich ausgewertet. 

Mitarbeiter*innen: Mei Hau-Kunzi, Jenny Fischer-Falckenberg

Projektzeitraum
2019

Leitung
Dr. Christine Howald

Publikationen