Kunstgeschichte der Moderne
Team Foto © PHIL_DERA

Leibniz-Projekt-Cluster translocations

translocations ist ein als Cluster organisiertes Forschungsvorhaben zu Kulturgutverlagerungen aus historischer Perspektive, ermöglicht durch die Vergabe des Gottfried Wilhelm Leibniz Preises der DFG an Bénédicte Savoy.

Aktueller denn jemals zuvor ist die Problematik der Verlagerung von Kulturgütern in Kriegs- und Friedenszeiten, mit all den damit verbundenen rechtsmoralischen, kulturpolitischen und wissenschaftlichen Folgen – sie gehören zweifelsohne zu den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Gegenstand von translocations sind großangelegte Kulturgutverlagerungenseit der Antike: staatlich organisierter Kunstraub und Beutekunst in Kriegs- und Okkupationszeiten; Entzug von Kulturgütern im Kolonialismus; Verlagerung in Folge von Fundteilungen und wissenschaftlichen Expeditionen; durch den Kunsthandel forcierte Diaspora ganzer materieller Kulturen; ideologisch begründete Beschlagnahmungen; Verstaatlichungen oder massive Veräußerungen privaten Eigentums. Im Zentrum unseres Interesses stehen die Verlagerungen an sich – das Phänomen des Abtransports selbst, mit all den damit verbundenen Traumata, Diskursen, Akteuren, Gesten, Techniken und Repräsentationen.

Wir wollen systematische Erkenntnisse über die sozialen, politischen und kulturellen Implikationen von Kulturgutverlagerungen der Vergangenheit als Orientierungshilfe für die Zukunft liefern. Historische Forschung zielt in unserem Verständnis bewusst auf die Gestaltung gesellschaftlicher Verständigungsprozesse und die Entwicklung von Handlungsoptionen.

Mittels Detailforschungen (Kunstraub und Trophäenwesen der Antike | Translokationen und Religion | Europa und die Entdeckung der Welt in Mittelalter und Früher Neuzeit | Kulturgüter in Diasporen in Neuzeit und Moderne | Enteignung und Translokation von Kulturgütern vor dem Hintergrund der großen Kriege des 20. Jahrhunderts) erarbeitet der Projekt-Cluster

  • einen Atlas,
  • eine Textsammlung,
  • ein Glossar und
  • eine ikonographische Bilddatenbank zu Kulturgutbewegungen

und macht sie entsprechend der Möglichkeiten web-basierter Aufbereitung allgemein zugänglich. Ebenso um eine theoretische Erfassung des Phänomens bemüht, wird unsere Arbeit in Veröffentlichungen, Workshops und Konferenzen mit einer breiten Öffentlichkeit geteilt und diskutiert.

Der Projekt-Cluster verbindet die über Jahre am Fachgebiet gewachsenen Forschungsbereiche Kunstraub im globalen Kontext, Kunstmarkt und Provenienz und transnationale Museumsgeschichte. Studierende des Instituts bekommen mittels Formaten des Forschenden Lernens Einblicke in die Arbeit des Clusters. Diverse Projektseminare, wie Kulturgutverlagerungen seit der Antike: ein kommentierter Bildatlas, Quellentexte zum Kunstraub seit der Antike, Aneignungen von Kunst – Perspektive der Enteigneten und Das Leben der Kunst sind aus dem Kontext von translocations hervorgegangen.

Presse-Echo

Projektlaufzeit
2017 - 2020

Projektskizze
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Forschungsblogs

Die Arbeitsergebnisse werden auf den seit 2017 geführten Forschungsblogs Translocations. Anthologie und Translocations. Ikonographie veröffentlicht. Die dort entstandene Sammlung kommentierter Bild- und Textquellen wurde über das Projektende im Herbst 2020 weitergeführt.

Kooperationspartner*innen

Publikationen

 NameE-Mail
LeitungProf. Dr. Bénédicte Savoye.goulko@tu-berlin.de
 Eyke Vonderauvonderau@tu-berlin.de
ProjektkoordinationMerten Lagatzlagatz@tu-berlin.de
Wissenschaftliche Mitarbeiter*innenDr. Felicity Bodenstein 
 Prof. Dr. Isabelle Dolezalek 
 Dr. Elisabeth Furtwängler (assoziiert) 
 Dr. Christine Howald 
 Dr. Gidena Mesfin Kebede 
 Dr. Anne Luther 
 Dr. Andrea Meyerandrea.meyer@tu-berlin.de
 Dr. Ji Young Park 
 Dr. Robert Skwirbliesrobert.skwirblies@tu-berlin.de
 Prof. Dr. Eleonora Vratskidou 
 Mattes Lammert (assoziiert)mattes.lammert@tu-berlin.de
Doktorand*innenLéa Saint-Raymond (Paris, Collège de France) 
 Sebastian Willertwillert@dubnow.de
Studentische Mitarbeiter*innenLuca Frepolil.frepoli@tu-berlin.de
 Nathalie Okpu 
 Simon Lindner 

Antrittsvorlesung und Kurse von Bénédicte Savoy am Collège de France

© TU Berlin KuK

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Am 30. März 2017 hielt Bénédicte Savoy ihre leçon inaugurale am Collège de France. Mit dem Vortrag Objets du désir. Désirs d'objets - Histoire culturelle du patrimoine artistique en Europe, XVIIIᵉ-XXᵉ siècles trat sie ihre Professur auf dem Chaire internationale an, auf den sie im vergangenen Jahr berufen wurde. Der Vortrag ist als Video abrufbar, ebenso wie die wöchentlichen Vorlesungen im Kurs À qui appartient la beauté? Arts et cultures du monde dans nos musées.