Kunstgeschichte der Moderne
© Philadelphia Museum of Art

Artistische Wanderer: Die Migration von Künstlern in Zeiten der Revolution und des Krieges 1789-1815

Das Projekt untersucht die Migration von Künstlern in Zeiten der Revolution und des Krieges. Im Fokus des Interesses stehen hier die Ursachen, Strukturen und Folgen der international zusammengesetzten Künstlermigration zwischen 1789 und 1815.

Die gesamteuropäischen Verwerfungen zwischen dem Beginn der Französischen Revolution 1789 und dem endgültigen Zusammenbruch des Empire 1815 dislozierten eine Vielzahl von Künstlern. Im Laufe dieser Jahrzehnte wurden besonders die Kunstzentren Paris und Rom, doch auch eine Anzahl größerer und kleinerer Metropolen von Neapel bis Genf zu Ausgangspunkten der Emigration und der Abwanderung. Dabei ließ die unkalkulierbare Dynamik der politischen Entwicklungen die wenigsten Migrationsbewegungen unmittelbar in Niederlassungen münden. Vielmehr zirkulierte eine größere Zahl von Künstlern als je zuvor und unter exzeptionellen Bedingungen zwischen den städtischen Zentren und Subzentren Europas und der USA. Diese Mobilität konnte von akademischen Zwängen wie Routinen befreien und neue künstlerische Impulse vermitteln, vor allem aber schuf der Umlauf selbst in der Peripherie verfügbarer Künstlermigranten aus den Zentren die Voraussetzungen für eine singuläre, grenzüberschreitende Homogenität künstlerischer Produktion.

Ursachen, Strukturen und Folgen der international zusammengesetzten Künstlermigration zwischen 1789 und 1815 sind dennoch kaum im Ansatz untersucht. Das Forschungsprojekt soll den überkommenen Vorstellungen getrennter nationaler Kunstgeschichten eine Darstellung und Analyse ihrer dichten transnationalen Verflechtungen inmitten der politischen Umbrüche und der Kriege entgegensetzen.

Projektleitung
PD Dr. Gerrit Walczak

Projektlaufzeit
August 2012 - Juli 2014

Publikation

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Förderung