Technische Universität Berlin

Klimaschutz braucht Wissenschaft, Lehre, Praxis und Engagement

Vier Säulen für den Klimaschutz

Forschung zum Nutzen der Gesellschaft – so lautet der Anspruch der Technischen Universität Berlin (TU Berlin). Forschung zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit stehen dabei ganz oben auf der Agenda. Aber die Technische Universität Berlin tut mehr: Sie integriert das Thema in die Lehre, bietet spezielle Module und Studiengänge, setzt die Erkenntnisse ihrer Wissenschaftler*innen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Campus praktisch um und unterstützt ihre Mitglieder und Studierenden in deren persönlichem Engagement für den Klimaschutz.

Die Ergebnisse des Weltklimarats (IPCC) sind eindeutig: Der gegenwärtige Klimawandel ist Fakt und beruht vorwiegend auf menschlichen Einflüssen. Ebenso einig sind sich die Experten aber darin, dass längst nicht alle wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind. Die weitere wissenschaftliche Erforschung des Themas hat eine hohe gesellschaftliche Priorität und damit auch eine hohe Priorität für die TU Berlin.

Grüne Wissenschaft

An der TU Berlin lehren und forschen Hunderte Wissenschaftler*innen in den unterschiedlichsten Fachgebieten – vom Umweltschutz über die Chemie bis zur Energieverfahrenstechnik – rund um die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Allein rund 400 aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich mit den Themen. Die Wissenschaft hat nicht nur die Chance, sondern auch die Verantwortung, ihre Expertise in den notwendigen gesellschaftlichen Veränderungsprozess einzubringen und sich Gehör in der Politik zu verschaffen.

Durch die enge räumliche Nähe von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik bieten sich in der Metropolregion Berlin einmalige Chancen, die die TU Berlin aktiv nutzt, um unter anderem zusammen mit weiteren Berliner und Potsdamer Wissenschaftsinstitutionen ein neues Forschungszentrum zu gründen. Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen sollen dort gemeinsam zum Thema Klimaneutralität transdisziplinär forschen und damit Vertreter*innen der Gesellschaft einbeziehen.

Ansprechpartner

Prof. Dr.

Hans-Ulrich Heiß

Vizepräsident für Lehre, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

vp-sl@tu-berlin.de

Michael Wilmes

Leitung strategischer Projekte

michael.wilmes@tu-berlin.de

+49 30 314-22131

Gebäude Hauptgebäude

Grüne Lehre

In allen ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen der TU Berlin existieren Angebote, Klimaschutz und weitere Nachhaltigkeitsthemen vertiefend zu belegen. Daneben gibt es diverse spezialisierte Studiengänge wie Technischer Umweltschutz, Ökologie und Umweltplanung, Enviromental Planning, Regenerative Energiesysteme oder auch Water Engineering, die sich mit Klimaschutzthemen im engeren Sinne befassen. Das Interesse daran wächst rasant. Damit immer mehr Absolvent*innen die Klimawende aktiv mitgestalten können, integriert die TU Berlin kontinuierlich neue Klimathemen in alle Studiengänge.

Die Ringvorlesung „TU Berlin for Future“ thematisiert den Klimaschutz in so unterschiedlichen Bereichen wie Energiespeichertechnik, Grüne Chemie, Digitalisierung oder auch Architektur und kann von Studierenden aller Berliner Hochschulen als Wahlfach belegt werden. Mit dem schon seit 2017 angebotenen Nachhaltigkeitszertifikat können Studierende jeder Fachrichtung innerhalb ihres regulären Studiums einen individuellen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit setzen und Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung erwerben. Zugleich zielt das Programm darauf ab, die engagierten Studierenden innerhalb der TU Berlin zu vernetzen und einen Austausch auch über das Studium hinaus zu erreichen.

Das Orientierungsstudium MINTgrün ist deutschlandweit das größte seiner Art und bietet bereits seit 2012 einen Einblick in Studienfächer an der TU Berlin mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit. Momentan immatrikulieren sich rund 600 junge Menschen pro Wintersemester.

Auch Eigeninitiative wird an der TU Berlin großgeschrieben. In speziellen Projektwerkstätten, den sogenannten tu projects, können Studierende eigene Lehrformate und Tutorien zu Themen rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz entwickeln und als Studienleistung anbieten.

Grüner Campus

Schon jetzt bezieht die TU Berlin ausschließlich grünen Strom, daher richtet sich der Fokus künftig verstärkt auf die Wärmeversorgung. Die Expertise ihrer Wissenschaftler*innen nutzt die Universität auch für die praktische Gestaltung eines klimaneutralen Campus. Im Rahmen eines großen Forschungsprojektes untersuchten Wissenschaftler*innen alle 49 Gebäude auf dem Campus Charlottenburg und identifizierten mit Hilfe einer neu entwickelten Software die energetischen Sanierungsmaßnahmen mit dem größten Gesamtnutzen und den geringsten Kosten. Diese Expertise fließt jetzt in die Hochschul-Standort-Entwicklungsplanung ein. Die Klimaschutzvereinbarung, die die TU Berlin und der Berliner Senat aktuell verhandeln, verpflichtet die Hochschule, den Herausforderungen des Klimaschutzes ambitioniert zu begegnen und das Land Berlin in seinen Bemühungen hinsichtlich des Klimaschutzes zu unterstützen. Die über 50 anvisierten Einzelmaßnahmen sollen in den kommenden elf Jahren zu einer Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes der Universität von 25 Prozent führen.

Bereits 1997 hat sich die TU Berlin Umweltleitlinien gegeben, die ein klares Bekenntnis zu einer umweltorientierten Entwicklung der Hochschule enthalten. Der Nachhaltigkeitsrat der TU Berlin berät das Präsidium und den Akademischen Senat bei allen Fragen der Nachhaltigkeit in den Bereichen Bildung, Forschung, Betrieb und Transfer in die Gesellschaft und entwickelt aktuell den jährlich erscheinenden Umweltbericht zu einem umfassenden Nachhaltigkeitsbericht weiter.

Grünes Engagement

Die TU Berlin sieht sich in der klaren Verantwortung, nicht nur in ihren Kernbereichen Wissenschaft und Bildung zum Klimaschutz beizutragen, sondern auch ihre Rolle in der Gesellschaft zu stärken. Gemeinsam mit vielen Wissenschaftler*innen und Mitarbeiter*innen hat das Präsidium der TU Berlin an den Demonstrationen der Fridays for Future-Bewegung teilgenommen und sich den Forderungen der Bewegung im Sommer 2019 als eine der ersten Universität Deutschlands angeschlossen. Ein deutliches Signal dafür gab der Präsident der TU Berlin Prof. Dr. Christian Thomsen, als er gemeinsam mit Greta Thunberg vor den Demonstrant*innen sprach.

Unterstützt wird das durch die Fridays for Future-Studierendinitiative an der Universität. Die Studierenden stehen in einer kontinuierlichen Diskussion mit der Universitätsleitung, um ihre Hochschule nachhaltig und klimafreundlich mitzugestalten.

Viele Wissenschaftler*innen an der TU Berlin engagieren sich ganz persönlich, zum Beispiel als Mitglieder der Scientists for Future-Initiative. Insgesamt 440 Forscher*innen haben sich bereits freiwillig verpflichtet, auf Kurzstreckenflüge bis 1.000 Kilometer zu verzichten. Im September 2019 beteiligte sich die TU Berlin an der internationalen Klima-Themenwoche „Covering Climate now“, bei der sich weltweit viele hundert Medienhäuser und Institutionen verpflichteten, verstärkt über Klimathemen zu berichten. Zum Abschluss der Aktionswoche lud die TU Berlin die Öffentlichkeit zu der Climate Lecture ein. Bei dieser einmal jährlich stattfindenden Podiumsdiskussion mit rund 1.200 Zuhörer*innen diskutieren herausragende Klima-Wissenschaftler*innen mit Vertreter*innen der Gesellschaft über Klimaschutzpolitik.