Technische Universität Berlin

N wie Nachhaltigkeit

Lust, das eigene Studienfach einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten? Dann ist das „n Zertifikat“ der TU Berlin vielleicht genau das Richtige. Es steht Studierenden aller Fachrichtungen und aller Berliner Hochschulen offen. Es erweitert das eigene Spezialgebiet um neue Perspektiven, Nachhaltigkeitsthemen sowie gesellschaftliche und ökologische Zusammenhänge.

Perspektivwechsel erwünscht?

„Ich wollte mehr Eigeninitiative in mein Studium integrieren, das Nachhaltigkeitszertifikat hat das möglich gemacht“, erzählt Celina Besmer, Studentin des Studiengangs Nachhaltiges Management an der TU Berlin und Teilnehmerin des Zertifikatkurses. Das Nachhaltigkeitszertifikat bietet Studierenden aller Fachrichtungen und aller Berliner Hochschulen die Möglichkeit, innerhalb des regulären Studiums einen individuellen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit zu setzen. Inhaltlich beschäftigt es sich mit dem Wechselverhältnis von Technik, Individuum, Natur, Gesellschaft und Demokratie und lehrt, eigene Kompetenzen zu entwickeln, um eine nachhaltige Entwicklung im privaten und beruflichen Umfeld zu gestalten.

Zusätzliche Kompetenzen

Bewusst wurde das Zertifikat so gestaltet, dass die Teilnehmer*innen zusätzliche Kompetenzen in einer weiteren Fachdisziplin erwerben. Sie können wählen entweder aus dem naturwissenschaftlich/technischen oder dem sozialwissenschaftlich/gesellschaftlichen Bereich.

Die Nachfrage ist groß: „Wenn es ein wirklich interdisziplinäres Modul an der TU Berlin gibt, dann ist es dieses“, weiß André Baier, Entwickler des „n Zertifikats“ und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Konstruktion von Maschinensystemen. „255 Studierende aus 57 verschiedenen Fachgebieten haben seit dem Wintersemester 2018 an dem Pflichtmodul Kritische Nachhaltigkeit für den Zertifikatskurs teilgenommen – eine Interdisziplinarität, die es so in keinem anderen Modul gibt.“

Von Lernenden zu Handelnden

Celina Besmer faszinierte vor allem die Arbeit in dem inter- und transdisziplinären Projektlabor: „In der Vorlesung beschäftigt man sich anhand von Fallbeispielen mit den großen Themen wie Machtverhältnisse, Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Demokratie. Aber erst die eigenständige Arbeit in dem Projektlabor ermächtigt dazu, sich selbst zu engagieren, von einer Lernenden zu einer Handelnden zu werden, den eigenen ‚handprint‘ zu vergrößern und nicht zu resignieren. Wir haben zum Beispiel eine Initiative gegründet, um mehr Ethik in die allgemeine universitäre Lehre einzubringen. In diesem neuen Projektlabor kann man seine Partizipationsmöglichkeiten innerhalb der Demokratie ganz praktisch erproben.“ Ein gutes Gegenmittel, so findet sie, gegen die Resignation, die einen angesichts der Größe von Problemen wie dem Klimawandel oder der Demokratieverdrossenheit erfassen kann.

Aktuell befindet sich das Zertifikat in einer vierjährigen Erprobungsphase an der TU Berlin. 2021 wird evaluiert und dann entschieden, ob das Projekt fortgesetzt wird. Für Celina Besmer ist klar: „Meiner Meinung nach sollten diese Themen in jedem Studiengang an der TU Berlin verankert werden.“