Technische Universität Berlin

Klimaschutz geht alle an

Sie sind schon viele, aber noch lange nicht genug: Die Fridays for Future Studierendeninitiative an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) ist eine offene Initiative, die sich zum einen aktiv für die Gestaltung eines klimaneutralen Campus und Nachhaltigkeit in der Lehre einsetzt, aber auch in der nationalen Protestbewegung engagiert. Lust dabei zu sein?

Das ist Fridays for Future an der TU Berlin – die studentische Initiative

Anfang des Wintersemesters 2019 wurde Svenja Zumkley klar, dass sie ihre Prioritäten neu sortieren musste: „Eigentlich hat mich die studentische Vollversammlung der Fridays for Future-Initiative der TU Berlin überzeugt, mein bisheriges Engagement zu hinterfragen und mich hier mehr zu engagieren“, so die Studierende der Ökologie und Umweltplanung an der TU Berlin im 7. Semester. Die Klimaschutzdebatte braucht jede und jeden, so ihre Überzeugung. Die 24-Jährige hat sich – auch studienbedingt – schon lange für Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen interessiert und engagiert. In der Fridays for Future-Initiative, die sich im Frühjahr 2019 an der TU Berlin gründete, packte sie im vergangenen Semester vor allem bei der Organisation und Durchführung der Ringvorlesung „TU for Future“ mit an.

Rund 40 Studierende gehören zu dem engeren Kern der Initiative an der TU Berlin, die sich inzwischen als registrierte Vereinigung der TU Berlin mit einem Vorstand formiert hat. Unter den Mitgliedern sind Vertreter*innen aus allen Fachrichtungen, von den Naturwissenschaften über die Ingenieurwissenschaften bis zur Betriebswirtschaft, vertreten. „Grundsätzlich ist es uns aber wichtig, dass in der Initiative alle die gleichen Rechte haben, wir also basisdemokratisch organisiert sind“, so Svenja Zumkley.

Diskutieren und Mitwirken im Plenum

Während des Semesters treffen sich alle, die Zeit und Interesse haben, jeden Mittwochabend im sogenannten Plenum. „Dabei berichtet die Mitglieder über anstehende Aktivitäten vor Ort, es gibt Delegiertenberichte aus der nationalen und regionalen Fridays for Future-Bewegung, Berichte über den Stand der Verhandlungen mit der Universitätsleitung oder Ergebnisse aus unseren diversen Arbeitsgemeinschaften. Gleichzeitig ist jeder und jede eingeladen, sich zu Wort zu melden, sich einer Arbeitsgemeinschaft zuzuordnen oder eigene Vorschläge einzubringen“, so Svenja Zumkley.

Die Initiative ist aktuell in verschiedenen Schwerpunktthemen aktiv: Zum einen bringt sie eigene Vorschläge für die Klimaschutzvereinbarung ein, die die TU Berlin aktuell mit dem Berliner Senat verhandelt. Sie kooperiert mit den Scientists for Future-Wissenschaftler*innen an der TU Berlin bei der Organisation der Ringvorlesung „TU for Future“, die im Wintersemester 2019/20 stattfand. Dabei stellten verschiedene Referent*innen unterschiedliche Themen vor: Was sind zentrale Herausforderungen für den Klimaschutz? Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse werden am entsprechenden Fachgebiet erforscht beziehungsweise liegen schon vor? Wie sehen wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz aus, welche Veränderungen sind notwendig? Eine Fortsetzung ist für das Wintersemester 2020/21 geplant.

Für einen klimaneutralen Campus

Des Weiteren fordert die Initiative einen klimaneutralen TU Berlin-Campus bis 2030. Der dementsprechende Forderungskatalog wurde in mehreren Verhandlungsrunden mit der Universitätsleitung diskutiert. Mobilisation für die Bewegung steht auch auf der Agenda: „Natürlich geht es uns auch darum, die nationale Fridays for Future-Bewegung zu unterstützen. Es gibt verschiedene AGs, deren Aufgabe es ist, vor den Demonstrationen möglichst viele Studierende zu mobilisieren, Social Media-Kampagnen zu starten und ähnliches“, berichtet Svenja Zumkley. Zwischen der Initiative an der TU Berlin und an anderen Berliner Universitäten sowie der Ortsgruppe Berlin gibt es dabei eine enge Vernetzung.

„Auf lokaler Ebene und in der direkten Verhandlung mit dem Präsidium sehen wir durchaus kleine Erfolge und das motiviert auch. Trotzdem: Lokal, national und global gesehen, bewegt sich beim Klimaschutz viel zu wenig viel zu langsam“, so die Studierende, die gerne mehr Kommiliton*innen anregen würde, sich zu engagieren.