Klimatologie

"Kühle Briese auf grüner Wiese?" - Stadtklimatische Wirkung von Grünflächen in Berlin.

Projektbetreuung

Das Projekt zielt darauf ab, das komplexe Zusammenspiel einzelner Faktoren in Bezug auf die klimatischen Auswirkungen innerstädtischer Grünflächen zu untersuchen und zu verstehen, wobei der Schwerpunkt auf der Stadt Berlin liegt.

Ausgangspunkt

Die Urbanisierung beinhaltet die Umwandlung unbebauter Landschaften in bebaute Umgebungen, was zu Veränderungen in der Landnutzung, den Oberflächenmaterialien und der Vegetationsdichte führt. Diese Veränderungen können zum städtischen Wärmeinseleffekt führen, der die bodennahen Lufttemperaturen in Städten im Vergleich zu den umliegenden ländlichen Gebieten ansteigen lässt. Städtische Grünflächen können hier einen erheblichen Beitrag zum thermischen Komfort in Städten leisten, indem sie Schatten spenden, die Luft durch Verdunstung abkühlen und eine angenehmere Umgebung im Freien schaffen, was letztlich das Wohlbefinden der Stadtbewohner bei heißer Witterung verbessern kann. Die kühlende Wirkung urbaner Vegetation reduziert den städtischen Wärmeinseleffekt, indem sie neben der Verschattung auch durch Evapotranspiration der Luft sensible Wärme in Form von Luftfeuchtigkeit entzieht. Dieser Kühleffekt kann dazu beitragen, extreme Hitzebedingungen in städtischen Gebieten zu mildern. Dies ist besonders in dicht bebauten städtischen Gebieten wichtig, wo die bodennahen Lufttemperaturen deutlich höher sein können als in den umliegenden ländlichen Gebieten. Dieser
Unterschied der Lufttemperatur kann sich wiederum auf die Verdunstungsraten auswirken, was zu veränderten Wasserkreisläufen, erhöhtem Energieverbrauch für die Kühlung und Veränderungen der lokalen Klimamuster führen kann. Das Verständnis dieser Dynamik und Zusammenhänge ist entscheidend für eine nachhaltige und an den Klimawandel angepasste (Stadt-) Landschaftsplanung.

Ziel (Lernergebnisse)

Ökologisches Verständnis: Vertiefung des Verständnisses ökologischer Prozesse im Zusammenhang mit der stadtklimatischen Wirkung von Grünflächen bezogen auf Verschattung, Evapotranspiration und Advektion, einschließlich Faktoren wie Bodenbedeckung, Vegetation und klimatische Bedingungen in der Stadt.

Umweltplanung: Untersuchung der Auswirkungen von Grünflächen auf das Stadtklima und die damit verbundene Stadtplanung und -gestaltung, mit Schwerpunkt auf der
Abschwächung des städtischen Wärmeinseleffekts und der nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen in Berlin.

Methodik: Entwicklung von Fähigkeiten zur Erfassung und Analyse von Daten in Bezug auf bodennahe Lufttemperatur, Verdunstungsraten und Schattenwirkung in städtischen Gebieten unter Verwendung von Messverfahren, geografischen Informationssystemen (GIS) und Modellen.

Leitfragen

  • Wie verhält sich das Mikroklima in städtischen Grünflächen (Tag/Nacht, Sommer/Winter)?
  • Welchen quantitativen Einfluss haben städtische Grünflächen auf die nähere bebaute Umgebung?
  • Welche Rolle spielen dabei die Evapotranspiration, Verschattung und Advektion? Wie kann man diese erfassen bzw. untersuchen?
  • Welche Anforderungen ergeben sich aus der Beantwortung dieser Fragen für die Stadt- bzw. Landschaftsplanung?

Durchführung

  1. Grundlagen wiederholen, z.B. durch Literaturrecherche, Selbststudium (sog. „Paper Club“, Exkursionen etc.: Oktober - November)
  2. Präsentation und Ausarbeitung der Literaturstudie (wissenschaftlicher Text; Januar - Februar)
  3. Einführung in die Methoden (R, QGIS – UMEP etc. 1. Projektsemester)
  4. Konzeption Messkonzept (Februar - April)
  5. Eigene Beobachtungen und Messungen (Mai-Jun)
  6. Präsentation der Ergebnisse in einem Projektbericht und vor Ort (Juli 2024)

Dr.

Marco Otto

Sekretariat AB 3
Studienprojekt 
TitelstichwortGrundlagenprojekt II "Kühle Briese auf grüner Wiese?" - Stadtklimatische Wirkung von Grünflächen in Berlin.
ProjektkürzelKühle Brise auf grüner Wiese?
StudiengangBachelor ÖkUp
LaufzeitWiSe 2023/24 - SoSe 2024
OrtRothenburgstraße 12, Berlin-Steglitz (AB 08)
ZeitDienstags 10.00 - 14.00