Innenrevision

Compliance

Korruptionsprävention

Definition von Korruption:

Korruption ist kein rechtlich fixierter Begriff. Es gibt verschiedene Definitionen, die eine Vielzahl rechtlicher und ethischer Bestimmungen umschreiben.

Folgende Aspekte finden sich in den meisten Definitionen wieder:

  1. Korruption bezeichnet ein moralisch abzulehnendes, vielfach auf persönlichen Vorteil gerichtetes Verhalten zum Schaden von Personen oder der Allgemeinheit.
  2. Kennzeichnend ist der Missbrauch einer öffentlichen oder vergleichbaren wirtschaftlichen Funktion, der Gesetze oder andere Verhaltensnormen verletzt.
  3. Korruption schädigt das Ansehen des öffentlichen Dienstes und der Wirtschaft. Je nach Verbreitung und Duldung bewirkt sie den Verfall der anerkannten Wertmaßstäbe der Gesellschaft.

Strafrechtlich relevant sind vor dem Korruptionshintergrund vor allem Bestechung (§ 332 StGB), Bestechlichkeit (§ 334 StGB), Vorteilsnahme (§ 331 StGB) und Vorteilsgewährung (§ 333 StGB).

Weitere Tätigkeitsfelder, die in der freien Wirtschaft zum "guten Umgangston" zählen, sind durch ihre Außenwirkung in der öffentlichen Verwaltung durchaus korruptionsrelevant. Z.B. kann durch die Annahme von Belohnungen oder Geschenken oder beim Sponsoring der Eindruck entstehen, dass gewährte Vergünstigungen Auswirkungen auf Verwaltungsentscheidungen haben. Dabei ist es nicht relevant, ob Entscheidungen tatsächlich beeinflusst wurden. Allein die Möglichkeit der Beeinflussung kann bereits zum Imageschaden führen - persönlich und für eine Institution.

Fallbeispiele:

Folgende Situationen sollen unkommentiert alltägliche Situationen darstellen. Wie empfinden Sie dabei?

  • Frau A führt die Urlaubskartei in ihrem Bereich. Frau B bekommt in der Ferienzeit Urlaub während Frau C, eine alleinerziehende Mutter, arbeiten muss. Frau A und Frau B sind auch privat gut befreundet.
  • D ist studentische Hilfskraft bei Prof. E. In einer mündlichen Gruppenprüfung bekommt D andere Fragen gestellt als die anderen Prüflinge. D besteht mit 1,0, die anderen fallen durch.
  • WM F schließt als Projektleiter für ein Forschungsprojekt einen Werkvertrag mit Anbieter G ab, obwohl Anbieter H billiger ist. Nach Abschluss des Projekts arbeitet F für Anbieter G.
  • Die Werkstatt von Fachgebiet I bekommt von Anbieter J gratis eine Maschine gestellt. Die Wartung der Maschine, die aus dem Budget vom Fachgebiet I beglichen wird, ist doppelt so teuer wie die einer Maschine von Anbieter K.

Die Vorteile, die Einzelne aus korrupten Verhalten ziehen, gehen immer zu Lasten anderer, in den meisten Fällen zu Lasten der Allgemeinheit.

Wenn Sie Fragen zu Korruption haben oder in Ihrem Tätigkeitsumfeld die Möglichkeit der Einflussnahme befürchten, wenden Sie Sich bitte an die Innenrevision. Für den Fall, dass Sie durch die Offenlegung von Sachverhalten negative Konsequenzen befürchten, sagen wir Ihnen Anonymität zu.

Für Hinweisgeber*innen

Die TU verfügt über verschiedene Beratungsstellen, die alle Beschäftigte und Lehrbeauftragte bei Konflikten, Regelverstößen, in Diskriminierungsfällen, bei Verstößen gegen die gute wissenschaftliche Praxis usw. unterstützen können. Bei Schwierigkeiten stehen diese Beratungsstellen mit Rat und Kompetenz für Sie zur Verfügung:

Beratungsangebote

Beauftragte

Konfliktmanagement

Sollte eine kooperative Problemlösung nicht möglich sein und/oder nicht wirksam werden, steht die Innenrevision bei konkreten Anhaltspunkten auf mögliche Verstöße gegen Gesetze, Regeln und interne Vorgaben oder andere Missstände am Arbeitsplatz zur vertraulichen Meldung zur Verfügung.

Um eine angemessene Bearbeitung zu ermöglichen, ist es wichtig, dass Hinweise so konkret wie möglich gemeldet werden. Daher bitten wir bei der Meldung folgende Fragen zu erläutern:

  • Wer hat den Verstoß begangen?
  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wann ist es passiert?
  • Wie lässt sich der Verstoß belegen?

Beschäftigte und Lehrbeauftragte der TU haben die Möglichkeit, Hinweise anonym oder unter Angabe Ihrer Identität abzugeben. Um einen Hinweis einzureichen, haben Sie mehrere Optionen zur Auswahl:

  1. Kontakt per E-Mail: Hinweisgeber
  2. Telefonisch oder nach Terminvereinbarung: (030) 314 79839
  3. Hauspost: IR11

Für das gesamte Verfahren gilt gemäß § 8 HinSchG das Vertraulichkeitsgebot. Die interne Meldestelle wahrt die Vertraulichkeit im Hinblick auf die Identität der Beteiligten:

  • des Hinweisgebers (Whistleblower)
  • der Personen, die Gegenstand der Meldung sind
  • sonstiger in der Meldung genannter Personen.

Nicht vom Vertraulichkeitsgebot geschützt werden Hinweisgeber, die vorsätzlich oder grob fahrlässig falsche Informationen melden.

Weitere Informationen zum Hinweisgeberschutzgesetz finden Sie hier: Hinweisgeberschutzgesetz

 

Mögliche wichtige externe Meldewege finden Sie unten aufgelistet:

Bundesamt für Justiz
Adenauerallee 99 – 103
53113 Bonn

Deutschland

Telefon: +49 228 99 410-40

zur Webseite des Bundesamtes für Justiz

 

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
Graurheindorfer Straße 108
53117 Bonn

Deutschland

Telefon: +49 228 / 4108 – 2355

E-Mail der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

zum Meldesystem der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

zur Webseite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

 

Bundeskartellamt
Kaiser-Friedrich-Str. 16
53113 Bonn

Deutschland

Telefon: +49 228 9499 386

 

Europäische Union

zur Webseite der Europäischen Union