Technische Universität Berlin

Auf Wellen in den Sonnenuntergang surfen

Studierende, die ein Semester oder ein Jahr an einer Partneruniversität im Ausland verbringen, sammeln Pluspunkte für die persönliche Entwicklung und ihren Lebenslauf. Yannic Scholtyssek berichtet.

Yannic Scholtyssek ist ein Aussteiger auf Zeit. Er hat Berlin mit seinen grauen Wintern hinter sich gelassen und die Technische Universität Berlin (TU Berlin), an der er Physikalische Ingenieurwissenschaft im dritten Mastersemester studiert. Stattdessen lebte er zehn Monate lang unter der Sonne Kaliforniens und besuchte in Santa Barbara, eine Stadt an der zentralkalifornischen Küste vor der Gebirgskulisse der Santa Ynez Mountains, die University of California.

Seinen Traum auf ein akademisches Jahr im Ausland hat sich der 22-Jährige erfüllt, indem er sich im Rahmen des Überseeaustauschprogramms der TU Berlin an eine ihrer Partneruniversitäten beworben hat – der UCSB. An der TU Berlin bestehen mit über 300 ausländischen Hochschulen Kooperationen, über die die Studierenden im Ausland studieren können.

Sie können so einfach für ein Jahr ihr Zuhause wechseln. Weitere Vorteile: Yannic Scholtyssek muss keine Studiengebühren bezahlen, und er erhielt ein Leistungsstipendium von 400 Euro im Monat. „Auch das Büro für Internationales der TU Berlin stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite“, sagt er. Die im Ausland erbrachten Studienleistungen werden im Rahmen der Kooperationsverträge für das Studium in Berlin anerkannt.

Blind-Date: Auf Du und Du mit kalifornischen Familien

Gleich zur Begrüßung nahm er an einem Get-together teil, um den Lebensstil der Menschen in Santa Barbara kennenzulernen – ein Programm, mit dem die Austauschstudierenden empfangen werden. Eine ihm unbekannte Familie lud den Studenten zum Abendessen ein. „Wir unterhielten uns bis spät in die Nacht, und es war wirklich nett und einladend, mit ihnen Zeit zu verbringen.“

Der Uni-Alltag selber war eine große Herausforderung – und Umstellung. Die Uni sei sehr fordernd und der Wissenszuwachs enorm, vor allen Dingen, weil viel mehr Hausaufgaben zu bewältigen seien, erzählt der Student. „Es gab jede Woche bis zu drei Hausaufgaben pro Kurs, sodass man wochentags oft von 9 bis 18 Uhr gut beschäftigt war.“ Aber die Habenseite weise viele Pluspunkte auf: „Mein Englisch wurde immer besser und auch abseits der Uni war es sehr spannend, neue Leute und das Land kennenzulernen.“

Freizeitliebe: Wandern, Klettern, Paddeln

Damit Yannic am Wochenende wegfahren und die wunderschöne Landschaft erkunden konnte, musste er viel vorarbeiten. Freizeit war zwar ein rares Gut, doch trotzdem war er im Yosemite-Nationalpark klettern, bei Big Sur wandern, und er paddelte im Kanu zu den Ölstationen vor der Küste. Besonders toll war es, sich nach einem langen Arbeitstag aufs Surfbrett zu stellen und in den Sonnenuntergang zu reiten. „Man fährt runter, entspannt sich und wird eins mit den Wellen“, schwärmt er.

„Ich habe so viele tolle Erfahrungen gemacht!“

Das Jahr in Santa Barbara war nicht sein erstes Auslandssemester. Während des Bachelorstudiums war Yannic Scholtyssek bereits in Lulea, Schweden. „Wann werde ich nochmal die Möglichkeit haben ungebunden länger im Ausland zu leben?“, fragt er. „Ich habe so viele tolle Erfahrungen gemacht, so viele tolle Menschen getroffen und mir unglaublich viel Wissen angeeignet.“ Studieren im Ausland sei einfach eine großartige Erfahrung.

Yannic berichtet als DAAD-Korrespondent von seinem Auslandsstudium auf Instagram