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Hydrogeologie

Lausitz Exkursion

Für Studierende des Fachgebiets Hydrogeologie an der TU Berlin bieten wir ab dem Sommersemester 2022 eine dreitägige Exkursion in die Lausitz an

Der zunehmende Wassermangel in der Region Brandenburgs ist mittlerweile ein viel diskutiertes Thema in den Nachrichten und wird ein zentrales Forschungsthema an unserem Fachgebiet. Neben den klimatischen Veränderungen, bestimmen die Folgen des jahrzehntelangen Braunkohleabbaus im Lausitzer Revier die Entwicklung eines nachhaltigen Wassernutzungskonzepts.

Die Studierenden lernen bei einer Führung durch den Tagebau Welzow-Süd die technischen Abbauprozesse in einem aktiven Braunkohletagebau kennen und die angewandten Maßnahmen der Wasserhaltung.

Die Begehung der Abraumförderbrücke F60 ist ein Highlight der Exkursion. Der Prozess der aktiven Flutung von Tagebaurestlöchern lässt sich am Beispiel des Cottbuser Ostsee studieren, der nach Flutungabschluss der größte künstlich geschaffene See Deutschlands sein wird.

Lausitz Teaser

© Jan Oestreicher

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Privacy.

Die filmischen Impressionen wurden an Besuchsorten der Lausitz-Exkursion aufgenommen und zeigen die Entwicklung verschiedener Bergbaufolgelandschaften. An bereits renaturierten Standorten, wie dem eingangs gezeigten Schlabendorfer See nahe Wannichen, hat sich seit dem Ende des Tagebaus 1991 eine beeindruckende Naturlandschaft entwickelt.

Schlabendorfer See

Dort hat der bekannte Tierfilmer Heinz Sielmann mit seiner Stiftung ein Areal von 3300 Hektar erworben und ein Naturschutzgebiet u.a. für tausende Zugvögel geschaffen.

Gleichzeitig lassen sich an dem Ort die fortlaufenden Arbeiten im Auftrag der LMBV zur Renaturierung des Sees beobachten. In der Marina Schlabendorf (Stand Juli 2021) liegt das Spezialschiff „Barbara“, das eine Kalkeinspül-Vorrichtung besitzt. Durch die Eingabe von Kalkmehl in das Gewässer soll die Gewässergüte verbessert werden und gleichzeitig das im Seewasser gelöste Eisen ausgefällt werden.

Erlebnispfad nahe dem Gut Geisendorf

Am Gut Geisendorf wurden im renaturierten Bereich ein Erlebnispfad eingerichtet, der auf die wiederhergestellten Hügel der ehemaligen Endmoräne Steinitz-Geisendorf führt.

Während der aktiven Abbauphase hat sich der Tagebaubetrieb Welzow-Süd bis in unmittelbare Nähe dem Gutshaus Geisendorf angenähert. Die Ortschaft Geisendorf lag innerhalb des genehmigten Abbaufeldes und die Umsiedlung erfolgte nach Neupetershain.

Im Rahmen der Rekultiverungsmaßnahem wurde auch die vor Tagebaubeginn aktive Steinitzer Quelle wiederhergestellt. Mit 230.000 Kubikmetern Flaschenton wurde die ursprüngliche unterirdische Fassung neu modelliert und wird nun wieder durch Niederschlagswasser gespeist, so dass ein natürlicher Quellaustritt erfolgen soll.

Flutung des Tagebaurestlochs Cottbus-Nord

Ein beeindruckendes Projekt ist die Flutung des Tagebaurestlochs Cottbus-Nord. Der Tagebau soll zu über 80% mit Wasser aus der Spree geflutet werden und der restliche Wasserzufluss soll durch den Grundwasseranstieg erreicht werden. Die Flutungsbereitschaft wurde 2018 hergestellt und soll im Laufe der 2020er Jahre abgeschlossen sein.

Auf dem Filmmaterial ist zu sehen, dass der Nordrandschlauch bereits mit Wasser gefüllt ist, der einen Grabentiefe von etwa 20 m aufweist. Mit fortschreitender Flutung rutschen Bereiche der Innenkippe ab und verfüllen teilweise den Graben. Nach Abschluss der Flutung soll der größte Bergbaufolgesee Deutschlands geschaffen sein mit einer Uferlinie von 26 Kilometern.