Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte
© Philipp Arnoldt
Studiengang: M.A. Theorie und Geschichte der Wissenschaft und Technik (MA-TGWT)

M.A. Theorie und Geschichte der Wissenschaft und Technik (MA-TGWT)

Der forschungsorientierte Masterstudiengang befragt Wissenschaft und Technik aus den verschiedenen Blickrichtungen der am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte vertretenen Fachgebiete. Damit vermittelt der Studiengang ein Disziplinen verbindendes Fachwissen über die konzeptionellen Grundlagen von Wissenschaft und Technik, ihre historische Bedingtheit und Entfaltung, ihre Durchdringung von Natur und Gesellschaft und ihre ethischen Implikationen. Zugleich besteht die Möglichkeit zur Spezialisierung in den einzelnen Disziplinen. Es ist das Anliegen des Studiengangs, ein Verständnis dafür zu vermitteln, in welch weitreichender Weise Wissenschaft und Technik mit ihren formalen und materiellen Bedingungen unser Denken und Zusammenleben in der Gegenwart prägen und in Zukunft weiter prägen werden. Die Studierenden werden dabei in die Lage versetzt, eigene Forschungsinteressen zu entwickeln und diesen selbständig nachzugehen.

 

Studienrichtungen

Philosophie des Wissens und der Wissenschaften

In der Studienrichtung Philosophie des Wissens und der Wissenschaften werden vertiefte Kenntnisse der Wissenschaftsphilosophie, Erkenntnistheorie, Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie,  Technikphilosophie bzw. -ethik, philosophischen Anthropologie sowie philosophiehistorische und systematisch-analytische Methoden der normativen und evaluativen Bewertung wissenschaftlich-technischer Entwicklungen mit Blick auf die menschliche Lebenswelt vermittelt. Das Themenspektrum reicht von aktuellen Diskursen in der allgemeinen Wissenschaftsphilosophie (wissenschaftliche Modelle, Erklärungen, etc.) und der Philosophie der Einzelwissenschaften (Philosophie der Biologie, Mathematik, Physik etc.) sowie theoretischen Fragen der Wissenschaftskommunikation über Grundfragen der allgemeinen und angewandten Ethik – speziell Technik-, Umwelt-, Medizin- und Bioethik – bis zur Analyse und Bewertung zukunftsweisender technischer Entwicklungen der Digitalisierung, Mensch-Maschine-Interaktion und KI. Besonderer Wert wird auf die Einübung der Kompetenz zur eigenständigen Reflexion und Argumentation sowie der Konzeption und Präsentation wissenschaftlicher Beiträge gelegt.

Wissenschafts- und Technikgeschichte

In der Studienrichtung Wissenschafts- und Technikgeschichte steht die historische Entwicklung der Wissenschaften und der Technik im Kontext von Gesellschaft, Kultur ,Politik und Umwelt im Zentrum. Es geht weniger um die herausragenden Leistungen einzelner Erfinder*innen und Entdecker*innen, sondern um ein Verständnis davon, wie sich die menschliche Lebenswelt, wissenschaftliches und technisches Wissen und technische Artefakte gegenseitig bedingen und beeinflussen. Das Spektrum an historischen Entwicklungen reicht von der Antike bis zur neuesten Zeit, vom Wissen von der unbelebten und belebten Natur bis zur wissenschaftlichen Durchdringung der menschlichen Gesellschaft, von der Konstruktion von High-Tech-Artefakten bis zum alltäglichen Technikgebrauch. Dabei geht es stets um den sich wandelnden Status wissenschaftlichen und technischen Wissens und auch um die Grenzen des technisch Machbaren und um deren Folgen in Gesellschaft und Umwelt.

Literatur und Wissenschaft

Die Studienrichtung Literatur und Wissenschaft widmet sich – am Leitfaden von Literaturgeschichte und Poetik – der Verwandlung der natürlichen und kulturellen Umwelt des Menschen durch Wissenschaft und Technik. Damit ist im Zeitalter der Digitalisierung und Kybernetisierung insbesondere das Verhältnis von Alltags- und Maschinensprachen aufgerufen, verbunden mit der Frage, wie es heute den Raum der ‚technischen Existenz’ bestimmt. Auf dem Weg wissensgeschichtlich informierter Lektüren literarischer Texte (Gedichte, Dramen, Romane, Essays) wird die Fähigkeit eingeübt, in ihnen Spannungen und Brüche im Werden der Welt freizulegen. Dabei ist es unerlässlich, punktuell auch die ästhetischen Formen nichtsprachlicher Künste in die Beobachtung einzubeziehen. Zu den Anliegen der Studienrichtung gehört es weiterhin, in das aktuelle Feld der Digital Humanities einzuführen und damit Perspektiven auf die Zukunft geisteswissenschaftlichen Arbeitens zu eröffnen. 

Vorstellung des Masterprogramms durch die Studierenden

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an YouTube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Privacy.

Alumni berichten

Das Masterstudium an der TU Berlin ermöglichte es mir, das zu studieren, was mich wirklich interessierte: Eine Kombination aus Wissenschafts- und Technikgeschichte, die mit Literatur- und Kulturwissenschaften unterfüttert war. Besonders kam dem Studiengang die breite Studien- und Wissenschaftslandschaft Berlins zugute, dank derer es nicht nur Kooperationen innerhalb des Studiengangs selbst gab (etwa mit der UdK Berlin oder dem MPIWG), sondern es mir auch ermöglicht wurde, Seminare anderer Hochschulen anrechnen zu lassen. Die unterschiedlichen Ansprüche und Schwerpunkte verbanden sich gut, und ich lernte, diese zusammenzudenken und so neue Fragestellungen zu entwickeln, was mich bis heute in meinem wissenschaftlichen Arbeiten prägt.

Sarah Scheidmantel studierte von 2016-2018 am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte. Seit 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Medizingeschichte der Universität Zürich.

"Das Studium an der Technischen Universität Berlin hat mir die Möglichkeit gegeben, die Schnittflächen von Kultur, Technik und Wissenschaften aus einer sozial- und kulturhistorischen Perspektive zu betrachten. Dabei erwies sich besonders die räumliche Nähe zu den natur- und technikwissenschaftlichen Fakultäten der TU sowie die disziplinäre Offenheit der Lehrenden als ein ideales Umfeld für meine eigenen Forschungen.“

Alexander S. studierte von 2016-2019 am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand an der Humboldt-Universität zu Berlin.

"Das Masterstudium an der Fakultät I war, ebenso wie das Bachelor-Studium, eine sehr große Bereicherung für meinen Wissensschatz und mein wissenschaftliches Netzwerk. Der Studiengang "Theorie und Geschichte der Wissenschaft und Technik" zeichnet sich dadurch aus, dass Studierende in der Wahl ihrer Kurse eine große Freiheit erleben. Dadurch bekam ich die Chance, ausschließlich Kurse zu belegen, die mich interessierten und mir große Freude bereiteten. Dies wird dadurch ergänzt, dass die Lehrenden und auch die Berliner Forschungslandschaft dazu anregen, Kurse an anderen Fakultäten oder den verschiedenen Universitäten zu belegen, sowie Lehrende anderer (außeruniversitärer) Forschungsinstitute kennenzulernen. Durch die Trans- und Interdisziplinarität des Studiengangsaufbaus habe ich gelernt, auch andere wissenschaftliche Disziplinen zur Bearbeitung von Fragestellungen mit einzubeziehen, was meine eigenen Forschungen bis heute sehr bereichert".

Nana Citron studierte von 2016-2019 am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte. Sie ist Visiting Predoctoral Fellow am Max-Plack-Institut für Wissenschaftsgeschichte und promoviert an der Universität Oslo.

"Das Masterstudium hat eine große Faszination für die Technikgeschichte und ihre vielen Bezüge zur kulturellen und geistigen Entwicklung in der Moderne aber auch zur kritischen Gesellschaftsanalyse in mir entfacht. Meine Masterarbeit verfasste ich zum Thema „Why do we want to speak with machines?“, das mir erlaubte eine Technikgeschichte der sprechenden Maschine mit der interdisziplinären Analyse von drei fiktiven sprechenden Maschinen in den Filmen „2001: A Space Odyssey“, „Her“, und „Ex Machina“ zu vereinen und erste Gedanken zu einer Philosophie der Maschinenstimme zu formulieren. Die Interdisziplinarität des Studiums eignet sich ausgezeichnet zur Entwicklung innovativer und eigensinniger Forschungsfragen im Bereich Technik, Kultur und Gesellschaft".

Jenny Fadranski ist Doktorandin an der University of Iceland im Rahmen des Horizon 2020 Innovative Training Network „FEINART“ - feinart.org

Aufbau des Studiengangs

Der Studiengang ist in drei fachliche Studienrichtungen gegliedert:

a. Philosophie des Wissens und der Wissenschaften
b. Wissenschafts- und Technikgeschichte
c. Literatur und Wissenschaft

Das Studium umfasst 120 ECTS-Punkte in vier Segmenten:

  • gemeinsamer Pflichtbereich zur Einführung (12 LP) mit 2 Modulen: 'Erkenntnis und Methode'und 'Plenum', mit viel Raum für studentische Mitgestaltung
  • großer Wahlpflichtbereich (60 LP): Studienrichtung, Vertiefung und Erweiterung
  • Freie Wahl (18 LP) aus dem Lehrangebot der Berliner Universitäten
  • Masterarbeit (30 LP) in einer der drei Studienrichtungen

Die weitgehend frei wählbaren Wahlpflichtmodule erlauben es, den Studiengang in hohem Maße interdisziplinär zu durchlaufen oder ein spezifisches Profil in einer Disziplin auszubilden.

Modulübersicht
(Bitte klicken Sie unter Studiengangsaufbau > Studiengangsbereich auf den gewünschten Bereich, dann werden Ihnen die zugehörigen Module unten angezeigt)

Abschluss: Master of Arts
Regelstudienzeit: 4 Semester
Leistungspunkte: 120 LP/ECTS
Bewerbung: jeweils zum Wintersemester
Unterrichtssprache: Deutsch

Weitere Informationen zum Studiengang und zur Zulassung erhalten Sie in der für Sie gültigen Studien- und Prüfungsordnung des Studiengangs und im Leitfaden zum Studiengang (ISIS-Kurs).

Es gibt einen exemplarischer Studienverlaufsplan, der den empfohlenen Ablauf des Studiums innerhalb der Regelstudienzeit von 6 Semestern darstellt und als Beispiel dient, welche Module in welchem Semester belegt werden sollten. Dieser idealtypische Verlaufsplan ist nicht verpflichtend, zeigt aber einen sinnvollen Aufbau des Studiums. Den Verlaufsplan finden Sie ebenfalls in der o. g. Studien- und Prüfungsordnung.

Weitere Informationen zum Studium

Team / beteiligte Fachgebiete

Prof. Dr. Sabine Ammon (FG Wissensdynamik und Nachhaltigkeit in den Technikwissenschaften)
Prof. Dr. Birgit Beck (FG Ethik und Technikphilosophie)
Prof. Dr. Axel Gelfert (FG Theoretische Philosophie)

Prof. Dr. Beate Krickel (FG Philosophie der Kognition)
Prof. Dr. Jochen Gläser (FG Sozialwissenschaftliche Wissenschafts- und Technikforschung)
Prof. Dr. Hans-Christian von Herrmann (FG Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft)
Prof. Dr. Friedrich Steinle (FG Wissenschaftsgeschichte)
Prof. Dr. Heike Weber (FG Technikgeschichte)

Studiengangsverantwortlicher: Prof. Dr. Hans-Christian von Herrmann

Bewerbung

Die Zulassung erfolgt zu jedem Wintersemester. Bewerbungen sind bis 31. August eines Jahres möglich.

Zulassungsvoraussetzung ist ein Hochschulabschluss in einem Studiengang der Geisteswissenschaften, Kulturwissenschaften, Naturwissenschaften, Mathematik, Informatik, Ingenieurwissenschaften oder Sozialwissenschaften.

Wenn Sie Ihren 1. berufsqualifizierenden Hochschulabschluss an einer deutschen Hochschule erworben haben, bewerben Sie sich direkt an der TU Berlin bzw. beim Servicebereich Master. Wenn Sie über einen 1. berufsqualifizierenden Hochschulabschluss aus dem Ausland verfügen, bewerben Sie sich über den externen Dienstleister uni-assist.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Regelung zur Prüfungsanmeldung ab dem Sommersemester 2022

Die Modulprüfungen so wie jede zu erbringende Leistung müssen über Moses > MTS angemeldet werden. Hier finden Sie die Anleitung zur Anmeldung.

Da alle Studierenden der Fakultät I im SoSe 2021 und WS 2021/22 durch die Teilnahme an Prüfungen bzw. das Ablegen von Prüfungselementen für das entsprechende Modul angemeldet waren, müssen Sie im SoSe 2022 - wie nachfolgend beschrieben - verfahren:


Fall 1
Sie haben bereits alle erforderlichen Leistungen in einem Modul erfolgreich erbracht und damit das Modul abgeschlossen. Dabei ist es egal, ob Sie sich angemeldet haben bzw. im SoSe 2021 nicht angemeldet und im WS 2021/22 bereits in Moses angemeldet haben.

Bitte scannen Sie den Modullaufzettel mit den Unterschriften der Prüfer/*innen ein und schicken ihn an den zuständigen Modulverantwortlichen/die zuständige Modulverantwortliche. Die Note wird dann in QISPOS eingetragen.
ACHTUNG: Bitte melden Sie sich nicht in Moses an.


Fall 2
Sie haben noch nicht alle erforderlichen Leistungen in einem Modul erbracht und das Modul ist nicht abgeschlossen.

a. Sie haben sich noch nicht für die Modulprüfung angemeldet?
Dann melden Sie sich für die Modulprüfung in Moses an.

b. Sie haben sich bereits im WS 2021/22 in Moses für die Modulprüfung angemeldet?
Dann müssen Sie nichts mehr tun.


Fall 3
Sie haben noch keine Leistungen in einem Modul erbracht und wollen das Modul beginnen?

Bitte melden Sie sich erstmalig für die Modulprüfung in Moses an. Sollten Sie Module bei der Modulprüfungsanmeldung vermissen, schreiben Sie bitte eine E-Mail an den Prüfungsausschuss: studienberatung(at)fak1.tu-berlin.de.
Der Prüfungsausschuss wird dann das entsprechende Fachgebiet kontaktieren und die Modulprüfung anlegen lassen.

Studieren auf dem Campus Charlottenburg

Der Campus Charlottenburg ist der Hauptcampus der TUB. Alle Veranstaltungen des Masters TGWT finden dort statt. Die Lage ist optimal und sehr gut mit der S- und U-Bahn zu erreichen: In unmittelbarer Nähe gibt es die Labore der Technischen Universität, die Bibliothek sowie mehrere Mensen des Studierendenwerks. Zur benachbarten Universität der Künste bestehen enge Verbindungen. Details finden Sie in der Übersicht der Lernräume.

Hinter dem Hauptgebäude, in dessen zwei Fassaden sich Historismus und Moderne begegnen, verbirgt sich eine schöne Grünfläche zum entspannten Verweilen. Der Tiergarten ist fußläufig zu erreichen und bietet eine gute Möglichkeit, im Sommer wie im Winter einen Spaziergang in der 'grünen Lunge' Berlins zu unternehmen. Die Gegen zwischen Hardenbergstraße, Savignyplatz und Kurfürstendamm hat viel zu bieten: Theater (z. B. Renaissance Theater, Theater des Westens, Komödie am Kurfürstendamm), Museen (z. B. c/o Berlin, Museum für Fotografie, Käthe Kollowitz Museum), Restaurants und Cafés für alle Geschmacksrichtungen.

Auslandsaufenthalt

Im Rahmen des Masters TGWT ist es möglich, ein Semester im Ausland zu studieren. Eine Liste der Partneruniversitäten finden Sie hier. Der Auslandsaufenthalt wird für das 3. Semester empfohlen.

Weitere Informationen u.a. zu Beratungsangeboten finden Sie auf der Seite „Studieren und Arbeiten in Europa und Übersee".

Aktuelle Semesterinformationen

Dauer des Sommersemesters: 01.04.2023-30.09.2023
Vorlesungszeit: 17.04.2023-22.07.2023

Dauer des Wintersemesters: 01.10.2023-31.03.2024
Vorlesungszeit: 16.10.2023-17.02.2024

Die Einführungsveranstaltung für Erstsemester findet jeweils zu Beginn des Wintersemesters im Rahmen des Moduls „Erkenntnis und Methode“ (Ringvorlesung) statt.

Bitte beachten Sie die Regelung zur Prüfungsanmeldung ab dem Sommersemster 2022 (s. o.).