Angewandte Geophysik mit Schwerpunkt Umwelt- und Ingenieurgeophysik

Geophysik in den Geotechnologien - "der Erde unter die Haut schauen"

Die Geophysik als Physik des Erdkörpers beschäftigt sich mit der Bestimmung von Struktur, physikalischen Parametern und Zuständen des nicht zugänglichen Untergrundes sowie der dort ablaufenden physikalischen Prozesse. Mittels indirekter quantitativer Untersuchungsmethoden liefert sie damit durch physikalische Messungen z.B. von der Oberfläche aus Abbilder des nicht zugänglichen Untergrundes mit wesentlichen Informationen für die anderen Geowissenschaften.

Träger dieser Informationen über das Erdinnere sind die physikalischen Felder der elastischen Deformationen (Seismik), der Schwere (Gravimetrie), der elektrischen und magnetischen Feldstärke (Geoelektrik, Elektromagnetik, Magnetik) sowie der Temperatur und des Wärmeflusses (Geothermie).

Charakteristisch für die Arbeitsweise des Geophysikers ist der Einsatz numerischer Methoden sowohl bei der Messdatenverarbeitung als auch bei der mathematischen Modellierung des Untergrunds und der darin ablaufenden physikalischen Prozesse. Zur stofflichen Interpretation der ermittelten physikalischen Parameter tragen die Laborexperimente der Petrophysik unter simulierten in situ-Bedingungen bei. Für die allgemeine geowissenschaftliche Interpretation der geophysikalischen Ergebnisse ist auch die enge Verknüpfung mit den Nachbardisziplinen Ingenieurgeologie, Geochemie und Hydrogeologie eine notwendige Voraussetzung.

Während sich die Allgemeine Geophysik mit dem physikalischen Aufbau des gesamten Erdkörpers beschäftigt, konzentriert sich die Angewandte Geophysik auf die Untersuchung der oberen Erdkruste mit Aufgabenstellungen aus den für die Menschheit wichtigen Bereichen Umwelt und Klimawandel, Ressourcen, Endlagerung und Energie.