Institut für Angewandte Geowissenschaften
Institut für Angewandte Geowissenschaften

Geowissenschaften an der TU Berlin – Die Jahre von 1970 bis 2020

In den 1970er Jahren waren die Geowissenschaften an der TU Berlin eng mit den Bergbauwissenschaften verbunden. Im damaligen Institut für Bergbau existierten fünf Geo-Lehrstühle: Mineralogie (Hugo Strunz von 1951 bis 1977), Geologie und Paläontologie (Werner Zeil von 1960 bis 1985), Geologie (Eberhard Klitsch von 1970 bis 1998), Lagerstättenforschung und Rohstoffkunde (Albrecht Wilke 1967 bis 1981) und Markscheidewesen, Bergschadenkunde und Angewandte Geophysik (Paul Hilbig bis 1973). Von 1963 bis 1965 war Paul Hilbig Rektor der TU Berlin.

In den Jahren 1973-1974 wurden neue Geo-Institute mit insgesamt 13 Professuren gegründet. Am Institut für Mineralogie und Kristallographie waren 4 Professuren vertreten (Mineralogie - Hugo Strunz von 1951 bis 1977, Kristallographie - Kurt Weber von 1974 bis 1988 und Ulf Depmeier von 1989 bis 1992, Erzmikroskopie - Erich Seeliger von 1974 bis 1979, Spezielle Mineralogie - Christel Tennyson von 1974 bis 1990). Ebenso war das Institut für Geologie und Paläontologie mit 4 Professuren ausgestattet (Geologie und Paläontologie - Werner Zeil von 1960 bis 1985, Geologie - Eberhard Klitsch von 1970 bis 1998, Geologie - Heinrich Kallenbach von 1974 bis 1985, Paläontologie - Werner Barthel 1974 bis 1982). Im Institut für Lagerstättenforschung und Rohstoffkunde, Petrologie und Angewandte Geophysik wurden weitere fünf Geo-Fachrichtungen zusammengefasst (Lagerstättenforschung und Rohstoffkunde - Albrecht Wilke von 1967 bis 1981, Angewandte Geophysik - Jörn Behrens von 1974 bis 1995, Petrologie - Giulio Morteani von 1974 bis 1984, Lagerstättenforschung und Rohstoffkunde - Ludwig Hertel von 1974 bis 1986, Lagerstättenforschung und Rohstoffkunde - Karl-Heinz Jacob von 1972 bis 2004).

Eine wesentlich Neustrukturierung der Geo-Institute erfolgte im Jahr 1995. Ein Jahr zuvor ging der Fachbereich VI - Bauingenieurwesen und Angewandte Geowissenschaften - aus dem Fachbereich 16 - Bergbau und Geowissenschaften - hervor. Zu dieser Zeit wurden die verschiedenen Geo-Fachrichtungen nur noch in zwei Institute gegliedert, die an den Standorten „Ernst-Reuter-Platz“ und „Ackerstraße“ untergebracht waren. Im Institut für Angewandte Geowissenschaften I waren die Fachgebiete Mineralogie und Kristallographie (Klaus Langer von 1978 bis 2001), Petrographie (Peter-Jürgen Übel von 1980 bis 2002), Angewandte Mineralogie (Irmgard Abs-Wurmbach von 1991 bis 2003), Lagerstättenforschung und Erzmikroskopie (Klaus Germann von 1988 bis 2004), Petrologie (Gerhard Franz von 1985 bis 2016), Rohstoff- und Entsorgungstechnik (Helmut Wolf von 1980 bis 2006) und Lagerstättenforschung und Rohstoffkunde (Karl-Heinz Jacob von 1972 bis 2004) beheimatet. Das Institut für Angewandte Geowissenschaften II wurde durch die Fachgebiete für Historische Geologie und Paläontologie (Bernd-Dieter Erdtmann von 1986 bis 2004), Geologie (Eberhard Klitsch), Sedimentologie (Johannes Schroeder von 1986 bis 2003), Paläontologie (Axel von Hildebrandt von 1983 bis 1999), Ingenieurgeologie (Karl Heinz Hesse von 1984 bis 1995, Jörn Tiedemann von 1996 bis 2015), Hydrogeologie (Uwe Tröger von 1989 bis 2016), Angewandte Geophysik (Hans Burkhardt von 1980 bis 2001, Ugur Yaramanci von 1996 bis 2016) vertreten.

Schon im Jahr 2000 wurden die beiden Institute zu einem Institut für Angewandte Geowissenschaften vereinigt. Viele Professuren wurden zwischen 1999 und 2005 aufgrund des Solidarpaktes nicht mehr weitergeführt. Im Jahr 2003 konnte jedoch das Fachgebiet Explorationsgeologie mit Wilhelm Dominik besetzt werden (bis 2019). Eine Wiederbesetzung bzw. Neuorientierung von vier Fachgebieten gelang zwischen den Jahren 2016 und 2018 mit der Fortführung der Ingenieurgeologie (Tomas Fernandez-Steeger seit 2016), Hydrogeologie (Irina Engelhardt seit 2017), Angewandte Geophysik (Frank Börner seit 2017) und der Neuausrichtung des Fachgebietes Angewandte Geochemie (Thomas Neumann seit 2018). Der Standort „Ackerstraße“ wurde 2019 aufgegeben und die Fachgebiete der Geowissenschaften konzentrieren sich seit 2019 am Standort „Ernst-Reuter-Platz“.

Selbstverständlich ist die Geschichte der Geowissenschaften unvollständig erzählt ohne die Nennung der vielen Mitarbeiter*innen in Wissenschaft, Technik und Verwaltung. Viele dieser Personen haben die Geowissenschaften an der TU Berlin ebenso geprägt, wie die genannten Professor*innen.

Text: Thomas Neumann