Vorgestellt: neuberufene Professor*innen 2023 an der TU Berlin

Sie erforschen die Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn, nehmen die nächste Generation von „digitalen Zwillingen“ in mechanischen Systemen ins Visier, untersuchen die Entwicklung „pflanzen-physikalischer“ Methoden im 18. Jahrhundert, analysieren die Effektivität von Umweltprüfungen in der Praxis, ergründen die langfristige Speicherung von Kohlenstoff in Böden und entwickeln unter anderem haptische Rehabilitationsroboter für Schlaganfallpatienten.

Das sind nur einige der Themen, mit denen sich die mehr als 20 neuberufenen Professor*innen beschäftigen, die 2023 ihren Dienst an der TU Berlin antraten und die wir an dieser Stelle in Wort und Bild vorstellen.

Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften

Prof. Dr. Nadine Bernhard – Leiterin des Fachgebiets „Hochschulbildung im Kontext von digitalem Wandel und Diversität“ an der Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften

Seit Mai 2023 leite ich das neu geschaffene Fachgebiet „Hochschulbildung im Kontext von digitalem Wandel und Diversität“, in dem mein Team und ich Kontinuität und Wandel in der Hochschulbildung z.B. durch Digitalisierungsprozesse unter besonderer Berücksichtigung intersektionaler Ungleichheitsaspekte erforschen. Wir beschäftigen uns mit den Themen sozialer und institutioneller Durchlässigkeit und Übergängen zum und im Hochschulsystem und untersuchen, wie sich Lehr- und Lernpraktiken sowie -strukturen in Hochschulen im Kontext zunehmender Digitalisierung, z.B. durch künstliche Intelligenz oder Onlinelehre, verändern.

Insbesondere folgende Forschungsfragen beschäftigen mich: Welche heterogenen Charakteristika von Studierenden sind für die pädagogische Praxis in der Hochschullehre relevant und inwiefern wandelt sich dies durch Digitalisierung? Inwiefern tragen die durch Digitalisierungsprozesse angestoßenen Transformationen zu einer (Re)Produktion oder Verringerung sozialer Ungleichheitsstrukturen bei? Wie kann Digitalisierung auch neue Möglichkeiten der Inklusion von bisher marginalisierten Gruppen an Hochschulen bieten? Welche Konsequenzen können mit einer zunehmenden Datafizierung und Algorithmizität an Hochschulen einhergehen? Was bedeuten diese z.B. für eine verstärkte Individualisierung von Lernprozessen und deren Bewertung, insbesondere auch mit Blick auf Diskriminierungsstrukturen?

Die TU Berlin bietet einen großartigen Rahmen für diese Forschung, da hier nicht nur die technologischen Entwicklungen selbst vorangetrieben werden, sondern auch deren gesellschaftliche Bedeutung ein zentrales Forschungsfeld darstellt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Hochschulbildung im Kontext von digitalem Wandel und Diversität

Prof. Dr. Aysun Doğmuş - Leiterin des Fachgebiets „Erziehungswissenschaft – Lehren und Lernen in der Migrationsgesellschaft“ an der Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften

Mein neu eingerichtetes Fachgebiet an der TU Berlin ermöglicht mir in Forschung und Lehre die erziehungs- und sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Bildungskontexten und ihrer migrationsgesellschaftlichen Beschaffenheit. Neben Diskursen um Migration interessieren mich die darin wirksamen Varianten und Aushandlungen von Rassismus ebenso wie intersektionale Verflechtungen etwa mit Geschlechter- und Klassenverhältnissen.

Diese forschungspraktischen Analysen ergänze ich mit der Beforschung von Transformationspotenzialen in Bildungskontexten im spannungsreichen Zusammenspiel der historisch gewachsenen Stabilität sozialer Differenz- und Machtverhältnisse und den Bedingungen sozialen Wandels. Ein besonderes Anliegen ist mir dabei auch die Reflexion der Gestaltungsmöglichkeiten von Bildungskontexten, die im Idealfall die Teilhabe und Erhöhung der Lebenschancen aller gesellschaftlicher Akteur*innen gewährleisten.

Als Bildungskontexte betrachte ich insbesondere die Schule und die Lehrer*innenbildung, also auch Schulentwicklungs- und Professionalisierungsprozesse von (angehenden) Lehrer*innen im Lehramtsstudium, Referendariat und der Fortbildung mit Rückbezug auf institutionelle Rahmenbedingungen. Deshalb sind mir auch Reflexionen des Lehrens und Lernens und der Beziehungsgeflechte in Lehr-/Lernsettings für meine Forschungs- und Lehrpraxis, aber auch für außeruniversitären Kooperationen besonders wichtig. 

Nach Stationen an den Universitäten in Bremen, Münster und der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg freue ich mich auf mein neues Wirkungsfeld an der TU Berlin am Institut für Erziehungswissenschaft. Es bietet mir mit seiner Ausrichtung produktive Anknüpfungen für meine Vorhaben in Forschung und Lehre. Insbesondere freue ich mich auch auf die kollegialen und interdisziplinären Kooperationen und die Zusammenarbeit mit den Studierenden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Lehren und Lernen in der Migrationsgesellschaft.

Prof. Dr. Caterina Schürch – Leiterin des Fachgebiets „Wissenschaftsgeschichte“ an der Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften

Anfang des Jahres 1701 nahm sich die Berlinerin Maria Margaretha Kirch vor, ein Wetter-Tagebuch zu führen und fleißig darüber zu spekulieren, welche astrologischen Aspekte wohl die Wetterveränderungen verursachten. Projekte wie dieses bilden das Herzstück der Wissenschaftsgeschichte. Das Fachgebiet beleuchtet, wie und wozu die Natur in der Vergangenheit erforscht wurde.

Warum war es zum Beispiel über Jahrtausende hinweg ein wichtiges (und plausibles) Ziel, den Gang der Gestirne und des Wetters vorhersagen zu wollen? Oder: Wie entschieden Forscher*innen, ob Elektrizität das Pflanzenwachstum beeinflusst, ob Kraftfelder existieren, oder ob Eigenschaften wie „Kreativität“ oder „Genialität“ vererbbar sind?

Allgemein gesprochen untersuchen wir, welchen Zielen Forscher*innen zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten nachgingen, welche Mittel und Expertisen sie dabei nutzten und in welchem institutionellen und kulturellen Rahmen sie handelten. Dies verbessert unser Verständnis davon, wie sich das Erforschen der Natur über die Zeit wandelte und welche Faktoren den Blick auf die Natur geprägt haben. Das wiederum kann helfen, Eigenschaften des heutigen Wissenschaftsbetriebs besser zu verstehen.

In meiner eigenen Forschung interessiere ich mich besonders dafür, wie im Laufe der Geschichte Vorgänge im Tier- und Pflanzenkörper studiert wurden. So untersuche ich etwa die Entwicklung „pflanzen-physikalischer“ Methoden im 18. Jahrhundert oder Kooperation von Chemiker*innen und Biolog*innen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Wissenschaftsgeschichte

Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften

Prof. Dr. Hanno Gottschalk – Leiter des Fachgebiets „Mathematische Modellierung von industriellen Lebenszyklen“ an der Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften

Ich übernehme mit meiner Professur die fachliche Betreuung des Technologiefelds „Digitalisierung“ im 2019 gegründeten Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science e.V.. Dieses Zentrum wurde von den Partnerinnen Siemens AG, TU Berlin, Fraunhofer-Gesellschaft, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sowie dem Land Berlin etabliert, um Forschung und Wertschöpfung besser zu verzahnen. Zuvor war ich als Professor an der Bergischen Universität Wuppertal am Interdisziplinären Zentrum Machine Learning and Data Analytics tätig.

In meiner Arbeit verbinde ich angewandte Forschung und Grundlagenforschung. Dabei versuche ich, in den technischen Problemen Aspekte zu finden, die sich mathematisch exakt formulieren lassen, um damit moderne und technisch relevante Mathematik hervorzubringen. Bei der Modellierung von industriellen Lebenszyklen stellt sich zum Beispiel die Frage, wie Bauteile robuster gegen Abnutzung gemacht werden können oder wie sich in der Industrieproduktion die Gefahr von Maschinenausfällen oder Materialschäden erkennen und beseitigen lässt.

Weiterhin interessiert mich der Lebenszyklus von Algorithmen der Künstlichen Intelligenz (KI) mit Anwendung auf das autonome Fahren. In diesem Zyklus von der Entwicklung bis zur Wartung der KI-Algorithmen ist ihr Sicherheitsnachweis entscheidend für den risikolosen Einsatz dieser Technologie und damit ein Zukunftsthema von höchster Relevanz. Die Verbindung mit dem Werner-von-Siemens Centre bietet mir für all diese Themen ein technologisch erstklassiges Ökosystem, das aus Firmen der unterschiedlichsten Größe besteht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Mathematische Modellierung von industriellen Lebenszyklen

Prof. Dr. Matthias Höhne – Leiter des Fachgebiets „Biokatalyse / Biologische Chemie“ an der Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften

Biokatalysatoren sind Enzyme: Diese Proteine sind die „Arbeiter“ in unseren Zellen, und sie sind es, die (fast) alle biochemischen Reaktionen erst möglich machen. Wir haben Tausende davon in unseren Zellen, denn jede Reaktion braucht ein eigenes Enzym. Diese Spezialisierung ist es, die mich fasziniert und die ich in meiner Forschung verstehen will.

In der Biokatalyse wenden wir Enzyme zum Beispiel an, um pharmazeutische Wirkstoffe herzustellen. Hierfür werden Katalysatoren gebraucht, die selektiv sind, das heißt, sie verknüpfen zwei Moleküle in der genau richtigen Weise miteinander. Dadurch entsteht nur ein einziges von mehreren, eigentlich möglichen Produkten. Auf diese Weise fallen keine unerwünschten Nebenprodukte an und Abfall wird vermieden.

In unseren grundlagen-orientierten Arbeiten finden wir neue Enzyme und untersuchen, was ihnen ihre Selektivität verleiht. In anwendungsorientierten Projekten nutzen wir diese dann, um bestimmte Zielmoleküle herzustellen, zum Beispiel einen Wirkstoff. Oft ist es nötig, das Enzym dafür noch zu verbessern. Dazu führen wir gezielt oder zufällig Mutationen in das dazugehörige Gen ein und finden dann verbesserte Varianten. Dieser Prozess gleicht manchmal einem gezielten Design, manchmal mehr einer gelenkten Evolution im Reagenzglas. Ich bin fasziniert, wie wir durch das Naturstudium kombiniert mit kreativem Neudesign Enzyme für eine nachhaltige Produktion kreieren können und freue mich sehr, meine Begeisterung und mein Wissen an der TU Berlin mit den Studierenden und Kolleg*innen zu teilen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Biokatalyse / Biologische Chemie

Prof. Dr. Jasmin Meinecke – Leiterin des Fachgebiets „Experimentelle Physik mit dem Schwerpunkt Photonische Quantenkommunikations-Systeme“ an der Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften

Meine Forschungsschwerpunkte als Juniorprofessorin liegen im Bereich der Grundlagen der Quanteninformation. Seit meiner Promotion an der Universität Bristol 2014 arbeite ich auf dem Gebiet der integrierten Quantenoptik. Wir verwenden einzelne Lichtteilchen, die wir in optischen Chips, ähnlich wie sie in unseren Computern zu finden sind, kontrollieren. Dabei untersuchen wir fundamentale Eigenschaften von Quantenteilchen wie „Superposition“ und „Verschränkung“, um besser zu verstehen, wie sich diese Eigenschaften auch für technische Anwendungen nutzen lassen. Diese Nähe von Grundlagenforschung und Technologieentwicklung macht den besonderen Reiz der Quantenoptik aus.

Eine Fragestellung unserer Forschung ist zum Beispiel die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Quantensystemen und wie diese die Quanteneigenschaften der einzelnen Systeme beeinflusst, denn die Wechselwirkung zwischen Quantensystemen und ihrer Umgebung stellt eine große Herausforderung für die Entwicklung neuer Quantentechnologien dar. Anwendungen reichen von Quantensimulation, etwa in der Materialforschung, bis zur Quantenkommunikation. Die integrierten photonischen Schaltkreise ermöglichen dabei insbesondere den Bau von kompakten praxistauglichen Apparaturen.

Seit meinem Start and der TU Berlin habe ich die aktive und offene Berliner Forschungslandschaft schätzen gelernt. Ich freue mich auf neue Kollaborationen und Projekte am Standort Berlin, auch im Rahmen verschiedener Verbünde im Bereich Quantentechnologien wie das Graduiertenkolleg BOS.QT und die Berlin Quantum Alliance.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Experimentelle Physik mit dem Schwerpunkt Photonische Quantenkommunikations-Systeme

Prof. Dr. Renske Van der Veen - Leiterin des Fachgebiets „Atomare Dynamik in der Licht-Energie Umwandlung“ an der Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften

Im Rahmen einer gemeinsamen Professur mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin leite ich das Fachgebiet „Atomare Dynamik in der Licht-Energie Umwandlung”. Unsere Forschungsgruppe untersucht die grundlegenden Wechselwirkungen und Prozesse in energierelevanten Materialien auf atomaren Längen- und Zeitskalen. Wir untersuchen wie die Energie von Lichtteilchen nach Absorption in einem Material umgewandelt wird. Dabei gehen wir Fragen nach wie „Wo geht die Energie verloren?“, oder „Wie können wir die umwandelbare Energie in einem Material für spezifischen Anwendungen maximieren?“. Um diese Fragen zu beantworten, entwickeln und verwenden wir modernste röntgenspektroskopische und elektronenmikroskopische Methoden. Das Elektronensynchrotron BESSY II in Adlershof ist deshalb für unsere Forschung von großer Bedeutung.

Die Forschungslandschaft in Berlin – und insbesondere die TU Berlin und ihre Exzellenz in der Katalyse - bietet unserem Fachgebiet eine ausgezeichnete Umgebung, um unsere interdisziplinären Forschungsaktivitäten zusammen mit Forschergruppen in der Physik und Chemie zu entfalten.

Ich freue mich darauf, meine Forschungs- und Lehrerfahrung aus den USA an der TU Berlin anzuwenden und auszubauen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Helmholtz-Zentrum Berlin

Prof. Dr. Ruming Zhang – Leiterin des Fachgebiets „Analysis und Anwendung“ an der Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften

Mein Forschungsgebiet konzentriert sich auf die mathematische Erklärung und numerische Simulation von Phänomenen der Wellenausbreitung. Probleme der Wellenausbreitung sind relevant im Bereich der medizinischen Bildgebungsverfahren, bei der zerstörungsfreien Prüfung von Werkstücken, in der Geophysik und vielen andere Feldern. Um in diesen Anwendungsbereichen Fortschritte zu erzielen, müssen geeignete mathematische Modelle für die physikalischen Phänomene entwickelt werden, damit mathematische Werkzeuge für ihre Analyse und die Lösung von Problemen bereitstehen. Ziel ist es, effiziente numerische Algorithmen zu entwickeln, um sowohl „direkte“ als auch „inverse“ Probleme lösen zu können – das heißt, sowohl von einer Ursache auf die Wirkung, wie auch von einer Wirkung auf deren Ursache schließen zu können.

Basierend auf einer Reihe von physikalischen Regeln werden Wellenausbreitungsprobleme immer durch partielle Differentialgleichungen (PDEs) mit zusätzlichen Bedingungen beschrieben, die das Verhalten der physikalischen Wellen erklären. Mein erstes Ziel ist es, die Entwicklung dieser zusätzlichen Bedingungen zu untersuchen. Zudem werde ich auch die Lösungen der zugehörigen PDEs analysieren, um sie physikalisch zu verstehen und mathematisch zu erklären. Die so ermittelten Eigenschaften der Lösungen werden auch zu effizienten numerischen Lösern für direkte und inverse Probleme führen.

Seit Mai 2023 bin ich als Professorin an der TU Berlin tätig. Ich bin begeistert von dem schönen Umfeld in Berlin und freue mich auf die Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Universität!

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Analysis und Anwendung

Fakultät III Prozesswissenschaften

Prof. Dr. Stefan Elbel – Leiter des Fachgebiets „Wärmeübertragung und -wandlung“ an der Fakultät III Prozesswissenschaften

Wärmepumpen erfahren derzeit starkes öffentliches Interesse – zurecht wie ich meine, denn es ist höchste Zeit, die Energie- und Wärmewende nicht nur zu diskutieren, sondern auch zeitnah und vor allem erfolgreich umzusetzen.

Meine Forschung beschäftigt sich mit umweltverträglichen Heiz- und Kühlkonzepten, die durch die gezielte Steigerung der beteiligten Wandlungseffizienzen dazu beiträgt, verantwortungsvoller mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen.

Dabei verfolge ich numerische sowie experimentelle Ansätze, um die Ergebnisse der Grundlagenforschung auf die Komponenten- und die Systemebene zu übertragen. Im Vordergrund meiner Arbeit stehen hierbei die Optimierung von Wärmeübertragungsprozessen, der Entwurf neuartiger Wärmeübertrager-Konzepte, und deren Einbindung in das Gesamtsystem.

Ich verfolge neue Ansätze bei der Hybridisierung von mechanischen Dampfkältekompressions-Anlagen mit wärmegetriebenen Systemen, wodurch sich eine weitreichende Ausweitung der Einsatzgrenzen und eine signifikante Steigerung der jahresdurchschnittlichen Energieeffizienz erzielen lassen. Der Fokus auf Einsatz von klima- und umweltneutralen Arbeitsfluiden trägt dabei erheblich zur weiteren Reduktion von CO2-Emissionen bei.

Vor meiner Berufung an die TU Berlin war ich über 20 Jahre lang in den USA, wo ich zuletzt an der University of Illinois at Urbana-Champaign geforscht und gelehrt habe, und als Co-Director für die Leitung des „Air Conditioning and Refrigeration Center“ verantwortlich war.

Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben an der TU Berlin, wo ich einen wichtigen Beitrag dazu leisten möchte, zukünftige Ingenieur*innen auf die großen Herausforderungen in der Wärmeübertragung und -wandlung vorzubereiten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Wärmeübertragung und -wandlung

Prof. Dr. Isabella Gallino – Leiterin des Fachgebiets „Metallische Werkstoffe“ an der Fakultät III Prozesswissenschaften

Ich verfüge über 20 Jahre Forschungs- und Lehrerfahrung auf dem Gebiet der metallischen Werkstoffe mit Schwerpunkt auf metallischen Gläsern und nachhaltiger Metallproduktion, wie zum Beispiel der CO2-freien Aluminiumproduktion. Metallische Gläser gehören zu einer neuen Klasse von metallischen Werkstoffen mit herausragenden Eigenschaften, die sie technologisch sehr vielversprechend machen. Sie sind unter anderem deshalb so interessant, weil sie hervorragende mechanische Eigenschaften haben. Die metallischen Gläser besitzen die ungewöhnliche Kombination aus hoher Streckgrenze (nahe der theoretischen Festigkeit) und niedrigem Elastizitätsmodul (ideale Federn). Sie können wie Polymere in eine Form gespritzt oder thermoplastisch geformt werden. Und durch Laserschmelzen ist es möglich, sie in jeder beliebigen 3D-Geometrie zu drucken.

Ich freue mich darauf, das Institut für Werkstoffwissenschaften und -technologien der TU-Berlin mit neuer Expertise auf den Gebieten der Verfahrenstechnik für metallische Gläser, der Entwicklung neuer Legierungen und der thermischen Analyse zur Charakterisierung der thermophysikalischen Eigenschaften von metallischen Werkstoffen zu bereichern. Darüber hinaus soll die bestehende technische Expertise des Lehrstuhls in der Metallverarbeitungstechnik, wie etwa dem Strangpressen konventioneller Metalle, um grundlagenwissenschaftliche Aspekte auf dem Gebiet der physikalischen Metallurgie erweitert werden.

Prof. Dr.-Ing. Christian Haase – Professor für „Materials for Additive Manufacturing“ an der Fakultät III Prozesswissenschaften

In meiner Forschung und Lehre werden insbesondere Werkstoffaspekte bei der additiven Fertigung im Mittelpunkt stehen. Aktuelle wissenschaftliche Arbeitsbereiche umfassen das Mikrostrukturdesign moderner metallischer und Metallmatrix-Hochleistungswerkstoffe, mehrskalige Werkstoffsimulation, Hochdurchsatz-Werkstoffentwicklung sowie die Kombination aus Experiment, Simulation und maschinellem Lernen zur Werkstoffbeschreibung und -entwicklung.

Seit dem 1. Februar 2024 leite ich das neu gegründete Fachgebiet „Materials for Additive Manufacturing“ am Institut für Werkstoffwissenschaften und -technologien. Es ist die zweite der neuen TU-Professuren für das Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science (WvSC). Weiterhin habe ich mit meinem Beginn an der TU Berlin die wissenschaftliche Leitung der Zentraleinrichtung 3D Technologien (ZE3D) übernommen.

Ich studierte bis 2011 Maschinenbau mit der Vertiefung Werkstofftechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Anschließend habe ich im Bereich Metallkunde und Metallphysik an der RWTH Aachen promoviert. Währenddessen erfolgten mehrere Stipendien-geförderte Forschungsaufenthalte unter anderem an der Monash University, Melbourne, Australien. Von 2016 bis 2024 leitete ich die Forschungsbereiche „Integrative Werkstoffsimulation“ und „Werkstoffe für die Additive Fertigung“ im Institut für Eisenhüttenkunde der RWTH Aachen. Während dieser Zeit wurde ich in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen und warb sowohl eine BMBF-geförderte NanoMatFutur-Gruppe als auch einen ERC Starting Grant ein. Beide Projekte wechseln nun an die TU Berlin.

Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik

Prof. Dr. Fatma Deniz – Leiterin des Fachgebiets „Sprache und Kommunikation in biologischen und künstlichen Systemen“ an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik

In meinem Fachgebiet erforschen wir, wo und wie komplexe Informationen im menschlichen Gehirn verarbeitet werden. Unsere Arbeit konzentriert sich einerseits auf die Frage, wie sich sensorische und kognitive Prozesse im Gehirn ausprägen, insbesondere bezogen auf das Hören und Lesen. Gleichzeitig wollen wir herausfinden, wie diese „Kodierungen“ genutzt werden können, um Algorithmen und künstliche Systeme stärker an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Dabei tragen wir sowohl zur Grundlagenforschung bei und unterstützen gleichzeitig Fortschritte zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Menschen und Maschinen.

In unseren Arbeiten nutzen wir Gehirndaten, die wir mithilfe modernster Bildgebungsverfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) erhalten. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, die Daten in natürlichen Experimenten (zum Beispiel beim Anhören oder Lesen einer Geschichte) zu erheben, um möglichst realitätsnahe Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns zu gewinnen. Wir verwenden anschließend Methoden des maschinellen Lernens, um die wesentlichen Merkmale zu identifizieren, die unseren mentalen Repräsentationen zugrunde liegen. Die Modelle, die wir daraus entwickeln, nutzen wir, um die Repräsentationen bei Menschen und künstlichen Systemen zu vergleichen. Mit dieser multidisziplinären Herangehensweise untersuchen wir aktuell, wie Sprache im Gehirn verarbeitet wird und wie mehrere Sprachen im menschlichen Gehirn koexistieren können. Diese Forschungsbereiche werden derzeit vom Bundesforschungsministerium und durch einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) gefördert.

Erfahren Sie mehr über den Lebenslauf von Fatma Deniz.

Prof. Dr. Ceenu George – Leiterin des Fachgebiets „Mensch-Computer-Interaktion“ an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik

Ich leite das Fachgebiet Mensch-Computer-Interaktion, das sich mit der Konzeption, Evaluierung und Implementierung interaktiver Systeme befasst. Der Fokus meiner Arbeit liegt darin, ein tiefgründiges Verständnis zu entwickeln, wie Menschen technische Systeme wahrnehmen und nutzen. Während meiner akademischen Forschungszeit habe ich dafür Prototypen für virtuelle und erweiterte Realität (VR und AR) untersucht. VR bezeichnet dabei ein vollständig digitales, am Computer geschaffenes Abbild der Realität, in das man zum Beispiel mit einer VR-Brille eintauchen kann. Bei der AR hingegen erhält man zusätzlich zu seinen realen Eindrücken weitere digitale Informationen, eingespielt auch über eine Brille oder etwa die Kamera seines Smartphones.

Mein Schwerpunkt lag hier bei Sicherheit und Privatsphäre. Insbesondere habe ich mich damit befasst, wie Menschen in der virtuellen Realität mit anderen Menschen in der realen Welt kollaborieren können. In meiner industriellen Forschung, zuletzt im „Trust & Safety“-Team bei Google, habe ich an Lösungen geforscht, um die Nutzung von digitalen Produkten verständlicher und sicherer zu machen.

Angesichts der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Interaktion mit Computern. Das Automatisieren von wiederkehrenden Aufgaben und virtuelle Assistenten werden bereits heute verwendet und finden derzeit ihren Weg in VR- und AR-Endgeräte. An meinem Fachgebiet erforsche ich die oben genannten Themen mit dem Ziel, mensch-zentrierte Lösungen im Bereich VR und AR zu entwickeln, die nicht nur benutzerfreundlich, sondern auch sicher sind. Ich freue mich, am Forschungsstandort Berlin meine Gruppe aufzubauen, da ich hier viele Möglichkeiten für kollaborative Forschung und Lehre im Bereich Mensch-Computer-Interaktion sehe.

Prof. Dr. Wolfgang Hönig – Leiter des Fachgebiets „Multi-Roboter-Systeme“ an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik

Autonome Roboter übernehmen einzeln oder in Schwärmen zunehmend Aufgaben im industriellen und privaten Umfeld, etwa in autonomen Such- und Rettungsteams, bei der Produktion auf Abruf und in Liefersystemen. Die rasante technologische Entwicklung erfordert immer häufiger eine Koordination der Interaktionen zwischen einzelnen Robotern, deren gemeinsames Agieren darauf zielt, anspruchsvolle Aufgaben souverän im Roboter-Team zu lösen.

Wir entwickeln und testen Algorithmen, um Teams und Schwärme von Robotern besser zu koordinieren. Ein Schwerpunkt sind gemischte Teams unbemannter Luftfahrzeuge (UAVs), die in verkehrsreichen Umgebungen sicher und effizient agieren müssen. Im Rahmen einer Emmy-Noether-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entwerfen wir neue Algorithmen basierend auf informierter Suche, maschinellem Lernen und Flugbahnoptimierung und validieren diese in unserem Forschungsversuchsstand für Flugroboterschwärme.

Robotik ist sehr interdisziplinär. Nach Abschlüssen in Informatik (TU Dresden und University of Southern California, USA) und einer Postdocstelle in Luft- und Raumfahrttechnik (Caltech, USA) freue ich mich, die schon sehr stark vertretene Robotik an der TU Berlin in Forschung und Lehre zu erweitern und neue Kooperationen aufzubauen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Multi-Roboter-Systeme

Prof. Dr.-Ing. Patrick Scheele – Leiter des Fachgebiets „Mikrowellen- und Optoelektronik“ an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik

Seit Januar 2024 verantworte ich das Fachgebiet Mikrowellen- und Optoelektronik an der TU Berlin. Mit dieser Professur ist die wissenschaftliche Leitung des anwendungsorientierten Ferdinand-Braun-Instituts, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) verbunden. Damit kann ich meine fachliche Passion für die Hochfrequenzelektronik ideal mit meinen beruflichen Erfahrungen an der Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie verbinden.

Zuletzt habe ich als Vizepräsident und Leiter der Radarentwicklung mehrere große Forschungs- und Entwicklungs-Teams mit bis zu 950 Mitarbeitenden beim Unternehmen Hensoldt Sensors geleitet. Neben der Hochfrequenzelektronik mit Schaltungs- und Antennenentwicklung war ich dort viele Jahre für Digitalelektronik, mechanische Konstruktion, Software-Entwicklung und Radar Systems Engineering verantwortlich. Frühere Stationen lagen in den Bereichen Mobilfunk-Komponenten und hochzuverlässige Raumfahrt-Sensorik.

Exzellente Forschung in die Anwendung zu bringen, ist mir ein besonderes Anliegen. Dieser Brückenschlag von der grundlagenorientierten Forschung hin zur Applikation hat mich schon seit meiner Zeit als Doktorand über viele berufliche Stationen hinweg begleitet. Mein Fokus bei der Forschung und Entwicklung liegt auf sogenannten III/V-Halbleitern entlang der kompletten Fertigungskette: vom Material über Simulation, Prozessierung und Montage bis zum fertigen System. Zu den Anwendungen zählen dabei Radar- und Kommunikationssysteme bei Mikro- und Millimeterwellen sowie Terahertz-Frequenzen. Ich freue mich sehr darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs für die Welt der Halbleiter-Bauelemente für Hochfrequenzelektronik und Optoelektronik zu begeistern!

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Ferdinand-Braun-Instituts, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH)

Prof. Dr. Michel Steuwer – Leiter des Fachgebiets Programmiersprachen an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik

Software ist allgegenwärtig und beeinflusst fast jeden Aspekt des modernen Lebens. Es war schon immer wichtig, dafür zu sorgen, dass Software korrekt funktioniert und Ressourcen effizient genutzt werden. Aber angesichts der zunehmenden Komplexität von Anwendungen und Hardware wird diese Herausforderung größer. Um damit Schritt zu halten, brauchen wir leistungsfähigere Werkzeuge für die Softwareentwicklung, insbesondere bessere Programmiersprachen. 

In unserer Forschungsgruppe haben wir uns auf die Erforschung des Entwurfs domänenspezifischer Programmiersprachen und ihrer Compiler spezialisiert, insbesondere auf solche, die die enormen Leistungsfähigkeiten und die Energieeffizienz komplexer moderner Computerhardware ausnutzen. Wir kombinieren theoretisch fundierte formale Methoden mit neuartigen experimentellen praktischen Implementierungen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und die praktisch nutzbaren Programmiersprachen und Compiler der Zukunft zu entwickeln.

Unsere Arbeit wurde mehrfach mit akademischen Preisen ausgezeichnet und hat Einfluss auf praktische Compiler-Implementierungen in der Industrie.

Bevor ich an die TU Berlin kam, verbrachte ich die vergangenen neun Jahre in Schottland an den Universitäten in Glasgow und Edinburgh. Dort erwarb ich mir den Ruf, theoretische Aspekte mit praktischen zu verbinden und Brücken zwischen verschiedenen Forschungsgemeinschaften zu schlagen. Ich freue mich darauf, ein vielfältiges und internationales Forschungsteam an der TU Berlin aufzubauen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Programmiersprachen

Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme

Prof. Dr. Charmayne Hughes - Leiterin des Fachgebiets „Altersgerechte Mensch-Technik-Systeme“ in der Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme

Am Institut für Psychologie und Arbeitswissenschaft leite ich das Fachgebiet Altersgerechte Mensch-Technik-Systeme (AHMS). Ich forsche in den Bereichen digitale Gesundheitstechnologien, maschinelles Lernen und menschliche Motorik. Meine technischen Entwicklungen reichen von haptischen Rehabilitationsrobotern für Schlaganfallpatienten über tragbare Geräte zur Fernüberwachung des Gesundheitszustands bis hin zu multimodalen Sensoren für die Diagnose und Vorhersage postoperativer Komplikationen. Ein Hauptaugenmerk meiner Arbeit liegt auf der Entwicklung technischer Lösungen mit hohem Vermarktungspotenzial, die die Lebensqualität benachteiligter und marginalisierter Bevölkerungsgruppen verbessern können.

Vor meiner Berufung an die Technische Universität Berlin lehrte ich von 2015 bis 2023 am Health Equity Institute der San Francisco State University. Zuvor war ich als Postdoktorandin am Robotics Research Centre der Nanyang Technological University in Singapur, am Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft der Technischen Universität München und im Arbeitsbereich Neurokognition und Bewegung der Universität Bielefeld tätig. Meine Promotion habe ich 2010 an der Purdue University zum Thema Bewegungsverhalten abgeschlossen und 2021 einen MBA an der San Francisco State University erworben.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Altersgerechte Mensch-Technik-Systeme

Prof. Dr.-Ing. Merten Stender – Leiter des Fachgebiets „Cyber-Physical Systems in Mechanical Engineering“ an der Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme

Wie kann die nächste Generation von „digitalen Zwillingen“ für mechanische Systeme unter dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) aussehen? Dieser Frage widmet sich meine Forschung, der ich seit 2023 als Juniorprofessor an der TU Berlin nachgehe. Das komplexe Bewegungsverhalten von dynamischen Systemen wie Windkraftanlagen, Turbinen oder bei Reibungsprozessen in Bremsen ist noch immer schwer prognostizierbar, insbesondere wenn diese Systeme neuartigen oder extremen Lasten ausgesetzt sind. Um die Diskrepanz zwischen Simulation und Experiment zu minimieren, setzt mein Fachgebiet datengetriebene und maschinelle Lernverfahren ein und erforscht insbesondere hybride Verfahren.

Ein zentraler Bestandteil meiner Forschung sind schnelle und ressourcen-effiziente Verfahren der Künstlichen Intelligenz im Bereich des sogenannten Reservoir Computings. Diese Verfahren benötigen eine verschwindend geringe Rechenleistung im Vergleich zu heutigen Methoden für zeitliche Vorhersageaufgaben.

Mein Engagement erstreckt sich auch in die wissenschaftliche Gesellschaft, wo ich die Initiative „Data-Driven Dynamics Community“ gestartet habe, in der sich Maschinenbauende mit Interesse an KI und datenbasierten Verfahren vernetzen können. Zudem engagiere ich mich in der Gesellschaft für angewandte Mathematik und Mechanik und leite dort eine Sektion auf der jährlichen Tagung. Ich bin sehr dankbar dafür, an der TU Berlin mit inspirierenden Menschen forschen zu können und kommende Generationen von Ingenieur*innen ausbilden zu dürfen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Cyber-Physical Systems in Mechanical Engineering

Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Prof. Dr. Gesa Geißler – Leiterin des Fachgebiets „Umweltprüfungen“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Mein Fachgebiet beschäftigt sich mit Umweltprüfungen. Dies sind umweltplanerische Instrumente, die Entscheidungsträger*innen in Politik und Verwaltung über die potenziellen Auswirkungen ihres Handelns auf die Umwelt informieren. Das Ziel ist, die Umsetzung von Umweltschutzzielen zu unterstützen und negative Umweltauswirkungen, beispielsweise von neuen Projekten oder von gesellschaftlich relevanten Plänen oder Programmen zu vermeiden. Ein zentraler Aspekt von Umweltprüfungen ist, Transparenz zu fördern: Die Bevölkerung soll die Möglichkeit haben, Entscheidungsprozesse kritisch begleiten zu können.

In meiner Forschung untersuche ich zum Beispiel die Effektivität von Umweltprüfungen in der Praxis. Dabei sind aktuelle Diskurse über Planungsbeschleunigung, Gestaltung von Beteiligungsprozessen der Öffentlichkeit und die Auswirkungen der Digitalisierung von großer Relevanz. In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit der Energiewende und dem Ausbau erneuerbarer Energien befasst, einschließlich der Entwicklung methodischer Ansätze für die transparente Abwägung von Zielkonflikten zum Beispiel zwischen Klimaschutz sowie Biodiversitäts- und Artenschutzfragen.

Auch die mittelbaren Auswirkungen der Transformation des Energie- und Verkehrssystems auf Umwelt und Gesellschaft werden künftig eine größere Rolle in meiner Arbeit spielen. Solche Auswirkungen betreffen den steigenden Ressourcenbedarf für die Energiewende und den damit einhergehenden Rohstoffabbau mit den entsprechenden sozio-ökologischen Implikationen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Umweltprüfungen

Prof. Dr. Heike Hanhörster – Leiterin des Fachgebiets „Soziale Kohäsion, Diversität und Migration in der räumlichen Planung“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Unsere Städte sind von steigender Vielfalt der Bewohner*innen gekennzeichnet. Dies betrifft beispielsweise ihre ethnische Herkunft, soziale Lage oder auch geschlechtliche Identität. Nicht alle Personen haben jedoch die gleichen Zugangschancen zu Ressourcen wie Wohnen, öffentlichem Raum oder sozialen Infrastrukturen. Als Raumplanerin beschäftigt mich die Frage, wie urbane Räume und Planungsprozesse so gestaltet werden können, dass sie dieser Vielfalt an unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden und zu gleichwertigen Lebensbedingungen beitragen.

Seit Mai 2023 leite ich das am Institut für Stadt- und Regionalplanung (ISR) neu geschaffene Fachgebiet „Soziale Kohäsion, Diversität und Migration in der räumlichen Planung“. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf zuwanderungsbezogener Diversität unserer Städte. Welche Strukturen erleichtern Neuzugewanderten das „Ankommen“ im Stadtraum und der Gesellschaft? Wie können städtische Akteure mit zunehmender sozialräumlicher Polarisierung umgehen?

Eine besondere Rolle nimmt in meiner Forschung und Lehre der Wohnungsmarkt ein. Ich werde mich in den nächsten Jahren darauf konzentrieren, in unterschiedlichen Stadt- und Quartierstypen Prozesse wohnräumlicher In- und Exklusion zu analysieren. Es geht um die zentrale gesellschaftliche Herausforderung, alle Personen angemessen mit Wohnraum zu versorgen, Diskriminierung entgegenzuwirken und somit zur gesellschaftlichen Inklusion aller hier Lebenden beizutragen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Soziale Kohäsion, Diversität und Migration in der räumlichen Planung

Prof. Dr. Johanna Hoerning – Leiterin des Fachgebiets „Raumsoziologie“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Die Kernfrage meiner Forschung ist, wie gesellschaftliche Konflikte über und durch Räume ausgetragen werden. Dafür gibt es unzählige Beispiele. Das reicht von klassischen territorialen Konflikten (Grenzen, Staatsterritorien) über Konflikte um Zugänge zu Land, Boden und Wohnen (zum Beispiel Landlosenbewegungen und städtische soziale Bewegungen) bis hin zu Nutzungskonflikten um öffentliche Räume.

Mich interessiert, wie Eigentums- und Besitz-, Nutzungs- und Zugangsrechte Machtverhältnisse regulieren und soziale Ungleichheiten (re-)produzieren. Über Städte, Plätze oder nationalstaatliche Territorien werden Fragen sozialer und politischer Zugehörigkeit und andere gesellschaftliche Grundfragen (Wie wollen wir leben: Klimagerecht? Autogerecht? Sozial gerecht?) verhandelt.

Ein zentrales Thema an meinem Fachgebiet ist Wohnen und Wohnungspolitik. Hier beschäftigen wir uns damit, wie über die Wohnungsfrage migrationspolitische, soziale und ökologische Dimensionen ausgehandelt werden und welche Rolle dabei Interessensverbände auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene spielen. Klar ist: Es gibt im Sozialen keine Automatismen, es sind die Akteur*innen, die mit ihren Interessen konfligieren und sich entsprechend ihrer Machtressourcen durchsetzen können – oder nicht.

Zu verstehen, warum und wie soziale Konflikte und Ungleichheitsverhältnisse über gebaute, zonierte, territorial begrenzte oder vernetze Räume verhandelt werden, damit die technischen und gestalterischen Ansätze ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden können – darin sehe ich auch den interdisziplinären Beitrag einer Raumsoziologie an der TU Berlin.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Raumsoziologie

Prof. Dr.-Ing. Inka Mai – Leiterin des Fachgebiets „Robotergestützte Fertigung der gebauten Umwelt“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Die Bauwirtschaft stellt eine der bislang am wenigsten digitalisierten Branche dar. Die Herstellung von Gebäuden ist durch individualisierte Bauprozesse gekennzeichnet – ganz im Gegensatz zu anderen Produktionsbereichen wie beispielsweise der Automobilindustrie. Digitale Fertigungstechniken in diesen Wirtschaftszweigen haben sich daher im Bauwesen nicht etabliert: Sie ermöglichen nicht die notwendige Individualisierung oder sind unwirtschaftlich.

Mein Fachgebiet „Robotergestützte Fertigung der gebauten Umwelt“ erforscht daher robotergestützte Fertigungstechnologien mit besonderem Fokus auf die dabei zum Einsatz kommenden Materialien, Prozessparameter und deren Wechselwirkung. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der additiven Fertigung mit mineralischen Baustoffen, da ein wesentlicher Vorteil darin besteht, dass Automatisierung und Individualisierung nicht im Widerspruch zueinanderstehen: beim 3D-Drucken wird nur dort Material aufgebaut, wo es strukturell oder funktionell erforderlich ist.

Um wirtschaftliche und ressourceneffiziente, robotergestützte Prozesse für das Bauwesen zu entwickeln, ist eine hoch interdisziplinäre Forschung erforderlich. Daher möchte ich zukünftig Kooperationen mit verschiedenen Bereichen stärker forcieren wie der Architektur, Civil Systems Engineering, Chemie, Kreislaufwirtschaft, Maschinenbau oder aber auch der Mikrobiologie. Der exzellente Standort Berlin bietet dafür ideale Randbedingungen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Robotergestützte Fertigung der gebauten Umwelt

Prof. Dr. Carsten W. Müller - Leiter des Fachgebiets „Bodenkunde“ in der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Böden sind elementar für das menschliche Überleben, sie sind Grundlage für unsere Ernährung, Hotspots für Biodiversität, Puffer für Schadstoffe und Filter für Wasser, und nicht zuletzt wichtiger Kohlenstoffspeicher. Gerade die langfristige Speicherung von Kohlenstoff in Böden ist seit langem ein Hauptthema meiner Forschungsarbeit. In meiner Arbeitsgruppe untersuchen wir die biogeochemischen Mechanismen und Prozesse im Kreislauf organischer Substanz zwischen Pflanzen, Mikroorganismen und Böden. Pflanzen binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre, der dann in Böden gelangt und dort von Mikroorganismen ab- und umgebaut wird, und schließlich als so genannte organische Bodensubstanz teils Jahrtausende in Böden verbleibt. Mit unserer Forschung zur Bodenbiogeochemie im Fachgebiet Bodenkunde der TU Berlin wollen wir ein besseres Verständnis der Mechanismen und Prozesse erlangen, die den Verbleib organischer Bodensubstanz bestimmen. Unsere Arbeiten erstrecken sich von natürlichen Ökosystemen wie gemäßigte Wälder oder arktische Tundren hin zu land- und forstwirtschaftlich bewirtschafteten Ökosystemen. Um den Verbleib von Kohlenstoff und anderer Elemente wie Stickstoff und Phosphor, aber auch von Schadstoffen wie Schwermetalle zu entschlüsseln, setzen wir eine Vielzahl modernster Labormethoden ein. Hinzu kommt die Anwendung bildgebender Verfahren (µCT, NanoSIMS, SEM), um die Eigenschaften sehr kleiner Mikrostrukturen in Böden zum Beispiel im Wurzelraum, Orte an denen die biogeochemischen Prozesse stattfinden, zu entschlüsseln.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Bodenkunde

Prof. Dr. Jan Polívka – Professor für „Stadtplanung und Bestandsentwicklung“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit der Frage, wie die gebaute Umwelt entlang von sich verändernden Rahmenbedingungen der Gesellschaft und Natur weiterentwickelt werden kann. 

Lange galten bestimmte Größen wie das Klima, der Zugang und die Nutzbarkeit von Rohstoffen oder ein lineares Wachstum des Wohlstands als gegeben. Die bisherige Entwicklung von Städten, Gemeinden und ihrer Infrastrukturen sind danach ausgerichtet.

Mit den zunehmenden Unsicherheiten und der Komplexität der Rahmenbedingungen wird es wichtig, einerseits die Widerstandsfähigkeit der Siedlungsstrukturen zu sichern und gleichzeitig ihre Anpassungsfähigkeit zu erhöhen. Diesen Wandel schnell und effektiv zu gestalten ist der Gegenstand meiner Forschung. 

So untersuchen wir unter anderem die Möglichkeiten eines lokalen Ressourcenaustauschs über das Medium Wasser innerhalb von bereits bestehenden städtischen Baublöcken. Mit dem anfallenden Regen- oder Abwasser als Energieträger wollen wir einzelne Nutzungen wie die Bäckerei im Erdgeschoss und das Wohnen darüber energieeffektiver gestalten.

Auch analysieren wir staatliche Förder- und Steuerungswerkzeuge auf ihre Effekte bei der Schaffung und Sicherung bezahlbaren Wohnraums. In interdisziplinären Projekten widmen wir uns der Frage, inwieweit Airbnb als ein durchaus schwer beherrschbares digitales Schwarmphänomen dennoch im Einklang mit der klassischen Wohnfunktion betrieben werden kann.

Freude bereitet mir täglich die inspirierende interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus der Forschung und Praxis sowie der Austausch mit den engagierten Studierenden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Stadtplanung und Bestandsentwicklung

Prof. Dr. Annette Rudolph - Leiterin des Fachgebiets „Künstliche Intelligenz und Landnutzungswandel“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

In meiner Forschung untersuche ich mithilfe der Künstlichen Intelligenz (KI), wie sich die Landnutzung klimabedingt wandelte, wandelt und wandeln wird. Fragestellungen, wie „Welche Auswirkungen hat die Verschiebung von Vegetationsperioden auf die Landoberflächen? Können wir zukünftig mit mehr und / oder intensiveren Wetter-Extremereignissen wie Dürreperioden oder Starkniederschlagsereignissen rechnen und welchen Effekt haben sie auf unsere Landoberflächen sowie auf Flora und Fauna?" werde ich angehen.

Um Fragestellungen dieser Art auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen beantworten zu können, müssen komplexe Wechselwirkungen modelliert und interpretiert werden. Hierfür bieten sich Methoden der Künstlichen Intelligenz an. Die mit meinem Forschungsfeld stark verbundene Interdisziplinarität ist eine spannende Herausforderung, die ich an der TU Berlin leben und vor allem auch lehren möchte. So werde ich fachübergreifende Seminare anbieten, um Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen und Fakultäten zusammenzubringen, und die vielfältigen Anwendungen und Algorithmen der KI im Bereich des klimabedingten Landnutzungswandels und verwandte Themengebiete zu diskutieren.

Als Diplom-Mathematikerin, die über eine Dekade in der Meteorologie beschäftigt war, habe ich bereits einige Erfahrung im interdisziplinären Arbeiten sammeln dürfen und freue mich auf weiteren fachübergreifenden Austausch an der TU Berlin.  

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Künstliche Intelligenz und Landnutzungswandel

Prof. Dr. Boris Schröder-Esselbach - Leiter des Fachgebiets „Pflanzenökologie“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Mein Fachgebiet beschäftigt sich mit der Entwicklung von evidenzbasierten Lösungsansätzen für einen Schutz unserer Lebensgrundlagen. Der Verlust der Biodiversität und die Folgen des globalen Wandels sind große Bedrohungen für eine lebenswerte Zukunft. Wir untersuchen die Struktur, Dynamik und Funktionalität von Ökosystemen und Landschaften in Reaktion auf den Klima- und Landnutzungswandel. Unsere Arbeitsschwerpunkte liegen dabei v.a. in Stadt- und Küsten-, aber auch Agrar- und Waldsystemen. Wichtigstes Werkzeug ist die statistische und prozessbasierte Modellierung auf der Basis von vielfältigen Freilanduntersuchungen.

Aktuell arbeiten wir daran, nachhaltige naturbasierte Lösungen in Stadt- und Küstensystemen zur Verbindung von Natur-, Klima- und Küstenschutz zu entwickeln und zu bewerten. Dafür müssen wir die Veränderungen von Biodiversität und Ökosystemleistungen vorhersagen können. So helfen unsere Modelle zum Beispiel, Seegraswiesen an den Küsten zu erhalten und zu renaturieren. Diese leisten durch Sedimentanlagerung, Speicherung von Kohlenstoff und Wellendämpfung wichtige Beiträge zum Klima- und Küstenschutz und sind für den Erhalt der Biodiversität unverzichtbar. Unsere Konzepte zeigen auf, wie Städte als resiliente, attraktive und gemeinsame Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen entwickelt werden können. Ich freue mich darauf, mit meinem interdisziplinären Team ein nächstes Kapitel der „Berliner Schule für Stadtökologie“ zu gestalten, aufbauend auf der über 50-jährigen Geschichte des deutschlandweit ersten Ökologie-Instituts an der TU Berlin.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Pflanzenökologie

Prof. Dr. Lech Suwala – Professor für „Stadt- und Regionalökonomie“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Meine Lehre, Forschung und Praxistätigkeiten widmen sich räumlichen Aspekten der Wirtschaft auf mannigfaltigen Maßstabsebenen. Lokal wird untersucht, wie zukünftig Gewerbestandorte klimafest, stadtverträglich und mit weiteren Nutzungen (Wohnen, Freizeit) in Einklang gebracht werden können. Regional setze ich mich mit Entwicklungsstrategien auseinander, die möglichst nutzungsgemischte, ressourcensparende und verkehrsmindernde, raumökonomische Einheiten zum Ziel haben. Global werden Studierenden Wertschöpfungsketten in Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen vermittelt, damit diese weltweite ökonomische Kreisläufe nachvollziehen können.

Bereits seit 2017 bin ich als Gast-Professor an der TU Berlin tätig und versuche mit einem interdisziplinären Team ökonomische Forschung, Lehre und Praxis neu zu definieren. Klimawandel, Postwachstum, Digitalisierung oder Grand Challenges sind nicht Zukunftsphänomene, sondern hierbei integrale Bestandteile. Bei all diesen Vorhaben bleibt es selten bei der Analyse. Vielmehr werden planerische Impulse im Rahmen von Gestaltungsempfehlungen für Standorte, Entwürfe von Leitbildern, Lösungsansätze für vom Strukturwandel betroffene Altindustrieregionen oder Handlungsempfehlungen für überregionale Wirtschaftspolitiken formuliert.

Vor meiner Zeit an der TU Berlin, lehrte und forschte ich als Lehrbeauftragter, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Gastprofessor an in- und ausländischen Hochschulen auf vier Kontinenten und bin in mehr als 70 Ländern mit zahlreichen Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft in diversen Formaten in Austausch getreten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Stadt- und Regionalökonomie

Prof. Dr. Antoine Vialle - Leiter des Fachgebiets „Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung“ an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt

Seit Oktober 2023 leite ich das neue Fachgebiet Transitioning Urban Ecosystems – CUE am Institut für Architektur, das sich mit den diversen Ebenen (gebietlich, landschaftlich, urban und räumlich) des klimagerechten Städtebaus beschäftigt. Das Fachgebiet hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gestaltungsstrategien für die Erhaltung und Regeneration urbaner Böden durch gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel und eine nachhaltige Umgestaltung europäischer und globaler Ballungsräume zu entwickeln. Sowohl in natürlichen als auch in urbanen Ökosystemen sind Böden eine dünne, empfindliche und dynamische Schicht an der Schnittstelle zwischen Geo-, Hydro-, Bio- und Atmosphäre. Sie nehmen Wasser und Kohlenstoff auf, dienen dem Anbau von Nahrungsmitteln, senken die Oberflächentemperatur und fördern die biologische Vielfalt. Damit erbringen sie Ökosystemdienstleistungen, die für die weltweite Eindämmung des Klimawandels und die lokale Anpassung an diesen unerlässlich sind. Am Fachgebiet CUE wird untersucht, wie wir als Städtebauer*innen, Stakeholder*innen und/oder Bürger*innen diese materiellen und ökologischen Fragen angehen können.

Ganz im Sinne der auf der UN-Konferenz „Habitat III“ 2016 festgelegten New Urban Agenda beschränkt sich die langfristige Vision des Fachgebiets nicht auf das Thema der städtischen Bodengestaltung. In Verbindung mit empirischen Untersuchungen und Zukunftsmodellen werden die Systeme Boden, Pflanzen und Gebäude durch die Berücksichtigung von Energiefragen und Stoffwechselkreisläufen querschnittlich integriert. Dieser Ansatz legt ein besonderes Augenmerk auf die derzeitige Debatte über Dichte, nachhaltige Landnutzung und Transportsysteme. Auch die Themen Gesundheit von Mensch und Umwelt sowie Gleichbehandlung und Teilhabe werden im Hinblick auf die Klimaresilienz eine wichtige Rolle am Fachgebiet spielen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Fachgebiets Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung

Fakultät VII Wirtschaft und Management

Prof. Dr. Silja Hartmann – Leiterin des Fachgebiets „Strategische Führung und Nachhaltigkeitsmanagement“ an der Fakultät VII Wirtschaft und Management

Wie können Mitarbeitende und Führungskräfte zur organisationalen Wertschöpfung beitragen, ohne dass ihre Gesundheit oder Wohlbefinden beeinträchtigt werden? Wie kann stärkenorientiert geführt und die persönliche Entwicklung von Mitarbeitenden gefördert werden? Wie können Arbeitsplätze inklusiv gestaltet werden? Diese Fragen der sogenannten „Human Sustainability“ im Arbeitskontext untersucht das neue Fachgebiet „Strategische Führung und Nachhaltigkeitsmanagement“, das ich seit März 2023 leite. Ein fundiertes Verständnis dieser Fragestellungen ist von Bedeutung, um bessere Arbeitsplätze zu gestalten und die Innovationsfähigkeit von Organisationen zu stärken.

Ein Fokus der Forschung am Fachgebiet liegt auf dem positiven Umgang mit großen Herausforderungen und organisationalem Wandel: COVID-19-Pandemie, Klimawandel, Digitalisierung, Projektabbrüche, und und und. Mitarbeitende und Führungskräfte sind einer Vielzahl von organisationsexternen und organisationsinternen Herausforderungen ausgesetzt. Am Fachgebiet untersuchen wir daher, wie diese Situationen erlebt werden und welche Faktoren Führungskräfte, Mitarbeitende und ganze Teams dazu befähigen, diese Situationen positiv zu meistern und optimalerweise daran zu wachsen.

Ich freue mich darüber, meine Forschung an der TU Berlin weiter ausbauen zu können und Forschungsergebnisse in meiner Lehre mit zukünftigen Führungskräften und Mitarbeitenden zu teilen. Es ist großartig, dass der Forschungsstandort Berlin viele Möglichkeiten für Ideenaustausch und Kollaborationen – auch über Universitätsgrenzen hinweg – bietet.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fachgebiets Strategische Führung und Nachhaltigkeitsmanagement

Prof. Dr. Tanja Kneiske – Leiterin des Fachgebiets Technologie und Management Integrierter Energieinfrastrukturen an der Fakultät VII Wirtschaft und Management

Bei einer klimaneutralen, nachhaltigen Energieversorgung ist es von entscheidender Bedeutung, nicht mehr isoliert in einzelnen Energieformen zu denken, sondern die Forschung und Entwicklung integrierter Energieinfrastrukturen voranzutreiben.

Die Forschung und Lehre im Fachgebiet Technologie und Management Integrierter Energieinfrastrukturen (TMIE) widmet sich daher der Entwicklung zukunftsweisender Ansätze für eine effiziente, nachhaltige und flexible Energieversorgung. In diesem interdisziplinären Feld werden verschiedene Energiesektoren wie Strom, Wärme und Verkehr miteinander verbunden, um optimale Synergien zu schaffen.

Die Forschung konzentriert sich auf die techno-ökonomische Modellierung und Simulation von Strom-/Wärme- und Gas-/Wasserstoffnetzen, Umwandlungstechnologien wie Wärmepumpen und Elektrolyseuren sowie innovativer Planungs- und Steuerungsmechanismen. Dies ermöglicht nicht nur die effiziente Integration erneuerbarer Energien und die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, sondern auch die Schaffung flexibler und widerstandsfähiger Energieinfrastrukturen.

Die Lehre in diesem Bereich zielt darauf ab, Studierenden ein umfassendes Verständnis über integrierte Energieinfrastrukturen zu vermitteln. Die Herausforderung für Studierende besteht darin, Kompetenzen in Elektrotechnik, Thermodynamik, Hydraulik und wirtschaftlichen Aspekten der Energiewirtschaft zu erwerben, um ein ganzheitliches Verständnis für die Integration von Stromnetzen, Wärmenetzen und Gas-/Wasserstoffnetzen in der Energieinfrastruktur zu entwickeln.