Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät III
Studierende der Technischen Universität Berlin © Philipp Arnoldt

Persönlichkeiten unserer Fakultät

Inspiriert von den Frauenbeauftragten der Fakultät VII möchten wir in dieser Rubrik regelmäßig spannende Persönlichkeiten der Fakultät III interviewen und vorstellen. Wir möchten hierbei eine Vielfalt unterschiedlicher Lebenswege aufzeigen und somit junge Menschen zu persönlichen und beruflichen Entwicklungen inspirieren. 

Hier finden Sie die Rubrik "Gesichter der Fakultät" der Frauenbeauftragten der Fakulät VII, die uns inspiriert hat.  Schauen Sie sich gerne auf der Website um!

Dr. Ulrike Gaebel

Vor- und Nachname: Ulrike Gaebel 

Tätigkeiten an der TU-Berlin: Leiterin des Fakultäts-Service-Centers der Fakultät III

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Wie sah Ihr beruflicher Lebensweg bislang aus?

Sehr abwechslungsreich: Nach vielen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Fächern Germanistik und Rechtswissenschaften war ich nach zunächst als Rechtsanwältin tätig und habe dann als Juristin an verschiedenen Hochschulen gearbeitet – in Leipzig, Halle, Weimar und Dresden. Meine erste unbefristete Stelle bekam ich als Geschäftsführerin der Philosophischen Fakultät III der MLU Halle.

 

Worauf sind Sie im Rückblick auf Ihre Karriere besonders stolz und was waren die größten Herausforderungen?

Besonders stolz bin ich darauf, dass ich Jura-Studium und Referendariat neben Jobs und der Betreuung von 2 Kindern gestemmt habe und nach den unglaublich interessanten Vertretungsstellen an verschiedenen Hochschulen jetzt an dieser tollen Fakultät III der TUB gelandet bin!

 

Was gefällt Ihnen an der TU Berlin besonders gut und wo sehen Sie Entwicklungspotential?

Mich beeindruckt, dass das Thema Klima- und Umweltschutz so konsequent in Lehre und Forschung mitgedacht wird und dass die TU-Forschung wichtige und innovative, vor allem auch anwendungsbezogene Erkenntnisse erzielt. Außerdem sehe ich, dass sich auch die Gleichstellungsthematik entwickelt und zunehmend weniger als Belastung, sondern auch als Notwendigkeit wahrgenommen wird.
Die Themen, in denen ich Entwicklungspotential sehe, sind zahlreich: Digitalisierung der Verwaltung, Verbesserung der Kommunikation, inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit und vor allem anderen: Forschung und Lehre in den Mittelpunkt stellen!

 

Haben Sie ein Herzensprojekt?

Zusammen mit dem FSC den Fachgebieten ein guter, zuverlässiger und kompetenter Partner in allen administrativen Angelegenheiten zu sein!

 

Was bedeutet Gleichstellung für Sie?

Gleiche Chancen für alle, besondere Förderung für unterrepräsentierte Gruppen, Reflexion von und Arbeit an Unconscious Biases und die Bereitschaft, aktiv Verantwortung für die Motivierung und Gewinnung von Frauen für Qualifikations- und Dauerstellen im wissenschaftlichen Bereich sowie für Professorinnen zu übernehmen.

 

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Überhaupt nicht originell: Auskömmliche finanzielle Ausstattung für die Wissenschaft, funktionierende Verwaltung, schnellere und einfachere Prozesse, reibungslose Kommunikation innerhalb der Verwaltung und zwischen Verwaltung und Fakultäten – und obendrein mal einen männlichen Kollegen im FSC!

 

Welchen Ratschlag würden Sie Studierenden gerne mit auf den Weg geben?

Am Anfang: Zeit lassen, das Studienangebot und die eigenen Begabungen kennenlernen, Jobs (am besten Hilfskraftstellen in TU oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen) in Forschung und Lehre suchen, sodann aktiv mitwirken an der Verbesserung der Lehre und sich in den Gremien engagieren, Missstände nicht hinnehmen, Verbündete und Netzwerke suchen und schließlich berufliche Optionen außerhalb, aber auch innerhalb der Wissenschaft eruieren und am besten mit dem künftigen Job vor Augen den Studienabschluss in Angriff nehmen.

Dipl.-Ing. Natalia Svedlund

Vor- und Nachname: Natalia Svedlund

Akademische Qualifikation: Dipl.-Ing. Biotechnologie mit Schwerpunkt Brauwesen

Tätigkeiten an der TU-Berlin: ehemals Studentin, seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Fachgebiet Brauerei- und Getränketechnologie

 

 

zum Interview mit Natalia Svedlund

Wie sah Ihr beruflicher Lebensweg bislang aus?

Ich habe zunächst in Kolumbien einen Bachelor in Verfahrenstechnik (Chemical Engineering) mit Schwerpunkt Lebensmittel- und Biotechnologie absolviert. Wegen der renommierten Chemie- und Prozessindustrie bin ich anschließend nach Deutschland gezogen, wo ich zunächst an der FU Berlin einen Master in Chemie begonnen habe. Dieser Studiengang war mir allerdings zu wenig anwendungsbezogen. In Berlin habe ich erfahren, dass man an der TU auch Biotechnologie im Diplomstudiengang mit Schwerpunkt Brauwesen studieren kann. Da ich bereits in Kolumbien schon Bier gebraut und mich besonders für Lebensmitteltechnologie interessiert habe, entschied ich mich zu einem Wechsel des Studiengangs an die TU. Nach dem Abschluss meines Masters habe ich fast zehn Jahre bei der Firma Ziemann Holvrieka gearbeitet, die Brauereianlagen- und Tanks sowie Anlagen für die Getränke-, Lebensmittel- und Chemieindustrie herstellt. Als Projektingenieurin im Vertrieb war ich weltweit unterwegs, vor allem in den USA und in Lateinamerika. Nach einigen Jahren habe ich in den Bereich Forschung und Entwicklung gewechselt, wo ich Inbetriebnahmen unterstützt und Sudhausabnahmen durchgeführt habe. 2020 bin ich dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Lehraufgaben an die TU Berlin zurückgekehrt, um zu promovieren.

 

Worauf sind Sie im Rückblick auf Ihre Karriere besonders stolz und was waren die größten Herausforderungen?

Besonders stolz bin ich auf die Brauereien, die ich von der Planungsphase an bis zur Inbetriebnahme begleitet habe. Zu sehen, wie sich ein Konzept weiterentwickelt bis zur finalen Anlage ist der Traum einer jeden Ingenieur*in.

Am herausforderndsten war für mich der Berufseinstieg, da ich zu Beginn die einzige Frau in der gesamten Abteilung war, mittlerweile ist diese aber paritätisch besetzt. Außerdem hatte ich anfangs große Schwierigkeiten, den schwäbischen Dialekt als Nicht-Muttersprachlerin zu verstehen.

 

Was gefällt Ihnen an der TU Berlin besonders gut und wo sehen Sie Entwicklungspotential?

Besonders gut gefällt mir mein Fachgebiet, das gleichzeitig international, divers und familiär ist. Entwicklungspotential sehe ich vor allem bei der Infrastruktur der TU, die verbessert werden muss, um Studierende optimal betreuen zu können. Unser Fachgebiet ist an der TU etwas unterschätzt, dabei bietet die Getränkeindustrie großes Potential, es geht nicht nur um Bier.

 

Haben Sie ein Herzensprojekt?

Bei meiner Arbeit an der TU ist mir die Lehre besonders wichtig, um Studierende zu motivieren für eine Karriere und Forschung in der Brauwelt. Außerdem liegt es mir am Herzen, weiblichen Studierenden meine Erfahrungen als Frau in der Industrie zu teilen.

 

Was bedeutet Gleichstellung für Sie?

Gleichstellung bedeutet für mich, dass man irgendwann nicht mehr über darüber nachdenken muss, weil alle Menschen gleichberechtigt sind.

 

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass die Braubranche diverser wird, dort ist noch viel Potential für Veränderungen. Das Geschlecht sollte gar keine Bedeutung haben im Beruf, sondern nur die Skills. Außerdem sollten sprachliche Hürden weiter abgebaut werden, sodass die Kommunikation für ausländische Ingenieur*innen erleichtert wird.

 

Welchen Ratschlag würden Sie Studierenden gerne mit auf den Weg geben?

Keine Angst zu haben vor dem Berufseinstieg, denn es gibt immer Menschen, die dich unterstützen. Außerdem ist es wichtig, in der Einarbeitungsphase viel nachzufragen und Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen, auch wenn man anfangs schüchtern ist. Da man im Studium nicht alles für den späteren Berufsalltag lernen kann, ist Nachfragen kein Zeichen von Inkompetenz!