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Wir trauern um Prof. Dr. Günther Scherowsky (1931 – 2022)

Das Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin trauert um Professor Dr. Günther Scherowsky.

Günther Scherowsky wurde am 8. Februar 1931 in Berlin geboren und studierte nach dem Abitur Chemie an der Humboldt Universität in Berlin. 1953 wurde er im Ruderkader der HU DDR-Meister im Zweier ohne Steuermann.

Nur mit wenigen persönlichen Papieren und sehr hohem persönlichen Risiko floh Günther Scherowsky kurz nach dem Bau der Mauer in den Westteil Berlins. An der TU Berlin wurde er 1965 mit einer Arbeit zu neuartigen Cyaninfarbstoffen promoviert. Daran schloss sich bis September 1982 eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistenzprofessor an. Im Jahr 1974 erfolgte seine Habilitation im Fach Organischer Chemie aufgrund seiner „Untersuchungen überwiegend elektronenarmer Heterocyclen“. Von Oktober 1982 bis Dezember 1986 war er Professor im Angestelltenverhältnis und anschließend bis zum Eintritt in den Ruhestand im Februar 1996 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent.

Sein wissenschaftliches Interesse galt der organischen Synthesechemie in ihrer ganzen Bandbreite. Von seinen Anfängen in der Farbstoffchemie führte ihn sein Weg über acide Heterocyclen als Carbenvorstufen zu Untersuchungen über die Dimerisierung von Carbenen und schließlich hin zur Synthese chiraler Dotierstoffe für Flüssigkristalle, dichroitischer Farbstoffe für die Displaytechnik sowie elektrisch schaltbarer ferroelektrischer Polymere.  Die Forschung auf dem Gebiet der Funktionsmaterialien hat Günther Scherowsky im Sonderforschungsbereich „Anisotrope Fluide“ von 1987 bis 1996 nicht nur zum Mitglied, sondern zur tragenden Säule gemacht.

Neben der Forschung galt seine große Leidenschaft der Lehre. Mit seinem pädagogischen Geschick und seiner Fähigkeit zu begeistern, hat er Generationen von Studierenden die Organische Chemie nähergebracht – dies nicht nur an der TU Berlin, sondern auch als langjähriger Lehrbeauftragter an der Technischen Fachhochschule Berlin. 

Sein jugendlich sportliches Auftreten, gepaart mit galanter herzlicher Freundlichkeit, hat sich bis ins hohe Alter erhalten. Er war ein von allen hoch geschätzter Kollege und akademischer Lehrer.

Das Institut für Chemie wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

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