Entwerfen und Konstruieren - Massivbau

Aktive und Wandelbare Tragwerke

Klimahüllen

In den Projekten soll die bestehende Forschung zu konventionellen Klimahüllen auf die Bereiche aktive Energiegewinnung und -speicherung, ökologisches und solares Bauen, nachhaltige und innovative Gebäudetechnik- und Versorgungssysteme,  Wandelbarkeit und Lärm- bzw. nutzungsspezifischen Immissionsschutz ausgeweitet werden.

Eine Klimahülle bedeutet die Einhüllung von baulicher Substanz zum Zwecke des Schutzes und der Verbesserung des Energiehaushaltes. In der Vergangenheit wurden Fragen hinsichtlich baulicher Ausbildung, Bauphysik und Wirtschaftlichkeit von konventionellen Klimahüllen bereits ausreichend erforscht. Erhöhten Investitionskosten stehen Einsparungen bei den Betriebskosten, insbesondere von Heizkosten, durch die Nutzung des Glashauseffektes gegenüber. Die Hülle schützt vor natürlichen und anthropogenen Einwirkungen, was für die geschützten Einbauten in der Hülle neue Potentiale hinsichtlich Form und Beschaffenheit freisetzt.

Weiterer Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht in der energetischen Aufwertung der Hülle. Daher werden die Nutzung der Hülle und des von ihr umschlossenen Raumes zur aktiven Gewinnung und Speicherung solarthermischer Energie untersucht, mit dem Ziel die Heizkosten weiter zu senken und damit die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Weiterhin wird die lärm- und immissionsschutztechnische Wirkung der Hülle untersucht, mit dem Ziel im Außenraum auftretenden Lärm auf dem Weg nach innen zu minimieren. Als dritter Aspekt kommt die Wandelbarkeit hinzu. In den bisherigen Untersuchungen stellte sich der fehlende Naturbezug innerhalb der Hülle als Negativpunkt heraus. Durch ein bewegliches Tragwerk, beziehungsweise öffenbare Fassaden- und Verschattungselemente sollen Bereiche geöffnet und geschlossen werden können um, je nach Nutzung und Bedarf, die künstliche Barriere zum Außenbereich aufzuheben.

Das Potential solcher Klimahüllen lässt sich besonders bei stark belasteten Gebieten, wie Flughafenumgebungen, Industrie- und Gewerbegebieten sowie entlang stark befahrener (Stadt-) Straßen voll ausschöpfen. Die Untersuchungen münden konkret in der prototypischen Ausarbeitung und Realisierung von ganzheitlich konzipierten Architekturen und Gebäudetechniksystemen: aktuell für eine Klimahülle über eine Kindertagesstätte in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Baubeginn 2023), dem Mock-Up eines bioklimatischen Glas-Gewächshauses mit einer wandelbaren, mikroperforierten Dach- und Fassadenverschattung (Baubeginn 2021), eine Klimahülle für einen Schulerweiterungsbau in der Gemeinde Eichwalde bei Berlin (Baubeginn 2024), sowie dem Klimahüllenbau eines bioklimatischen Schulungs-Gewächshauses in der Bezirksgärtnerei Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin (Baubeginn 2024).

FördermittelgeberIn: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Laufzeit: 2014 - 2025
AnsprechpartnerIn: Dipl. -Ing. Dirk Peissl