Soziale Kohäsion, Diversität und Migration in der räumlichen Planung

Studium und Lehre

Ein grundlegendes Prinzip unserer Lehre ist die enge Verknüpfung mit laufenden Forschungen. Aufbauend auf theoretischen Grundlagen geht es um das gemeinsame praktische Erkunden sozial-räumlicher Prozesse und unterschiedlicher Forschungsmethoden. Wir analysieren intersektionale Formen der Benachteiligung und möchten in Forschung sowie Lehre einen Beitrag dazu leisten, diesen entgegenzuwirken.

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2023/24

Bachelorseminar: Diversität und Ungleichheit in der Stadt

Link zum Seminar bei ISIS

Seminarbeschreibung:

Der Kurs beschäftigt sich mit unterschiedlichen Formen von Diversität im städtischen Kontext. Wie steht es um die gesellschaftliche Teilhabe aller Stadtbewohnender angesichts urbaner Vielfalt und multipler Zugehörigkeiten? Wie manifestieren sich Unterschiede und Ungleichheiten im Raum und werden durch Raum mitgeprägt? Welche Räume fördern Begegnungen und Formen von Solidarität und situativem Zusammenhalt unterschiedlicher Gruppen? Unterschiedliche Dimensionen räumlicher In- und Exklusion z.B. aufgrund von ethnischer und sozialer Herkunft, Alter, geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung, Religion oder Behinderung werden (auch in ihrer intersektionalen Verbindung) thematisiert. Wir untersuchen, wie soziale Vielfalt im städtischen Raum repräsentiert ist, welche Machtstrukturen zum Ausdruck kommen und welche postkolonialen Spuren sich im (halb-)öffentlichen Raum finden lassen.

Im Seminar lesen und diskutieren wird theoretische Texte und erkunden auf dieser Grundlage unterschiedliche Räume in Berlin. Eingeladene Expert*innen aus Forschung und Planungspraxis im In- und Ausland geben darüber hinaus Einblicke in ihre Arbeit und stellen Ansätze räumlicher Planung im Umgang mit sozialräumlichen Exklusionsprozessen zur Diskussion. Dies umfasst planerische Ansätze von transdisziplinären Reallaboren bis hin zu Strategien sozialer Innovation. Seminarteilnehmende wählen inhaltliche Schwerpunkte, die sie in Form eines Referats ausarbeiten und mit einem digitalen mapping tool (action bound) visualisieren.

Seminarleitung:

Prof. Dr. Heike Hanhörster (h.hanhoerster@tu-berlin.de)

Organisatorisches:

Donnerstags, 12-14 Uhr, Raum EB 223

Das Seminar kann als Teil vom Modul "Bestandsentwicklung" belegt werden.

Bachelorprojekt: Wohnen in „neuen“ Ankunftsquartieren. Dynamiken und Szenarien des Ankommens in Magdeburg

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Projektbeschreibung:

Migration ist seit jeher ein Motor der Stadtentwicklung. Auch aktuell sind Städte und Gemeinden in Deutschland von zunehmender Migration und Diversität geprägt und es ist davon auszugehen, dass angesichts globaler politischer, demographischer und ökologischer Veränderungsprozesse internationale Migration auch die Stadtentwicklung der kommenden Jahrzehnte prägen wird. Zuwanderung konzentriert sich dabei oft in bestimmten Quartieren, sogenannten Ankunftsquartieren. In Deutschland zeigt sich in den vergangenen Jahren vermehrt, dass Zuwanderung nicht nur in „traditionelle“ Ankunftsquartiere mit langer Migrationsgeschichte und einem dichten Netz an Unterstützungsstrukturen, sondern auch in Quartiere, die bisher wenig(er) von Zuwanderung betroffen waren, stattfindet. Anhand der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt Magdeburg befasst sich das Projekt mit der Entstehung und aktuellen Entwicklungen von und in „neuen“ Ankunftsquartieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Thema Wohnen.

Im Kontext von (neuen) Ankunftsquartieren ist Magdeburg von besonderem Interesse, weil

  1. die Stadt durch ihre DDR-Vergangenheit eine (im öffentlichen aber auch wissenschaftlichen Diskurs) oft weniger sichtbare Migrationsgeschichte hat, die es in ihren räumlichen Ausprägungen zu erkunden gilt.
  2. sich gerade in ostdeutschen (Plattenbau-)Vierteln neue Ankunftsquartiere entwickeln, die proportional sehr hohe internationale Zuwanderungsgewinne verzeichnen.
  3. Die Stadt zu einem Halbleiterindustriestandort mit 10.000 neuen Arbeitsplätzen ausgebaut werden soll, wofür internationale (Fachkräfte-)Zuwanderung erforderlich sein wird. Diese antizipierte Zuwanderung gilt es planerisch zu begleiten im Hinblick auf die Schaffung von Wohnraum, die Ausstattung mit (Ankunfts)Infrastrukturen sowie das gesellschaftliche „migrationsfreundliche“ Klima.

Im Projektseminar erarbeiten die Studierenden theoretische, forschungsmethodische und planerische Grundlagen im Themenkomplex „Migration und Stadt“. Die Beschäftigung mit der Geschichte, Gegenwart und (möglichen) Zukunft von (neuen) Ankunftsquartieren soll die Studierenden für die von Migration und Diversität geprägte Stadtentwicklung und die Rolle, die Planung dabei einnehmen kann, sensibilisieren. Mit einem Fokus auf dem Thema „Wohnen“ werden im zweiten Semester mit verschiedenen Methoden Szenarien entwickelt. Durch punktuelle Synergien mit dem transferorientierten Forschungsprojekt „Teilhabe in ,neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“ (gefördert durch die Stiftung Mercator) erlangen die Studierenden zusätzlich Einblicke in aktuelle Forschungen und Handlungsstrategien.

Projektleitung: 

Miriam Neßler (m.nessler@tu-berlin.de) und Dr. Nihad El-Kayed
Tutorin: Mona Beyer

Organisatorisches:

Dienstags 10-14 Uhr, Raum B109

Das Projekt richtet sich an Bachelorstudierende der Stadt- und Regionalplanung im ersten und dritten Semester.

Masterseminar: Segregation im europäischen Vergleich

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Seminarbeschreibung: 

Diskussionen um sozialräumliche Polarisierung haben in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. In vielen europäischen Städten wohnen Personen unterschiedlicher sozialer oder ethnischer Herkunft immer seltener „Tür an Tür“. Im Mittelpunkt des Seminars stehen unterschiedliche Facetten und Motoren sozialer/ethnischer Segregation. Der Kurs soll dazu anregen, Prozesse der Ausgrenzung und Ungleichheit im Wohnbereich auch in ihrem Zusammenwirken mit anderen Bereichen, z.B. dem Bildungsbereich zu analysieren.

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Entwicklungen in unterschiedlichen europäischen Städten kennenzulernen und (in) kontroverse fachliche Diskussionen einordnen zu können. Inputs externer Referent*innen aus europäischen Städten (z.B. Wien, Lissabon, Helsinki) dienen dazu, empirische Befunde zur Segregation unterschiedlicher (benachteiligter und privilegierter) Gruppen und politisch-planerische Antworten zu diskutieren. Wir erschließen uns den Zugang zu den internationalen Fallbeispielen durch das Lesen von fallstudienspezifischen und theoretischen Texten. Studierende wählen inhaltliche und räumliche Schwerpunkte, die sie durch Referate und eine Abschlussarbeit vertiefen.

Seminarleitung:

Prof.-Dr. Heike Hanhörster (h.hanhoerster@tu-berlin.de)

Organisatorisches:

Dienstags 12-14 Uhr, Raum EB 223

Das Seminar ist Teil des Vertiefungsmoduls "Globale Stadtentwicklungsprozesse".

Abschlussarbeiten am FG SOZ

Studierende, die Interesse haben, ihre Bachelor- oder Masterarbeit am Fachgebiet Soziale Kohäsion, Diversität und Migration in der räumlichen Planung zu schreiben, können gerne für ein erstes Gespräch per Mail einen Termin ausmachen. Schicken Sie dafür bitte ein kurzes Exposé Ihres Vorhabens mit.

Das Fachgebiet veranstaltet regelmäßig (ca. einmal im Monat) ein Thesis-Kolloquium, bei denen jeweils zwei Studierende die Möglichkeit haben, ihr Thema und ihren Arbeitsstand zu präsentieren und darüber mit anderen Studierenden und den Mitarbeiter*innen des Fachgebiets ins Gespräch zu kommen. Eine regelmäßige Teilnahme von allen am FG schreibenden Studierenden ist erwünscht. Interessierte melden sich bitte vorab per Mail an.

Aktuelle Termine und Informationen werden über den ISIS-Kurs veröffentlicht.