Städtebauliche Denkmalpflege und Urbanes Kulturerbe
Forschung

am Fachgebiet Städtebauliche Denkmalpflege und Urbanes Kulturerbe

Laufende Forschung

Graduiertenkolleg "Identität und Erbe"

Das Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“ leitet zur kritischen Erforschung von Identitäts und Erbe-Konstruktionen an, die auf Bauwerken, historischen Orten und anderen, hauptsächlich dinglichen, kulturellen Überlieferungen gründen. Im Zentrum stehen der Zusammenhang zwischen dem Affirmationsbedarf von Gemeinwesen und der Aneignung von Kulturerbe, das für Geschichts- und Identitätspolitiken mobilisiert wird, und die kritische Historisierung des Gesamtkonzeptes von Kulturerbe-basierten Identitätskonstruktionen. Dies schließt die Beschäftigung mit neueren Ansätzen zu ihrer Überwindung oder Transformation in supranationalen Konstellationen ein.

Ordnungssysteme – Auswählen, Werten, Sortieren in den Kulturwissenschaften

Wir ordnen unsere Umwelt in einem natürlichen Reflex. Dies tun wir, um unsere komplexe Wirklichkeit verständlich zu machen. Auch in den Wissenschaften sind Ordnungssysteme Werkzeuge, um Sinnzusammenhänge zu verdeutlichen. In einem zweiteiligen Workshop soll untersucht werden, wie Machtkonstellationen auf die Auswahl von Objekten, die in einen Kanon eines Ordnungssystems aufgenommen werden, Einfluss nehmen und welche Akteure sowie Instrumentarien an der Etablierung von Ordnungssystemen beteiligt sind.

„Orte des Ankommens“ als Urbanes Erbe

Migration ist ein historisches wie aktuelles Phänomen. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg mussten europaweit Flüchtlinge und Wohnungslose untergebracht werden, oft zunächst scheinbar provisorisch in ehemaligen Zwangsarbeiter- oder Gefangenenlagern. Trotz der widrigen Umstände gingen aus einigen dieser Provisorien Wohn- und Siedlungsräume hervor. Auf diese Weise sind noch heute städtebauliche Entwicklungen der Nachkriegszeit, Aneignungsprozesse sowie der Umgang mit Flucht und Vertreibung räumlich erfahrbar. Die Untersuchung unterschiedlicher Phänomene aus diesem Themenfeld bildet einen Forschungsschwerpunkt, in dessen Rahmen u.a. im April 2023 in Kooperation mit der Stiftung Berliner Mauer die internationale Tagung „Orte des Ankommens“ stattfindet.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Architektur- und Planungskollektive der DDR – Institutionelle Strukturen und kreative Prozesse in der sozialistischen Architektur-produktion

In der DDR wurde in den 1950er Jahren die freischaffende Arbeit als Architekt*in fast vollständig abgeschafft. Fortan organisierte sich das Bauwesen in verstaatlichten Betrieben, in denen Architektur- und Planungskollektive den Entwurfsprozess übernahmen. Das DFG-Projekt „Architektur- und Planungskollektive der DDR – Institutionelle Strukturen und kreative Prozesse in der sozialistischen Architekturproduktion“ beschäftigt sich mit den Arbeitsprozessen sowie dem Selbstverständnis von Planer*innen in der DDR und wie die Verstaatlichung und Kollektivierung des Planungswesens auf die produzierte Architektur und ihre spätere Bewertung Einfluss nahm.